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Spaniens linke Parteien drohen sich gegenseitig auszusitzen
Mit Ada Colaus Frente Amplio und Irene Monteros Podemos treten zwei linke Listen getrennt an; Umfragen sehen beide unter 6 bzw. 2,8 Prozent. Die Stimmenspaltung kostet Sitze.
Wenn die Anmeldefrist bei der Junta Electoral Central (Spaniens zentrale Wahlkommission) mit zwei Kandidaturen links der PSOE endet, mit Frente Amplio und Podemos, hätte Pedro Sánchez nicht genügend Sitze, um die Regierung erneut zu bilden. Das D'Hondt-Verfahren bestraft diese Spaltung in Provinzen mit wenigen Mandaten.
Die spanische Politik hat am **29. November** ein Datum mit der Wahlurne. Vorher müssen Parteien und Bündnisse bis Freitag Mitternacht ihre Kandidaturen bei der Junta Electoral Central anmelden. Wenn zu diesem Zeitpunkt zwei Listen links der PSOE stehen, eine von Frente Amplio und eine von Podemos, kann sich Ministerpräsident **Pedro Sánchez** von La Moncloa verabschieden. Das ist keine Kneipenhypothese, sondern Wahlarithmetik.
## Die Provinzverteilung verzeiht keine Spaltung
Das D'Hondt-Verfahren wandelt Stimmen in Sitze um und begünstigt eine gewisse Proportionalität, bestraft aber die Zersplitterung im selben politischen Raum. Vor allem, wenn keine der Marken landesweit über **10%** der Stimmen kommt. Die Umfragen, die in dem Lager kursieren, geben der Formation der ehemaligen Barcelonaner Bürgermeisterin **Ada Colau** nicht mehr als **6%** der Stimmen. Die Kandidatur von **Irene Montero**, Ex-Ministerin und Partnerin von Pablo Iglesias, kommt über **2,8%** nicht hinaus.
Mit diesen Prozentwerten könnte keine der beiden das vierte oder fünfte Mandat in mindestens **40 der 52 spanischen Provinzen** ergattern. Dieses Binnenland vergibt mehr als **220 der 350 Sitze** im Abgeordnetenhaus. Dort teilen sich PP, Vox und PSOE den Kuchen in dieser Reihenfolge auf. Die Linke links der PSOE bleibt in weiten Teilen des Landes außen vor.
## Von 33 Abgeordneten auf höchstens zehn
Sumar schloss die Wahl 2023 mit **33 Abgeordneten** ab. Die in den Redaktionen kursierenden Umfragen sagen voraus, dass Frente Amplio **9 oder 10** Sitze erreichen würde, mühsam erkämpft in Madrid, in Colaus Barcelona, Sevilla, Córdoba, Zaragoza und Palma de Mallorca. Montero würde selbst das Madrider Mandat von Podemos kaum holen. Die erwartete Wahlbeteiligung von über **70%** verteuert jeden Sitz und erschwert das Kunststück.
Die aktuelle pogre Regierungsformel, gestützt von katalanischen, baskischen, galicischen und valencianischen Nationalisten, käme bei Weitem nicht an die **176 Sitze** absoluter Mehrheit heran, die jede Investitur erfordert. Die Stimmenspaltung im selben Raum mindert nicht nur, sie vervielfacht den Schaden.
## Die Einheit, die nie kam
Am **18. Februar** gab es Fanfaren in der Sala Galileo, einem legendären Lokal der Madrider Gegenkultur. Es wurde als Epiphanie der Linkseinheit präsentiert. **Gabriel Rufián** und Emilio Delgado waren da, moderiert von Sarah Santaolalla. Kurz darauf distanzierte sich Rufián von dem Projekt, belastete sein Verhältnis zu ERC und wählte Irene Montero für eine weitere Epiphanie Monate später in Barcelona.
Währenddessen debattierte Sumar über die Debatte. Mit dem Rückzug von **Yolanda Díaz** war das Lager kopflos. Minister Pablo Bustinduy sagte Nein zu denen, die ihn zur Führung drängten. Ernest Urtasun ließ sich umwerben, ohne dass ihn jemand umwarb. Mónica García schlug sich selbst erfolglos vor. Als Lösung setzte sich **Ada Colau** durch, die mehrere Stimmen aus diesem Lager als jemanden beschreiben, den niemand will, die aber die Einheit mit Podemos wiederherstellen sollte.
## ERC und der letzte Schlag gegen die Einheit
ERC und Rufián wollen unter der Marke Podemos in Katalonien antreten. Für das Lager ist das ein Verrat am Frente Amplio und ein Schlag gegen Colau, seine Erzfeindin seit den Zeiten des Procés. Das Ergebnis: Die angebliche Einheit der wahren Linken ist endgültig zerbrochen. Und damit die letzte Chance, die Sánchez blieb, in La Moncloa zu bleiben.
Die Wahlmathematik ist stur. In der Nacht zum 29. November werden laut dem ungeschriebenen Gesetz alle Parteien gewinnen und keine verlieren. Aber die Zahlen, die von Provinz zu Provinz verteilt werden, sagen etwas anderes. Wenn sich diesen Freitag zwei Listen links der PSOE anmelden, wird die pogre Regierung nicht rechnen können. Und keine Erzählung wird das reparieren.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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