S&P 500: 25% Verlust in 2022, Markt-Tiefpunkt bleibt ungewiss

Der S&P 500 verlor 2022 rund 25%, während der Euro auf 1,02 Dollar fiel. Weder Bullen noch Bären kennen den Tiefpunkt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

S&P 500: 25% Verlust in 2022, Markt-Tiefpunkt bleibt ungewiss
S&P 500 verliert 25% – die Frage nach dem Tiefpunkt bleibt unbeantwortet

Im Juni 2022 behaupteten einige, das Tief sei erreicht, vorsichtige Anleger hätten aus Angst verkauft und es gehe nur noch bergauf. Sechs Monate später testete der Index weiterhin neue Tiefs, und die Diskussion war nicht beendet, sondern verschärft. Der S&P 500 hatte seit Jahresbeginn ein Minus von nahezu 25% angehäuft, mit Phasen, in denen er mitten im Sommer-Rally auf -19,25% im Jahresvergleich fiel. Die entscheidende Frage für Investoren ist nicht, ob der Markt den Boden erreicht hat, sondern ob es überhaupt eine vernünftige Möglichkeit gibt, dies zu wissen.

S&P 500: Von 4.800 Punkten in Richtung 3.000

Der Bezugsrahmen ist bekannt: Ein Index, der sein Hoch bei knapp 4.800 Punkten markierte und sich im heftigsten Teil der Korrektur zwischen 3.700 und 4.200 bewegte. Pessimisten sahen das Ziel bei etwa 3.000, manche beriefen sich auf das extremste Szenario, die 1.800, die Michael Burry zugeschrieben werden. Danach öffnete jede Ergebnisveröffentlichung, jeder Inflationsdatenpunkt und jede Fed-Sitzung den Streit erneut.

Die vorherrschende These derer, die dies als bloße Erholung sehen, stützt sich auf die Geldpolitik. Die Fed habe klargemacht, dass die Eindämmung der Inflation Priorität habe, auch wenn dies eine Rezession bedeute; dieser Prozess brauche Monate, um die Unternehmensgewinne zu belasten. Die meistzitierte Diagnose: Die Krankheit heißt Inflation, und das Bicho war die Drucklegung von 35% der zirkulierenden Dollars im Jahr 2021.

DCA vs. Market Timing: Der eigentliche Konflikt

Was den Dissens strukturiert, ist die Strategie. Gegenüber denen, die in Cash warten, bis die letzte Kapitulation kommt, verteidigt ein solider Block regelmäßige Einzahlungen, das DCA (Dollar Cost Averaging) auf globale Indizes, als Methode, die das richtige Timing irrelevant macht. Das zentrale Argument ist überprüfbar: Wer sein gesamtes Kapital im Januar-Hoch investierte, litt unter größeren Verlusten als derjenige, der gestaffelt während des Abschwungs kaufte.

Die Gegenargumente sind nicht trivial. Zehn bis zwölf Jahre DCA fanden vor allem in einem Aufwärtszyklus statt; die Frage ist, was passiert, wenn der Markt in eine lange Seitwärts- oder Abwärtsphase eintritt, wie im japanischen Fall. Hier kommt das Währungsrisiko ins Spiel: Der MSCI World Index hatte rund 70% Exposition gegenüber Nordamerika und nur 15% gegenüber der Europäischen Union. Der Euro, der bis nahe an 1,02 Dollar fiel, blähte den Wert der Portfolios in Euro auf und kaschierte die Verluste.

Warum der Euro-Kurs von 1,02 die Rechnung für spanische Anleger ändert

Ein in Euro gehandelter ETF kann ohne Währungssicherung sein, sodass sein Wert von der Währung seiner Assets abhängt. Da der Euro 2022 mehr als 10% gegenüber dem Dollar verlor, sah jemand, dessen Geld im Ausland lag, wie der Börsenverlust teilweise durch den Wechselkurs ausgeglichen wurde. Diese Nuance ist entscheidend: Wenn sich die Bewegung umkehrt, wirkt sie mit derselben Intensität negativ. Es ist keine Magie, sondern Buchhaltung.

Es gibt zudem konkrete Beiträge, die die Debatte ordnen: Ein Investor erhöhte seinen monatlichen Kauf von 500 auf 550 Euro, um die Inflation auszugleichen; ein anderer hielt Dollar General bei 156 Dollar; wieder andere erwarteten, dass Inditex nie wieder 19 erreichen würde. Anekdoten, aber mit Zahlen.

Das Szenario hoher Zinsen und Rezession

Der makroökonomische Rahmen, der über der Diskussion schwebte, war unangenehm: ungebremste Inflation, aggressive Zinserhöhungen und ein Herbst-Winter geprägt vom Krieg, Gasknappheit und Wahlkalender. Die am häufigsten zitierte Prognose stammte von Ray Dalio, der einen weiteren Rückgang von 20% vorhersagte, falls die Zinsen 4,5% erreichten, was den Index von 3.900 in die Zone von 3.100 Punkten führen würde. Alle Szenarien, so die Warnung, ohne Berücksichtigung von Black Swans.

Dem gegenüber wies die andere Strömung darauf hin, dass die Gewinne großer Unternehmen weiter wuchsen und die Angst nicht den Ergebnissen entsprach. Wait and see, fassten die Skeptiker spöttisch zusammen, klingt selbst auf Englisch nach einer Anlagestrategie.

Mit diesen Zahlen lässt sich der Streit nicht entscheiden. Der 25%-Verlust ist belegt; der Tiefpunkt nicht. Und wer heute sagt, wo er liegt, wird dies wahrscheinlich auch in sechs Monaten noch sagen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (650 Antworten).

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