Russische Raketen überfluten Ingulez und isolieren Cherson-Übergänge

Kh-101-Raketen treffen Staudamm bei Krywyj Rih: Der Ingulez steigt um 2,5 Meter, Übergänge nach Cherson unter Wasser, Offensive im Süden gefährdet.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Russische Raketen überfluten Ingulez und isolieren Cherson-Übergänge
Russland bombardiert Staudamm bei Krywyj Rih und trennt den Ingulez

Zum Referenzzeitpunkt wurde die Situation an der Südfront teilweise vom Pegel eines Flusses bestimmt. Russland setzte Marschflugkörper des Typs Kh-101 — mit einer angegebenen Reichweite von 5.500 Kilometern und einem Sprengkopf von 500 Kilogramm — gegen Staudämme und Speicherbecken ein, darunter den Karatschunowski-Staudamm bei Krywyj Rih. Stunden später war der Pegel des Ingulez um 2,5 Meter gestiegen. Diese Zahl mag bescheiden wirken. Sie ist es nicht, wenn dieser Wasserlauf die einzige Passage für eine Offensive darstellt.

Der Ingulez ist der Fluss, den ukrainische Truppen auf Pontonbrücken überquerten, um in Richtung Cherson vorzurücken. Mit dem steigenden Wasserstand werden diese Übergänge überschwemmt und damit die gesamte Logik des Vorrückens nach Süden zunichtegemacht.

Was ändert sich, wenn der Fluss zur Barriere wird?

Prognosen, die in Kreisen der Konfliktebeobachter kursieren, deuten darauf hin, dass mehrere Steinbrüche nahe Krywyj Rih überflutet werden könnten und das Wasser im unteren Teil der Stadt drei bis vier Stockwerke hoch stehen würde. Dies ist eine Befürchtung, kein bestätigter Fakt, aber er gibt den Ton an. Die im Bezirk Dawydiw Brid errichteten Übergänge existieren laut diesen Quellen praktisch nicht mehr. Und ohne Übergänge gibt es keine Versorgung: Den Berichten zufolge hat die Artillerie mit 152-mm-Geschützen in der Zone nicht geschwiegen und ist bis Nowaja Kachowka zu hören.

Ein anschwellender Wasserlauf bewirkt drei Dinge gleichzeitig: Er löscht die Übergänge aus, unterbricht die Nachschublinien und macht jeden Rückzug zum Problem. Deshalb wird dieser Angriff, abgesehen vom materiellen Schaden, als strategischer Zug gewertet.

Ein Monat HIMARS gegen einen einzelnen Bombardement

Über mehr als einen Monat hinweg versuchten Angriffe mit HIMARS-Systemen, die Brücken zu zerstören, die die russische Logistik stützten. Das Ergebnis war, so die Lesart der strengeren Analysen, gering. Nun drängt sich der Vergleich auf: Ein paar Raketen haben erreicht, was jenes Tropfen nicht vermochte. Schnell, billig, _chirurgisch_, wiederholen einige. Ob überzeugend oder nicht, der Kontrast nährt die These, dass die russische Präzisionskampagne die Oberhand gewonnen habe.

Ist die Offensive im Süden noch intakt?

Hier bricht jeder Konsens zusammen. Eine Strömung vertritt die Ansicht, dass die Überschwemmung den russischen Truppen die Fähigkeit zum Nachschub genommen habe und der ukrainische Vorstoß zum rechten Ufer des Flusses fortschreite. Eine andere, weiter verbreitete Meinung verteidigt genau das Gegenteil: Dass die Manöver die bereits westlich des Ingulez stationierten ukrainischen Kräfte isoliere, abgeschnitten vom Nachschub und ohne Rückweg. Beide Lesarten stützen sich auf denselben angeschwollenen Fluss. Manche gehen noch weiter und vergleichen die Situation mit der Schlacht am Ebro: Ein Gewässer, das zur Falle wird.

Wasser, Regenfälle und Kalender

Die Wirkung beschränkt sich nicht nur auf das Übermaß an Wasser. Laut kursierenden Berichten ist die Region von der Wasserversorgung abgeschnitten, und in den Supermärkten der betroffenen Ortschaften geht das Flaschenwasser aus. Ein überfluteter Übergang ist ein militärisches Problem; eine gekappte Wasserversorgung ist ein ziviles Problem, das die Haushalte schneller trifft. Zudem spielt der Kalender denen, die es eilig haben, übel: Mit Beginn der Herbstregenfälle wird es für beide Seiten schwieriger, Truppen und Material durch diesen Streifen zu bewegen.

Ein Teil der Analysen fügt eine düsterere These hinzu: Moskau habe seine Kampagne bisher zurückgehalten und der Angriff auf den Staudamm leite eine weniger restriktive Phase ein. Es ist eine Hypothese, kein vollendeter Fakt, aber sie kursiert stark.

Die Neutralität, die nie gewählt wurde

Eine weitere Hintergrundlinie zieht sich durch die Diskussion, eher politisch als militärisch. Es wird vertreten, dass die Ukraine die Möglichkeit gehabt hätte, neutral zu bleiben, und dass eine korrupte Elite sie in den Konflikt gestoßen habe. Die Gegenseite lehnt diesen Rahmen entschieden ab: Den Krieg einer innerukrainischen Entscheidung zuzuschreiben, bedeute, die Verantwortung für die Aggression auf die Opfer zu verlagern.

Wer bezahlt für Staudamm, Brücken und den Rest

Taucht ein wirtschaftliches Argument auf, das nicht abgeschlossen ist. Jede zerstörte Infrastruktur — Staudamm, Brücke, Speicherbecken — werde mit Geld wiederaufgebaut, das praktisch aus europäischen oder multilateralen Budgets stamme, so eine Seite. Die Rechnung, warnen sie, werde letztlich bei Steuerzahlern landen, die nichts mit dem Konflikt zu tun haben, oder bei denen, die das Gelände erben. Wer dies bestreitet, weist darauf hin, dass die Verwüstung der Zone keine Politik sei, sondern ein Ruin, der bleibt.

Der Flusspegel als Indikator der Front

Was zum Referenzzeitpunkt festzustehen scheint, ist, dass der Pegel des Ingulez nun den Takt der Front vorgibt. Wenn die Hochwasser vor dem Herbstabfall weicht, öffnet sich das Fenster erneut. Wenn nicht, wurde die Karte des Südens mit einem gebrochenen Damm neu geschrieben, ohne ein offizielles Kommuniqué, das dies vollständig erklärt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (152 Antworten).

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