Quarkcoin: Der Krypto-Klon, der nach Litecoin auf den Markt kam

Ein Bitcoin-Klon versprach Transaktionen in 30 Sekunden, erfordert für den Kauf jedoch zunächst den Erwerb von Bitcoin.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Quarkcoin: Der Krypto-Klon, der nach Litecoin auf den Markt kam
Quarkcoin: Der Kauf der neuen Kryptowährung erfordert zunächst Bitcoin

Kann man Quarkcoin mit Kreditkarte oder per Banküberweisung kaufen? Nein. Damit scheitert bereits die erste Frage, die sich jeder stellt, der sich mit der Materie befasst. Um Quark zu besitzen, muss man zuvor Bitcoins kaufen, und um Bitcoins zu erhalten, muss man ein Konto bei einer Exchange eröffnen und warten. Das gesamte Narrativ der „freien Währung“ stößt auf diese erste Hürde: Bitcoin lässt sich nicht direkt per Karte oder Überweisung kaufen, wie ein Teilnehmer zusammenfasste. Der tatsächliche Weg führt erst über Bitcoin, dann über Quark, und über eine Wallet, die vielen zu viel wird.

Diese Reibung ist der Hintergrund einer Euphorie, die Ende 2013 längst nicht mehr nur ein Phänomen zweier Währungen war. Aus Bitcoin entstand Litecoin. Von Litecoin folgten die Klone. Und der Letzte, der hinzukam, war Quarkcoin.

Was Quarkcoin ist und wie es sich von Bitcoin und Litecoin unterscheidet

Das wiederholte technische Argument ist konkret: Quarkcoin nutzt eine Methode des Six-Way-Hashing und bestätigt Transaktionen in etwa 30 Sekunden, im Gegensatz zu den Wartezeiten von Bitcoin und Litecoin. Die Anzahl der ihm zugeschriebenen Verschlüsselungsschichten — sechs, also fünf mehr als bei Bitcoin — ist eines der ständig wiederholten Verkaufsargumente. Einige behaupten, im Einklang mit Keiser, dass der Markt nicht mehr bipolar wäre, sondern in ein BTC/LTC/QRK-Paradigma übergehen würde, wobei Quark als notwendiger dritter Pfeiler eines instabilen Zweisystems fungiert. Dies ist jedoch eine These und kein bewiesener Fakt.

Der restliche Reiz ist psychologischer Natur und liegt im Preis. Da es sich um eine Währung mit einer enormen Anzahl emittierter Einheiten und einem niedrigen Einzelwert handelt, wird sie als leicht zu rechtfertigender spekulativer Kauf präsentiert: Für sehr wenig Geld erwirbt man „viele“ Münzen. Der Hype war bereits messbar: Quark wurden laut Diskussionen im Thread für fast 50 Cent auf eBay verkauft.

Wie man Quarkcoin kauft: Erst Bitcoin, dann eine Exchange

Der vollständige Weg sieht wie folgt aus: Zuerst eine Exchange, die mit Fiat-Geld arbeitet, um Bitcoins zu erwerben. Danach eine andere Exchange — Bter wird am häufigsten genannt — in der keine Euro oder Dollar verwendet werden, sondern nur Kryptowährungen, um diese Bitcoins gegen Quark zu tauschen. Schließlich müssen sie auf eine eigene Wallet gesendet werden, was unter Linux die Auseinandersetzung mit dem offiziellen Client und dessen Synchronisierung erfordert — ein langsamer Prozess, den Nutzer als ebenso mühsam wie bei Bitcoin beschreiben.

Hier zeigt sich das Detail, das weniger Geduldige entmutigt: Es gibt Leute, die direkt fragen, ob jemand Quark verkauft, ohne den ganzen Kreislauf zu durchlaufen, und es gibt Antworten, dass die Operation nach dem Einstieg besser funktioniert als erwartet. Die Barriere ist nicht der Preis. Es ist das Verfahren.

Blase oder Hype? Die genannten Zahlen

Die am häufigsten zitierte Prognose ist, dass Quark 1 Dollar pro Einheit erreichen könnte, was seine Marktkapitalisierung auf etwa 245 Millionen bringen würde, was immer noch weit unter den 800 Millionen von Litecoin zu diesem Zeitpunkt lag. Andere kursierende Zahlen sind aggressiver: 50 Dollar in zwei Jahren. Niemand stützt dies mit einem Modell. Wenn man fragt, ob Berechnungen dahinterstecken, findet man keine.

Der Kontrast der Szenarien ist nützlich. Das optimistischste nimmt an, dass die Einführung durch große Exchanges und chinesische Plattformen den Preis in die Höhe treiben würde. Das vorsichtigste erinnert daran, dass die schnelle Wertsteigerung einer Kryptowährung auch ihre Schwachstelle ist: Eine Währung, die zum Bezahlen dient, sollte stabil sein, und keine dieser Währungen ist es. Der Vergleich mit der staatlichen Lotterie wird in verschiedenen Nachrichten wiederholt: Eine Chance von 1 zu 100.000, einen Preis zu gewinnen, gegenüber einer diffusen Wahrscheinlichkeit, „etwas zu gewinnen“.

Quarkcoin zu Hause minen: Das CPU-Argument

Ein weiterer hervorgehobener Unterschied ist das Mining. Im Gegensatz zur spezialisierten Hardware, die Bitcoin erfordert, kann Quark mit einem handelsüblichen Prozessor generiert werden: drei oder vier Münzen pro Tag mit einem mittelmodernen Computer. Dies ist die attraktivste und zugleich am schwersten zu verifizierende Behauptung, da sie von der Hardwareleistung und der Netzwerkstärke zu jedem Zeitpunkt abhängt. Sollte dies dauerhaft zutreffen, hätte jeder mit einem Laptop eine Einkommensquelle.

Parallelen zu Briefmarken, zeitgenössischer Kunst und Schneeballsystemen

Der grundlegende Einwand ist nicht technischer Natur. Jahrzehntelang verdienten Menschen Geld mit Investitionen in Briefmarken, mit hohen Renditen für diejenigen, die rechtzeitig verkauften. Dasselbe galt für zeitgenössische Kunst. Dass ein Markt den Ersten Gewinne beschert, beweist nicht, dass es sich nicht um ein Schema handelt, bei dem der Letzte die Party bezahlt. Der Trick jedes Schneeballsystems besteht darin, früh einzusteigen, fasste ein Teilnehmer zusammen, und geklonte Kryptowährungen bieten genau das: die Illusion, der Erste zu sein.

Die Parallelen zur Immobilienblase tauchen immer wieder auf, mit dem gleichen Ritual: Wer nicht eingestiegen ist, wartet auf den Absturz, um zu lachen, und wer eingestiegen ist, wartet auf den Anstieg, um es allen zu zeigen. Wenn die erste große Währung korrigiert, wird der Rest aus Panik in einer Kettenreaktion einbrechen, behauptet ein Teil der Analyse. Der andere erinnert daran, dass Bitcoin weniger als einen Dollar wert war und niemand weiß, was mit den Klonen passieren wird.



Letztendlich bleibt die ursprüngliche Frage unbeantwortet und wird das wahrscheinlich auch bleiben. Der Kauf von Quarkcoin im Jahr 2013 erforderte das Erlernen eines dreistufigen Verfahrens: Bitcoins besorgen, sie auf einer Exchange gegen Quark tauschen und sie in einer eigenen Wallet speichern. Das erfordert viel Vertrauen für eine Währung, die eine Wertsteigerung verspricht. Oder wenig Vertrauen, je nachdem, wie sich der Preis seitdem entwickelt hat.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (102 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver