Saddam Hussein vor 20 Jahren hingerichtet: Die Lüge über den Irak

Fast 20 Jahre nach der Hinrichtung von Saddam Hussein sind die Massenvernichtungswaffen widerlegt und der Irak blutet bis heute weiter.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Saddam Hussein vor 20 Jahren hingerichtet: Die Lüge über den Irak
Saddam Hussein, zwanzig Jahre später: der Betrug an der Invasion

Fast zwanzig Jahre nach der Hinrichtung von Saddam Hussein hält die Geschichte, mit der die Invasion des Irak verkauft wurde, keiner Prüfung mehr stand. Die Hauptanklage – die Massenvernichtungswaffen – wurde nie bewiesen. Und in der Lücke, die der Diktator hinterließ, blühte keine Demokratie auf: Es wuchs etwas deutlich Schlimmeres. Fast zwei Jahrzehnte später lautet die unbequeme Frage nicht mehr, ob Saddam ein Verbrecher war, sondern wer entschieden hat, dass er hängen musste, und warum.

Die Ausrede mit den Waffen, die nie auftauchten

Die offizielle Rechtfertigung der Invasion von 2003 stützte sich auf Massenvernichtungswaffen, die niemals gefunden wurden. Jahre später wurde dieses Fehlen eingeräumt. Das meist wiederholte Argument ist unmissverständlich: Es war ein Betrug, ein illegaler Krieg, aufgebaut auf nicht existierenden Beweisen. Saddam hatte keine Massenvernichtungswaffen, und wer diese These vertritt, fügt das wirtschaftliche Detail hinzu: Man schaltete ihn aus, als er bestimmten westlichen Interessen in der Region zunehmend im Weg stand.

Eine Nuance taucht in fast allen Analysen auf. Die irakische Diktatur war jahrelang ein nützlicher Partner gewesen. Der Westen stützte sie in den achtziger Jahren, um den Iran zu schwächen – in einem Krieg, der eine Spur von Toten hinterließ. Als der Konflikt endete, wurde der Verbündete zum Problem. Und Probleme werden, dieser Logik folgend, beseitigt.

Was geschah im Irak nach Saddams Sturz?

Wirtschaftlicher Ruin, Instabilität und eine konfessionelle Gewalt, die zuvor durch Repression unterdrückt worden war. Der Norden, Kurdistan, wurde faktisch zu einem unabhängigen Gebiet. Die religiösen Minderheiten – darunter die christliche, die zeitweise Minister in Saddams Regierung gestellt hatte – waren fortan deutlich stärker gefährdet. Was danach kam, war schlimmer, fasst eine breite Strömung zusammen: nicht wegen der Güte des Diktators, sondern weil der Staat, der ihn ablöste, nie funktionierte.

Der Vergleich mit Franco drängt sich immer wieder auf. Der am stärksten betonte Unterschied: Der Spanier starb im Bett und mit Staatsehren, während Saddam in einem Scheinprozess und am Galgen endete. Eine weitere, umstrittenere Unterscheidung: Spanien erlebte nach Franco eine Phase des Wachstums; der Irak geriet nach Saddam in seine schlechteste Phase. Die Parallelen sind jedenfalls schnell erschöpft.

Die Marionette, die nicht mehr brauchbar war

Die geopolitische Lesart wiederholt sich: Wer sich auf eine ausländische Macht stützt, zahlt dafür am Ende. Saddam war der starke Mann, den Washington gegen Teheran einsetzte, als die Kontrolle über das iranische Öl die Hände wechselte. Danach fielen seine Truppen in Kuwait ein, und die Unterstützung war dahin. Sich auf die Amerikaner zu verlassen, ist eine schlechte Idee, so die verbreitetste Version der Sache.

Das Ende ist für alle unbequem. Es gibt kein sauberes Urteil: Das Regime war brutal, die Hinrichtung fragwürdig und das Ergebnis katastrophal. Was aus der Region geworden wäre, hätte er noch gelebt, ist die Art von Frage, die niemand beantwortet – weil sie schlicht keine Antwort hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (54 Antworten).

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