Russland startet eine Drohnen- und Raketenwelle: Kiew ohne Strom und Metro
Wie lange hält ein Stromnetz durch, bevor es komplett zusammenbricht? Die Nacht lieferte die Antwort: Die russischen Streitkräfte starteten über Nacht einen kombinierten Angriff mit Drohnen und Raketen auf Ziele in der Ukraine. Das ukrainische Energieministerium bestätigte einen massiven Angriff auf die Energieinfrastruktur des Landes. In Kiew wurden zehn Explosionen gemeldet, zwei Wärmekraftwerke wurden getroffen, und Bürgermeister Vitali Klitschko teilte mit, dass das linke Ufer ohne Strom und Wasser sei. Der Angriff wird als Reaktion auf ukrainische Drohnenangriffe gegen zivile Infrastruktur in Russland dargestellt.
Was der kombinierte russische Angriff in der Ukraine traf
Das Muster überrascht kaum noch. Projektile auf Krywyj Rih und Dnipro, mit Stromausfällen in beiden Städten und einem direkten Treffer im Wärmekraftwerk Prydniprovska. In der Region Saporischschja wurden Explosionen im Bereich des Dnepr-Kraftwerks gemeldet, und der Verkehr über den Staudamm war blockiert. Auch in den Regionen Poltawa und Tscherkassy gab es Einschläge. Und in der Hauptstadt führte dies zu einem Zusammenbruch des Verkehrs am linken Ufer, wobei die Metro und mehrere Züge wegen Strommangel unterbrochen waren.
Bemerkenswert ist nicht der Stromausfall selbst, sondern seine Wiederholung. Jede Welle ähnelt der vorherigen, und immer mehr Haushalte leben in ständiger Angst vor dem nächsten Schlag.
Die Logik des Austauschs: Ein Raffinerie-Angriff hat Folgen
Die russische Seite rahmt die Operation als Antwort auf ukrainische Drohnen ein, die in den letzten Wochen Raffinerien und zivile Anlagen auf russischem Gebiet getroffen haben. Dies ist die Argumentation, die einen der Beiträge im Thread zusammenfasst: Wenn man eine Raffinerie angreift, kann man nicht erwarten, dass der Gegenschlag ausbleibt. Die häufigste Lesart unter denen, die den Konflikt nüchtern betrachten, ist arithmetisch: Jede Aktion findet eine stärkere Reaktion, und wer die Rechnung eröffnet, trägt oft die größere Last.
Dieses instabile Gleichgewicht spaltet die Meinungen. Einige verteidigen, dass die Ukraine mehr Hilfe hätte erhalten sollen und können, um den Widerstand aufrechtzuerhalten. Andere entgegnen, dass das Land diesen Weg gewählt habe und dass Verhandlungsmöglichkeiten längst verstrichen seien. Beide Lager bestehen nebeneinander, ohne nachzugeben, und keine Bewegung hängt von den Ereignissen dieser Woche ab.
Warum das Stromnetz und nicht nur die Front bombardiert wird
Stromangriffe sind keine Laune. Der Vergleich, der diese Tage kursiert, zieht laut einem Teilnehmer der Debatte die Parallele zum Zweiten Weltkrieg: Die Alliierten bombardierten Deutschland Tag und Nacht, doch die Produktion von Kraftstoff, Waffen und Munition ging weiter, und um jeden Meter Boden wurde gekämpft. Diese Analogie soll suggerieren, dass die Ukraine mit externer Unterstützung noch standhalten kann. Gleichzeitig nährt sie die Gegenposition: Dass das eigentliche Ziel die Heimatfront, die Sarracena und der Winter sind.
Ein Argument fasst die unbequemere Seite zusammen, in den Worten eines anderen Forumsnutzers: Die Bevölkerung schluckt vieles, aber keinen Hunger. Daher sind das Stromnetz und die Versorgung zum Prioritätsziel geworden. Das ist nicht überraschend. Wenn sich die Front nicht bewegt, versucht man, den Gegner durch die Magengrube zu brechen.
Die Kosten des Wiederaufbaus und wer sie zahlt
Jeder solche Angriff fügt Nullen einer Rechnung hinzu, deren Schuldner noch unklar ist. Die Prognose unter den Pessimisten im Thread lautet, dass nach Ende des Krieges jemand das wieder aufbauen muss, was nicht von Russland besetzt ist, und dass dies der europäische Steuerzahler sein wird. Der zusätzliche Verdacht, laut demselben Kommentar, ist, dass ein Großteil des Geldes in Gebühren verloren geht, angesichts der Einschätzung der Korruptionsgeschichte des Landes.
Es ist keine neue Debatte, aber jede Welle befeuert sie neu. Hilfe kostet. Wiederaufbau kostet mehr. Und kein Amtsträger wagt es, die Summe bei einer Wahlkampfveranstaltung zu nennen.
Ukrainische Mobilisierung und Risse an der Heimatfront
Während die Energieversorgung zusammenbricht, bleibt die andere Front im Land offen. Es kursiert die Version, zugeschrieben einem Kontakt in der Ukraine und nicht überprüft, dass das maximale Alter für die freie Ausreise für Männer auf 18 Jahre gesenkt wurde, mit der Begründung, dass man befürchte, die Jüngsten könnten sich auflehnen, und man sie lieber an die Front schicken wolle. Hinzu kommt, dass Polizeikräfte in großer Zahl rekrutiert werden, um mögliche Unruhen einzudämmen. Dies sind unbestätigte Aussagen, die jedoch mit einem Klima zunehmenden Drucks auf die Bevölkerung übereinstimmen.
Der Winter, die Dunkelheit und die Rekrutierung bilden einen Cocktail, den die offizielle Propaganda nur schwer handhaben kann.
Ein Austausch ohne einfachen Ausweg
Nur wenige Dinge erzeugen so viel Konsens unter distanzierten Analysten wie das Offensichtliche: Jeder Schlag gegen die Heimatfront des anderen multipliziert den nächsten. Wer zivile Ziele auswählt, akzeptiert, dass er selbst zum Ziel wird. Und wer verspricht, dass ein Stromausfall nichts ändert, sollte eine Nacht im Dunkeln verbringen.
Das Licht wird zurückkehren, wie schon oft zuvor. Was unklar bleibt, ist, wie viele weitere Rechnungen Europa zahlen wird, während es über Frieden, Drohnen und Benzin diskutiert. Zu diesem Zeitpunkt unterschreibt selbst der Optimistischste keine Prognose mehr.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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