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Portugal: 47,7 Prozent der Neuzulassungen im September waren E-Autos
Ein Forumsnutzer behauptet, dass im September 47,7 Prozent der Neuzulassungen in Portugal E-Autos waren, gegenüber 26,8 Prozent von Januar bis August. Das größere Frankreich liege bei 42 Prozent.
Portugal: 47,7 Prozent der Neuzulassungen im September waren E-Autos
Im September waren in Portugal 47,7 Prozent der neu zugelassenen Autos reine Elektrofahrzeuge, so eine Zahl, die in der Debatte kursiert. Was in Spanien wie eine Schlagzeile aus der Fiktion klingen würde, hat im iberischen Nachbarland wie ein Schlag gegen den Nationalstolz gewirkt. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Die einen feiern es als Beweis, dass die Energiewende voranschreitet, die anderen tunen es als statistisches Trugbild eines kleinen Landes ab, in dem angeblich „eine Waschmaschine reicht, um von Lissabon nach Porto zu fahren“.
Die erste offene Front ist die Methodik. Die Septemberzahl fällt mit dem Ende von Teslas drittem Quartal zusammen, was den Monat durch aufgestapelte Auslieferungen aufbläht. Betrachtet man den Zeitraum Januar bis August, sinkt der Anteil reiner E-Autos auf 26,8 Prozent. Und wer die Plug-in-Hybride hinzurechnet, kommt auf über 60 Prozent. Drei Zahlen, drei Erzählungen.
Warum Portugal vorne liegt und Spanien nicht
Die meistgenannte Erklärung ist nicht die Geografie, sondern die Steuerpolitik. Nach Angaben eines Teilnehmers erhalten portugiesische Unternehmen beim Kauf von E-Autos für Flotten vollen Vorsteuerabzug, Befreiungen von der Kfz-Steuer und eine begünstigte Behandlung des Dienstwagens als Sachlohn. So könnten ganze Flotten auf einen Schlag erneuert werden. In Spanien funktioniere dieser Kanal nicht mit derselben Intensität.
Dazu kommt die Bürokratie. Portugiesische Anreize werden zügig angewendet; hier wartet der Käufer monatelang. Und dann der Kraftstoffpreis: Benzin kostet etwa 50 Cent mehr pro Liter als in Spanien, was selbst Skeptiker zum E-Auto treibt.
Das Distanzargument: Waschmaschine oder Auto?
Das spanische Gegenargument ist immer dasselbe: die Entfernungen. Portugal ist klein und langgestreckt; in Spanien stehen Fahrten von 1.500 Kilometern an einem verlängerten Wochenende an. Eine Fahrt von Valencia nach Asturien, 2.200 Kilometer in sechs Tagen, mit Ladestationen weit entfernt vom Apartment, wird als Beweis dafür angeführt, dass die Elektrifizierung hier nicht passt.
Doch die Daten widerlegen diese Ausrede: Frankreich, das größer ist als Spanien, liegt im September bei 42 Prozent E-Autos, so ein Forumsnutzer. Und Australien und Neuseeland liegen bei rund 20 Prozent. Die Entfernung erklärt nicht alles.
Der politische Hintergrund: Pilingui, der Arbeitgeberverband und der Stolz
Die Sache ist politisch infiziert. Manche verknüpfen die guten E-Auto-Verkäufe mit der schwächenden Nachfrage nach russischem Öl, andere erwidern, die Begeisterung für Portugal sei reiner Triumphalismus auf Kosten eines fremden Landes. Die Diskussion driftet dahin, ob das E-Auto überlegen ist oder eine ideologische Zwangsmaßnahme.
Unterdessen steht die Zahl fest, die niemand bestreitet: Portugal liegt seit Jahren vorn. Und Spanien blickt mit seinen Entfernungen, seiner Bürokratie und seinem Diesel weiter missgünstig hinüber.
Mit diesen Steuer- und Preisvorteilen müsste die spanische Elektrifizierung eigentlich von allein an Fahrt aufnehmen. Tut sie aber nicht. Wenn Portugal im nächsten Quartal nachlegt, muss man aufhören, über die Größe zu reden, und anfangen, über Anreize zu sprechen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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