Sánchez und der Verschleiß der Minderheitsregierung in Spanien

Forumdebatte über den politischen Verschleiß von Pedro Sánchez: Kritik an VOX, Einwanderung, Sterbehilfe und Pandemie-Management, ohne überprüfbare Daten dazu.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sánchez und der Preis, ohne Mehrheit zu regieren

Wie lange hält ein Ministerpräsident durch, der für jede Abstimmung seine Partner braucht und sie zugleich brüskiert? Die Legislatur von Pedro Sánchez ist zu einem unmöglichen Balanceakt geworden: Jede Vereinbarung mit katalanischen Separatisten oder mit der Linken links von ihm kostet ihn eine unbequeme Schlagzeile, und jede Geste in die Mitte hinein bringt ihm eine Bruchdrohung ein. Das Ergebnis ist eine Regierung, die per Dekret und Verlängerung regiert, mit einem Kongress, der zum Ring geworden ist, in dem jede Sitzung am Limit ausgetragen wird.

Die Zahlen, mit denen die Regierung argumentiert, zeigen eine Wirtschaft, die über dem europäischen Durchschnitt wächst, doch die öffentliche Debatte hat sich in die Gerichte, in Untersuchungsausschüsse und in nächtliche Pakte verlagert. Die Wirtschaftspolitik tritt in den Hintergrund, wenn die Frage lautet, ob der Ministerpräsident noch über die Stimmen verfügt.

Die Parlamentsarithmetik, die jedes Gesetz bestimmt

Die sozialistische Fraktion reicht nicht. Sie braucht Junts, ERC, Bildu, die PNV und die bundesweite Linke, um jeden Gesetzentwurf zu verabschieden. Diese Abhängigkeit macht aus jedem Gesetz eine Verhandlung von Stunden und aus jedem Haushalt einen Härtetest. Wenn einer dieser Partner den Preis hochschraubt, gibt die Regierung nach oder lässt das Gesetz fallen.

Manche halten diese Fragmentierung für die Essenz des Parlamentarismus und bescheinigen Sánchez taktisches Geschick, das das seiner Vorgänger übertrifft. Dagegen steht das Gegenteil: Regieren per Eildekret und schnellen Bestätigungen verschleißt die Institution und nährt das Gefühl, dass die Regeln nach Belieben geändert werden.

Sinkende Umfragewerte und juristischer Lärm

Die Umfragen im Umfeld der Partei sind nicht katastrophal, zeichnen aber einen Trend: Die PSOE (Sozialistische Arbeiterpartei Spaniens) hält sich, verliert jedoch Boden an eine PP (Volkspartei), die nicht recht abheben will. Die Abwanderung der Stimmen nach rechts erfolgt vor allem über die Flanken Sicherheit und Einwanderung, wo die Rhetorik von VOX die Agenda bestimmt.

Der juristische Lärm begleitet die Regierung seit dem ersten Tag. Verfahren wie das gegen die Ehefrau des Ministerpräsidenten, Ermittlungen zu Notaufträgen und Ausschüsse im Senat halten die politische Aktualität auf einem Terrain, das mit Regierungsgeschäft nichts zu tun hat. Jeder Auftritt wird zum Verhör, jede Antwort zur Schlagzeile.

Das Verhältnis zu den Partnern: von der Umarmung zum Ultimatum

Die Koalition mit Sumar hat alle Phasen durchlaufen: anfängliche Begeisterung, Reibereien über den Haushalt und öffentliche Ultimaten. Die Partner links der PSOE fordern mehr Tempo bei sozialen Rechten, während die Nationalisten Gesten verlangen, die die Regierung für zu teuer hält. Das Seil spannt und entspannt sich je nach Wahlkalender.

In Katalonien hat das Abkommen mit ERC und Junts Maßnahmen ermöglicht, die früher undenkbar waren, hat aber auch einen Riss im Diskurs der Partei über die Einheit Spaniens aufgerissen. Die Amnestie und die Sonderfinanzierung sind die beiden Steine, die auf diesem Verhältnis am schwersten lasten.

Die Wirtschaftserzählung gegen die Wahrnehmung der Bürger

Die Regierung präsentiert Beschäftigungs- und Wachstumszahlen, doch die Wahrnehmung der Bürger geht einen anderen Weg. Die kumulierte Inflation, die Immobilienpreise und das Gefühl, dass das Gehalt bis zum Monatsende nicht reicht, erklären, warum die offizielle Erzählung nicht ankommt. Es ist kein Kommunikationsproblem: Es ist ein Problem des Portemonnaies.

Die monatlichen Zahlen zu Beschäftigung und Arbeitslosigkeit zeigen einen robusten Arbeitsmarkt, aber auch wachsende Prekarität und Befristung in Branchen wie Gastronomie und Dienstleistungen. Die Qualität der Beschäftigung ist die Hausaufgabe, die die Regierung nicht löst.

Die Zukunft der Legislatur: Wahlen oder Durchhalten

Die Frage, die jede Woche in der Luft liegt, lautet: Hält der Ministerpräsident die Legislatur durch oder ruft er früher Neuwahlen aus? Europäische Wahltermine und Landtagswahlen beeinflussen die Entscheidung. Ein schlechtes Ergebnis an der Urne kann das Ende beschleunigen, doch eine gute Wirtschaftszahl kann Luft verschaffen.

Unterdessen regiert die Regierung weiter mit angezogener Handbremse: Sie verabschiedet, was sie kann, gibt nach, wo sie muss, und hofft, dass der Lärm nicht zum Sturm wird. Die spanische Politik hat sich in der Provisorium eingerichtet – und der Ministerpräsident weiß es als Erster.



Am Ende bleibt die Paradoxie die alte: ein Ministerpräsident, der mit dem Versprechen von Stabilität kam und sein Mandat auf instabilen Balanceakten aufgebaut hat. Hält er durch, dann wegen der Schwäche seiner Gegner. Stürzt er, dann wegen der Stärke seiner Partner. Die Ironie: Keines der beiden Szenarien liegt in seiner Hand.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (4126 Antworten).

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