Sánchez regiert angeblich per Verbrechen – Kolumne sorgt für Wirbel

Laut einer Kolumne in El Debate gelangten zwei Dekrete ohne Genehmigung im Ministerrat ins spanische Parlament. Die wichtigsten Punkte des institutionellen Konflikts.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Kolumne von Ramón Pérez-Maura in El Debate behauptet, die spanische Regierung habe dem Parlament zwei Dekrete vorgelegt, die im Ministerrat nicht genehmigt worden waren, und fordert PP und Vox auf, der Abstimmung fernzubleiben. Im Text gibt es kein Gerichtsurteil, das eine Straftat feststellt; es handelt sich um eine politische und journalistische Anschuldigung.

## Der Vorwurf: zwei Dekrete ohne Ministerrat
El Debate veröffentlichte am **1. Oktober 2026** eine Kolumne von **Ramón Pérez-Maura** unter dem Titel „Sánchez regiert per Verbrechen“. Der Beitrag behauptet, die Regierung habe dem Parlament zwei Dekrete vorgelegt, die im Ministerrat nicht genehmigt worden waren. Nach seiner Darstellung gab es nach dem Rat am Dienstag zwei beispiellose Pressekonferenzen. Die Wohnungsbauministerin, so heißt es, habe den Text des Beschlossenen nicht gehabt, weil er nicht existierte.

Der Text stellt fest, dass die parlamentarischen Partner, deren Stimme unerlässlich war, schlafen gingen, ohne den Text zu kennen, den sie verabschieden sollten. Am nächsten Tag veröffentlichte das **BOE** (das spanische Staatsanzeiger) nur eines der beiden Dekrete. Das beweise, so der Kolumnist, dass das andere noch während des Tages zurechtgebogen wurde und ohne den Ministerrat ins Parlament kommen sollte. Es ist ein schwerwiegender Vorwurf, als Meinung geäußert, ohne dass die Kolumne ein Gerichtsurteil zur Unterstützung vorlegt.

Der Kern der Sache liegt im Verfahren. In Spanien werden Gesetzesdekrete im Ministerrat beschlossen, im BOE veröffentlicht und anschließend vom Kongress bestätigt. Wenn ein Text den Ministerrat nicht durchlaufen hat, ist der Vorwurf nicht gering: Er betrifft die Willensbildung der Exekutive. Allerdings zeigt die Kolumne weder das Protokoll des Rates noch eine amtliche Bescheinigung, die bestätigt, dass beide Dekrete außen vor blieben. Ihre Wirkung beruht auf dem Fehlen des Textes und der Verzögerung der Veröffentlichung.

## Das BOE, der König und Bolaños' Unterschrift
Die Kolumne weist darauf hin, dass am Mittwoch nur eines der beiden Dekrete im BOE erschien. Das andere, so die Behauptung, wurde weiter überarbeitet. Daraus schließt sie, dass ein vom Ministerrat nicht gebilligtes Gesetzesdekret zur Unterschrift des Königs vorgelegt würde. Der König, so wird erinnert, habe ein Prüfungsrecht bei solchen Dekreten, das ihm, nach Ansicht des Kolumnisten, nicht zugestanden würde.

Der Artikel sieht in **Félix Bolaños**, Minister für das Präsidium und Sekretär des Ministerrats, den möglichen Verantwortlichen, der Funktionen dieses Gremiums usurpiert habe, indem er ein nicht gebilligtes Dekret zur Unterschrift des Königs vorlegte und gegenzeichnete. Er erwähnt die Möglichkeit einer Strafanzeige gegen den Ministerpräsidenten und gegen Bolaños. Er nennt auch die Option, das Dekret vor dem **Verfassungsgericht** anzufechten, zeigt sich jedoch angesichts des Verhaltens von **Cándido Conde-Pumpido** pessimistisch. Dies sind rechtliche Szenarien, die die Kolumne selbst als Hypothesen aufstellt.

Die Unterschrift des Königs unter einem Gesetzesdekret ist keine dekorative Formalität. Die Verfassung von 1978 legt fest, dass der König die Gesetze sanktioniert und verkündet und dass die Gegenzeichnung dem Ministerpräsidenten oder den zuständigen Ministern obliegt. Diese Gegenzeichnung überträgt die politische Verantwortung auf die Exekutive. Die Kolumne behauptet, diese Kette sei hier gebrochen worden. Offen ist, ob ein Gericht oder der Ministerrat selbst diese Version bestätigen.

## Die Abstimmung im Parlament und die Strategie von PP und Vox
Der Kolumnist fordert **PP** und **Vox** auf, der Sitzung am folgenden Tag fernzubleiben. Erscheinen sie nicht, würden die Dekrete trotzdem angenommen, räumt er ein, dann müssten aber die regierungstragenden Kräfte die Last tragen, widersprüchliche Maßnahmen zu verabschieden. Die Kolumne nennt ausdrücklich die radikalsten Maßnahmen, die sie **Sumar** zuschreibt.

Für Ramón Pérez-Maura wäre ein halbleeres Parlament ein Zeichen des demokratischen Verfalls, den er den Regierungen von Sánchez zuschreibt. Der Beitrag spricht von einem Verfassungsbruch und strafrechtlicher Schwere. Erinnert sei daran, dass ein Gesetzesdekret gemäß Artikel 86 der Verfassung innerhalb von 30 Tagen nach Veröffentlichung vom Kongress bestätigt werden muss. Ein Gerichtsurteil gibt es nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (2 Antworten).

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