Tesla zeigt einen Roadster, der mit SpaceX-Schubdüsen springt und fünf Sekunden Schub erlaubt
Ein Auto, das vom Asphalt abhebt, in der Luft eine Drehung macht und wieder landet. Die Szene kursiert als Demonstration des neuen Tesla Roadster, mit vier von SpaceX entwickelten Raketendüsen am Heck und einer Beschleunigung von 0 auf 60 mph in 0,81 Sekunden. Die Ankündigung kommt mit einem Versprechen, das nach Science-Fiction klingt, und mit einer unbequemen Frage, die aufkommt, sobald man einen Blick auf das Datenblatt wirft: Wie lange hält das Ding eingeschaltet durch?
Die Antwort lautet den branchenüblichen Berechnungen zufolge: fünf Sekunden. So lange können die Düsen laufen, bevor die Druckluft aufgebraucht ist. Danach ist das Auto wieder ein sehr teurer Elektrosportwagen mit einem Kompressor, der Stunden braucht, um die Tanks wieder zu füllen. Die Demonstration beeindruckt. Der Nutzen ist vorerst offen.
Was genau wurde vorgestellt
Die Präsentation zeigt einen Roadster mit vier Raketendüsen am Heck, entwickelt von SpaceX, die das Auto vom Boden abheben und in der Luft drehen können. Das Video enthält eine Beschleunigungsdemo mit 0 auf 60 mph in 0,81 Sekunden – eine Zahl, die ihn zum schnellsten Auto der Welt machen würde, wenn sie sich unter realen Bedingungen bestätigt.
Das System funktioniert mit Druckluft. Die Düsen stoßen Luftstrahlen aus, die es dem Fahrzeug ermöglichen abzuheben, in engen Kurven am Asphalt zu haften oder sich in der Luft zu überschlagen. Es ist kein raketenbetriebener Verbrennungsmotor, sondern ein System, das Luft unter Druck ansaugt und ausstößt. Das erklärt, warum das Auto eine Rampe wie eine Fliege hochklettern kann, aber auch, warum die Dauer durch die Kapazität der Tanks begrenzt ist.
Der Zaubertrick hat seinen Reiz. Als technologische Demonstration ist es eine Schaufenster. Als kommerzielles Produkt sieht es anders aus.
Fünf Sekunden Schub und 700 Kilometer weniger Reichweite
Die Zahl, die die Fantasie entzaubert, ist die Dauer. Die Düsen halten fünf Sekunden durch. Danach muss man Stunden warten, bis der Kompressor die Drucklufttanks wieder gefüllt hat. Dabei sinkt die Reichweite der 200-kWh-Batterien, die unter normalen Bedingungen für 1.000 Kilometer reichen würden, auf 300 Kilometer. Der Kompressor frisst den Rest.
Das heißt, das Auto verbrennt 700 Kilometer Reichweite, um fünf Sekunden Spektakel zu bieten. Das Verhältnis zwischen Energiekosten und praktischem Nutzen lässt sich außerhalb einer Rennstrecke oder Technikmesse kaum rechtfertigen. Und das ohne den Lärm zu berücksichtigen: Die Düsen erzeugen zwischen 100 und 110 Dezibel, ein Pegel, der in einer Wohnstraße alles andere als dezent wäre.
Das Problem mit den Reifen und der Druckluft
Die Beschleunigung von 0,81 Sekunden wirft eine weitere mechanische Frage auf. Normale Reifen sind nicht darauf ausgelegt, diese Art von Drehmomentübertragung ohne Zerfall zu verkraften. Die Antwort, die kursiert: Sie wären massiv, aber selbst dann hielten sie nur wenige Vollgasstarts durch. Bei einem konventionellen Tesla halten die Reifen mit Glück etwa 30.000 Kilometer. Mit diesem System würde die Zahl drastisch sinken.
Auch Druckluft birgt Risiken. Ein Strahl mit hohem Druck kann Steinchen vom Asphalt aufwirbeln und auf Fußgänger oder Fahrzeuge schleudern. Ein Grund mehr zu glauben, dass dieses System im öffentlichen Straßenverkehr nicht zugelassen sein wird. Die Demonstration ist eine Übung in technologischer Leistungsfähigkeit, keine Vorschau auf das, was man auf der M-30 sehen wird.
Wie viele Autos werden gebaut und zu welchem Preis?
Die Pläne, über die gesprochen wird, deuten auf eine sehr begrenzte Stückzahl mit dem Antriebssystem hin. Sie werden nicht zulassungsfähig sein, und ihr Preis entspräche einem Wolkenkratzer in Dubai. Der Rest der Produktion wird aus konventionellen Sportwagen ohne Düsen bestehen, die leistungsmäßig weiterhin eine Wucht sein werden, aber nicht durch die Luft springen.
Es ist dasselbe Muster wie bei anderen Präsentationen der Branche: ein Showcar für die Schlagzeilen und eine deutlich bodenständigere kommerzielle Version für die Händler. Der Unterschied: Hier gehört zum Spektakel ein fliegendes Auto, wenn auch nur für fünf Sekunden.
Die Skepsis gegenüber der Aktie und der Erzählung
Die Präsentation hat nicht alle überzeugt. Manche erinnern daran, dass Tesla eine Reihe unerfüllter Versprechen angehäuft hat: der Hyperloop, die autonomen Taxis, die die Straßen fluten sollten, die Elektro-Lkw, die die Diesel ersetzen sollten, die Roboter, die die Schuftarbeiten erledigen sollten, die Solardachziegel, die Powerwall in jedem Haushalt, der 40.000-Dollar-Cybertruck. Die Liste ist lang, und das Muster wiederholt sich.
Andere weisen darauf hin, dass die Aktie auf dem Niveau von 2021 notiert, mit einem KGV von 350 – das entspricht dreieinhalb Jahrhunderten Gewinn, um den Preis zu rechtfertigen. Die Präsentation des fliegenden Roadster liest sich in diesem Kontext eher als weitere Imageoperation denn als industrieller Fortschritt. Ein Unternehmen, das nicht einmal einen sichtbaren manuellen Türgriff in seine Autos einbauen kann, widmet sich solchen Trugbildern.
Die Demonstration funktioniert. Das Auto springt, dreht sich und beschleunigt. Fünf Sekunden lang. Danach muss es stundenlang ans Stromkabel, um wieder bereit zu sein. Das ist die verstörende Zahl: Die spektakulärste Technologie der Automobilwelt hält gerade so lange wie ein schlechter Quickie.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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