Roulette ist nicht zu schlagen: Das System kontrolliert nur, wie viel man verliert

Das europäische Roulette nimmt 2,7 % jedes Einsatzes, das amerikanische 5,26 %. Kein System schlägt es: Es verwaltet nur, wie viel man verliert, bevor man aufsteht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Roulette ist nicht zu schlagen: Das System kontrolliert nur, wie viel man verliert
Roulette ist nicht zu schlagen: Das System kontrolliert nur, wie viel man verliert

Das Casino braucht nicht zu betrügen. Die Null genügt. Beim europäischen Roulette frisst diese grüne Zahl 2,7 % jedes Einsatzes; beim amerikanischen, mit der Doppelnull, steigt der Biss auf 5,26 %. Wer auch immer spielt, was auch immer gesetzt wird, das Haus kassiert seine statistische Gebühr bei jedem Wurf. Die interessante Frage ist nicht, wie man gewinnt, sondern wie viel man bereit ist zu verlieren, bevor man den Tisch verlässt.

Die Null als unvermeidliche Maut

Die meisten Systeme, die im Internet verkauft werden – und die Online-Casinos großzügig bewerben – sind Varianten der Martingale: auf Rot oder Schwarz setzen, nach jedem Fehlschlag verdoppeln und darauf hoffen, dass die Serie bricht, bevor das Geld ausgeht. Das Problem ist arithmetischer Natur. Eine Serie von zwanzig aufeinanderfolgenden Roten ist keine Fantasie: Sie ist vorgekommen. Und wenn sie vorkommt, verwandelt sich die Pogre 1-2-4-8-16-32-64-128-256 in eine Rechnung über Tausende von Euros, um einen einzigen Chip zurückzugewinnen.

Zwei Mauern bremsen jede Pogre. Die erste ist das Tischmaximum: Kein Casino erlaubt unbegrenzte Einsätze. Die zweite ist die Brieftasche des Spielers. Mit beiden Grenzen ist die Martingale keine Strategie, sondern ein Countdown.

Das System der zehn Chips auf dem Papier

Gegen diesen angekündigten Ruin kursiert eine bescheidenere Methode, die nicht verspricht, die Bank zu schlagen, sondern nur den Schaden zu verwalten. Man notiert zehn Einsen in einer Spalte. Bei jedem Einsatz addiert man die beiden Enden der Liste und setzt diesen Betrag auf ein Dutzend. Gewinnt man, streicht man die Enden durch und fügt am Ende das Doppelte des Einsatzes hinzu. Verliert man, streicht man die Enden einfach durch.

Das Ergebnis ist eine Buchführung, die endloses Verdoppeln verhindert und den maximalen Verlust auf die zehn Anfangschips begrenzt. Wer sie verteidigt, behauptet, dass man mit dem Dutzend, das gerade in einer Serie ist, und einem rechtzeitigen Rückzug in fünfzehn Würfen beachtliche Gewinne ansammeln kann. Die vollständige Rechnung, Wurf für Wurf, zeigt, dass der Vorteil weiterhin beim Haus liegt, aber der Spieler weiß zumindest, wie viel er verlieren kann.

Die Pelayos und die Legende vom kaputten Roulette

Die Familie Pelayo wurde berühmt, weil sie in den achtziger und neunziger Jahren in den Casinos gewann. Ihre Methode war nicht mathematisch: Sie bestand darin, schlecht kalibrierte Kessel zu erkennen, bei denen bestimmte Zahlen häufiger erschienen, als sie sollten. Die Casinos reagierten, indem sie Tische neu austarierten und Kessel rotieren ließen. Die Legende des Casinos von Peralada – ein Deutscher, der eine Vermögen gewann, indem er immer auf denselben Sektor setzte – erklärt sich durch einen Angestellten, der die Muttern des Roulettes lockerte, damit die Kugel dort landete, wo es passte. Es war kein Glück, es war Sabotage.

Der raffinierteste Fall kam mit dem Physiker Edward Thorp, der ein System entwarf, um die Geschwindigkeit der Kugel und die Drehung des Kessels zu messen und die wahrscheinlichsten Zahlen zu schätzen. Jahre später wurde in London ein Team verhaftet, das mit Handykameras Bilder an einen externen Computer übertrug, der per SMS die zu setzenden Zahlen schickte, noch vor dem ne va plus.

Der einzige mögliche Vorteil: nicht spielen

Die Schlussfolgerung, die die ernsthaftesten Analysen teilen, ist unbequem: Ohne einen fehlerhaften Kessel oder ein Vorhersagegerät bietet das Roulette keinen Vorteil für den Spieler. Jedes Wettsystem ist nur eine Art, den erwarteten Verlust über die Zeit zu verteilen. Das Management der Bankroll ändert die mathematische Erwartung nicht, es entscheidet nur, ob der Spieler mit etwas in der Tasche geht oder mit nichts.

Börse, Poker oder Terminmärkte ermöglichen es, den Zufall durch Information und Können zu reduzieren. Das Roulette nicht. Es ist ein Negativsummenspiel, verkleidet als Unterhaltung. Die Frage ist also nicht, welches System man verwenden soll, sondern warum überhaupt noch jemand eines sucht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (24 Antworten).

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