Russland kürzt Ölförderung ab März um 500.000 Barrel

Russland drosselt die Ölproduktion ab März um 500.000 Barrel täglich, was 5 % des Ausstoßes entspricht, während die Einnahmen aus Öl und Gas im Januar um 46,4 % einbrachen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Russland kürzt Ölförderung ab März um 500.000 Barrel
Russland kürzt die Förderung um 500.000 Barrel pro Tag – trotz Diesel-Embargo

Russland wird ab März 500.000 Barrel Öl pro Tag weniger fördern. Moskau verkauft diese Kürzung als souveräne Entscheidung, um das Rohöl nicht zu verschleudern, doch die russische Zeitung Komsomolskaja Prawda sieht es anders: Die Nachfrage nach russischem Diesel ist seit dem EU-Embargo für Raffinerieprodukte am 5. Februar eingebrochen. Das hochwertige russische Rohöl, das normalerweise den besten Preis erzielt, hat seinen natürlichen Markt verloren. Die Frage ist nun nicht mehr, ob gekürzt wird, sondern ob der Rabatt auf das Barrel im März bestehen bleibt und neue Rechtfertigungen auftauchen.

Was bedeutet eine Kürzung von 500.000 Barrel pro Tag?

Die Zahl entspricht kalt gerechnet 5 % der russischen Produktion: Der Ausstoß sinkt von 10,5 auf 10 Millionen Barrel pro Tag. Die einfache Rechnung lautet: 500.000 Barrel mal 60 Dollar ergeben 30 Millionen Dollar weniger pro Tag. Wenn der Rabatt auf russisches Rohöl noch höher ist – er soll für China und Indien bei bis zu 35 % liegen –, steigt dieser Verlust weiter an.

Dem gegenüber steht der Preiseffekt. Allein die Ankündigung trieb den Brent-Preis um etwa 3 Dollar pro Barrel nach oben, und der Benzinpreis in Spanien liegt bereits bei 1,63 Euro. Steigt der Ölpreis, wird der Mengenverlust teilweise durch höhere Erlöse pro Einheit ausgeglichen. Der entscheidende Punkt ist genau hier: Wie stark fällt das Volumen und wie stark steigt der Preis?

Warum das Diesel-Embargo hinter der Förderkürzung steckt

In russischen Medien dominiert die Erklärung, dass die Unternehmen das Produkt nicht vollständig auf andere Märkte umleiten können. Dem Diesel fehlt der europäische Käufer, und kurzfristig gibt es keine alternativen Abnehmer für diese Mengen. In diesem Sinne ist die Kürzung weniger eine strategische Maßnahme als vielmehr eine Folge der Umstände.

Ein funktionierender Weg führt über Drittländer. Eine Million Barrel russisches Rohöl pro Tag gehen nach Indien, werden dort raffiniert und kehren als fertiges Produkt nach Europa zurück. Vor dem Krieg wurde dieses Barrel direkt nebenan gekauft; jetzt macht es einen Umweg um die halbe Welt, bevor es zurückkehrt. Indien streicht die Differenz ein. Für Moskau ist dies ein Ausweg mit geschmälerten Margen; für Brüssel ein Loch im eigenen Embargo.

Einnahmen brechen ein, Rubel schwächt sich ab

Die verfügbaren Daten deuten alle in dieselbe Richtung. Im Januar 2023 fielen die russischen Einnahmen im Jahresvergleich um 35 %, die Ausgaben stiegen um 59 %, und allein die Einnahmen aus Öl und Gas sanken um 46,4 %. Dieser Einbruch deckt bereits einen großen Teil des für das ganze Jahr geplanten Defizits ab.

Hinzu kommt der Rubel. In der Sitzung am 9. Februar schwächte sich die russische Währung ab, der Dollar überschritt die Marke von 73 Rubel und der Euro die von 78 – Niveaus, die man zuletzt Ende April des Vorjahres gesehen hatte. Niemand verkauft Gold oder halbiert seine Haupteinnahmequelle, wenn die Kassen gut gefüllt sind.

Auswirkung auf Preise und europäische Haushaltskassen

Hier kippt die Analyse. Saudi-Arabien hatte bereits Monate zuvor zwei Millionen Barrel gekürzt und keinen Finger gerührt, um dies auszugleichen. Die USA haben ihre strategischen Reserven auf ein 40-Jahres-Tief reduziert, nachdem sie diese geleert hatten, um die Preise zu drücken. Mit diesem Puffer erschöpft, wirkt sich jede weitere Kürzung sofort an der Zapfsäule aus.

Der klare Gewinner dieses energiepolitischen Durcheinanders ist nicht die EU. Norwegen, ein Produzent außerhalb der Gemeinschaft, profitiert vom Loch, das das russische Rohöl auf dem europäischen Markt hinterlässt. Währenddessen verliert der Kontinent an Wettbewerbsfähigkeit und zahlt die höchste Energierechnung.

Vom Ölkrieg zur Neuverteilung des globalen BIP

Die russische Förderkürzung ist nur die Spitze eines größeren Wandels, der im Laufe der Monate immer deutlicher in die Diskussion rückt. Die USA machten 1950 die Hälfte des weltweiten BIP aus; heute liegt ihr Anteil bei rund 25 %. Die EU insgesamt hat ein ähnliches BIP wie China, obwohl Spanien allein Anfang der 2000er Jahre ein höheres BIP hatte als der asiatische Riese.

Das wirtschaftliche Zentrum verschiebt sich Richtung Asien-Pazifik. Und ein Detail fasst die Paradoxie zusammen: 60 % des IBEX 35 befinden sich in ausländischer Hand, angeführt von BlackRock und Vanguard. Die Souveränität, von der in Reden gesprochen wird, hat sehr konkrete Eigentümer in der Aktionärsstruktur.

Das Bild bleibt unvollständig. Die Daten erlauben es, den Schaden in der russischen Kasse und die Auswirkungen auf die europäischen Preise zu messen, aber sie sagen nicht, wie lange Moskau durchhält, ohne die Hähne ganz zu öffnen, oder wie lange die EU braucht, um den Diesel zu ersetzen, der heute weiterhin – raffiniert – aus Indien importiert wird. Genau hier stockt die Analyse.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (196 Antworten).

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