Renault Twingo Legend: E-Auto unter 20.000 Euro

Renault verspricht ein Elektroauto unter 20.000 € vor Förderung: Der Twingo Legend kommt frühestens 2026 mit 10 kWh Verbrauch pro 100 km. Die Batterie bleibt die große Frage.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Renault Twingo Legend: E-Auto unter 20.000 Euro
Ein Renault-Elektroauto für weniger als 20.000 Euro: Frühestens ab 2026

Renault hat angekündigt, ein Elektroauto für unter 20.000 Euro vor staatlichen Förderungen auf den Markt zu bringen, um das Preisniveau von Verbrennern zu erreichen. Das Modell wird eine kostengünstige Version des Twingo sein, umbenannt in Twingo Legend. CEO Luca de Meo präsentierte es als das Auto, das «die Spielregeln» in der Produktpalette des französischen Konzerns ändern werde.

Mit einer Länge von unter vier Metern ist es ein reiner Stadtflitzer. Es wird weder 2024 noch 2025 erscheinen: De Meo versprach eine Entwicklung «in Rekordzeit von zwei Jahren», was den Marktstart auf 2026 oder Anfang 2027 festlegt. Zuvor kommen bereits die neuen elektrischen Renault 5 und Renault 4 sowie der Scenic E-Tech.

Was ist der Twingo Legend und wie hoch ist sein Verbrauch?

Renault hat kaum Details verraten: Weder Plattform, Leistung noch Batteriekapazität sind bekannt. Nur der Preis und ein Datenpunkt wurden enthüllt, den die Marke als ihren Trumpf ansieht. Laut Renault bietet der Twingo Legend den niedrigsten Verbrauch seiner Klasse: 10 kWh pro 100 Kilometer, also 6,3 kWh weniger als der aktuelle elektrische Twingo, ein Kleinwagen mit 82 PS und 190 km Reichweite im kombinierten WLTP-Zyklus.

Auf Basis dieser Zahl berechnet der Hersteller, dass das zukünftige Modell die 300-Kilometer-Reichweite im Stadtverkehr deutlich übertreffen könnte. Eine weitere bestätigte Zahl ist die Rate: Er soll für weniger als 100 Euro monatlich im Leasing mit Kaufoption erhältlich sein. Alles andere sind vorerst nur Versprechen der Präsentation.

Der Industrieplan hinter dem Preis: Ampere und die 40%-Kostensenkung

Der Twingo wird eines von sieben Elektroautos sein, die Renault bis 2031 über seine Division Ampere produzieren wird. Der bekannte Zeitplan umfasst die genannten R5, R4 und Scenic sowie die später folgenden Segmente C und D. Ampere plant einen Umsatz von 10 Milliarden Euro im Jahr 2025 mit 300.000 Einheiten aus vier Modellen und will 2031 mehr als 25 Milliarden Euro erzielen, bei einer Million Einheiten und einer operativen Marge von über 10 %.

Dieses durchschnittliche Wachstum von 30 % stützt sich auf eine Kostensenkung von 40 % beim Übergang von der ersten zur zweiten Generation der Elektroautos zwischen 2027 und 2028. Die Aufschlüsselung: 50 % weniger Kosten bei Batterien, 25 % bei Motoren, 15 % beim Chassis und weitere 50 % bei Produktion und Logistik. Nissan und Mitsubishi haben sich verpflichtet, bis zu 800 Millionen in Ampere zu investieren; Qualcomm prüft einen Einstieg. Der Börsengang ist für das erste Halbjahr 2024 geplant. Die erklärte Ambition ist die Herstellung von «intelligenten Smartphones auf Rädern».

Der 20.000-Euro-Twingo gegen den Rest des Marktes

Der Preisvergleich macht die Ankündigung interessant. Nach einer im Diskurs kursierenden Berechnung kostet ein MG4 27.480 Euro ohne Moves-Förderung (spanische Subvention) und ohne Finanzierungs-Rabatt, der mit einem effektiven Jahreszins von 14 % verbunden wäre. Der Twingo spricht von 20.000 Euro vor Förderung: 7.500 Euro weniger. Wenn dies stimmt, ist der Unterschied erheblich. Wenn nicht, bleibt die Ankündigung nur Prospektwerbung.

Hier liegt der Knackpunkt. Renault hat kein festes Produktionsdatum genannt, den Innenraum nicht gezeigt und nicht erklärt, wie man ein Elektroauto zu diesem Preis herstellen kann, ohne das zu opfern, was Kunden von einem Auto erwarten. Die Marke besteht darauf, nach Abschluss ihrer Restrukturierung wettbewerbsfähiger und flexibler als ihre asiatischen Konkurrenten zu sein, obwohl De Meo vermied, den Twingo-Preis direkt mit der Offensive chinesischer Hersteller in Europa zu verknüpfen.

Die Batterie und der Wiederverkauf: Wo die Analyse ins Stocken gerät

Der Skepsis gegenüber günstigen Elektroautos liegt ein Name zugrunde: Degradation. Manche behaupten, dass eine Batterie nach sieben Jahren im besten Fall 20 % ihrer Reichweite verloren hat, und andere berechnen, dass sie nach neun Jahren nicht einmal mehr für die Fahrt zum Nachbarort taugt. Dem entgegen steht das Argument, dass die Lebensdauer einer Batterie nicht in Kilometern, sondern in Ladezyklen gemessen wird, und dass es bereits Tesla Model 3 gibt, die in drei oder vier Jahren 500.000 Kilometer zurückgelegt haben.

Die Ungewissheit, die niemand löst, betrifft Autos, die ungenutzt altern. Ein Verbrenner kann 30 Jahre alt werden und 100.000 Kilometer auf dem Buckel haben. Wenn eine Batterie das aushält, ohne durch bloßen Zeitverlauf zu degradieren, würde sich das Geschäft ändern; wenn nicht, tritt das Problem des Wiederverkaufs auf: Wer zahlt für ein fünf Jahre altes Elektroauto mit 80.000 Kilometern Laufleistung?

Der Mittelweg der Plug-in-Hybride

Gegenüber reinen Elektroautos befürworten einige den Plug-in-Hybrid als vernünftigen Kompromiss. Das meistzitierte Beispiel ist der Chevrolet Volt und sein europäisches Pendant Opel Ampera, mit einer Bruttobatterie von etwa 16 kWh, von denen nur weniger als 10 genutzt werden, und einem Benzinmotor, der als Generator fungiert, während die Batterie weiter arbeitet. Diese Befürworter argumentieren, dass solche Fahrzeuge sehr hohe Laufleistungen ohne nennenswerte Batterie-Degradation erreichen.

Die Lücke zu einem konventionellen Hybrid ist enorm: Ein Toyota Prius hat eine Batterie von 1,31 kWh, nicht einmal ein Zehntel davon. Der Plug-in-Prius von 2023 bietet 163 PS im Elektromodus und 223 PS kombiniert. Der Haken bleibt derselbe: Laden. Und die Installation einer Ladestation in einer Gemeinschaftsgarage ist keine einfache Wandmontage: In einigen Fällen übersteigt das Budget 6.000 Euro, bevor auch nur ein Kilowatt bezogen wurde.

Was noch unbeantwortet bleibt

Renault hat eine Zahl und ein ungefähres Datum genannt. Der Rest ist Verpflichtung: Verbrauch, Reichweite im Stadtverkehr, monatliche Rate. Die Zahlen des Industrieplans klingen auf dem Papier solide, stützen sich aber auf noch nicht realisierte Kostensenkungen und eine zweite Generation von Elektroautos, die erst 2027 oder 2028 kommen wird.

Die Frage, die die Ankündigung offenlässt, ist nicht, wie viel der Twingo Legend kosten wird. Sondern wie viel er wert sein wird, wenn er fünf Jahre alt ist und 80.000 Kilometer gelaufen hat. Bis jemand einen verkauft und jemand dafür zahlt, bleibt diese Rechnung ohne Antwort.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (203 Antworten).

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