Plug Power: Kursanstieg ohne Gewinn

Fetuccini analysiert Plug Powers Kursrally von 9 auf 67 Dollar trotz fehlenden Bruttogewinns seit 2010 und beleuchtet Partnerschaften mit Renault, Airbus und Walmart.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Plug Power: Kursanstieg ohne Gewinn
Plug Power: Kursanstieg ohne Gewinn

Plug Power beweist, dass an der Börse die Bilanz nicht immer das Maß aller Dinge ist. Das Unternehmen für Wasserstoff-Brennstoffzellen stieg von rund 9 Dollar auf über 67 Dollar – mit einer Finanzlage, die ein konservativer Anleger sofort verwerfen würde. Laut Fetuccini hat die Firma seit mindestens 2010 keinen einzigen Dollar Bruttogewinn erzielt. Anders gesagt: Sie verdient mehr Geld, wenn sie einfach in der Sonne sitzt.

Und dennoch steht der Kurs da. Die Aktie legte in einer Sitzung um mehr als 7 % zu, dann um 8 %, danach um 12 % und 15 %. Das Muster wiederholt sich: Vertrag, Kurssprung, Vertrag, Kurssprung. Die naheliegende Frage lautet: Ist dies ein Unternehmen oder nur eine Versprechung mit Ticker-Symbol?

Was ist Plug Power und warum schießt der Kurs?

Plug Power stellt Wasserstoff-Brennstoffzellen und Elektrolyseure her. Der Umsatz konzentrierte sich zunächst auf Gabelstapler – ein unspektakuläres, aber reales Segment. Von dort aus unterzeichnete das Unternehmen Verträge, die jeden Anstieg rechtfertigen – oder zumindest begleiten.

Die Liste der Ankündigungen ist lang: eine Bestellung im Wert von 172 Millionen Dollar eines Fortune-100-Kunden, ein Abkommen mit Walmart, die Entwicklung dreier Wasserstoff-Lieferwagen mit Renault, eine Studie mit Airbus zur Dekarbonisierung des Luftverkehrs, der Bau der weltweit größten Elektrolyseur-Fabrik in Queensland gemeinsam mit Fortescue sowie ein Handelsabkommen mit Lhyfe zur Entwicklung von Grünwasserstoff-Anlagen in Europa. Hinzu kommt eine neue Mega-Fabrik mit einem Investitionsvolumen von 125 Millionen Dollar und 377 Mitarbeitern.

Jede Schlagzeile trieb den Kurs nach oben. Die Ergebnisse von 2020 übertrafen die Erwartungen, und das Unternehmen hob seine Ziele für 2021 und 2024 an. Bei einem solchen Wert ist das fast so wichtig wie der Gewinn selbst.

Die Bilanz passt nicht zum Kurs

Hier liegt das Problem. Fetuccini argumentiert, dass Plug Power seit über einem Jahrzehnt keinen Bruttogewinn erwirtschaftet. Ein Teilnehmer merkt an, dass das Unternehmen – wie viele Small-Cap-Tech-Firmen am Nasdaq und im OTC-Markt – durch Kapitalerhöhungen, staatliche Subventionen und hochverzinsliche Privatdarlehen überlebt.

Dies ist das klassische Modell der Branche, so der Forennutzer: Wer gesunde Tech-Aktien sucht, wird keine enormen Gewinne machen, aber auch kein Vermögen verlieren. Wer den großen Coup sucht, akzeptiert, dass das Unternehmen jedes Quartal Verluste machen kann und trotzdem seinen Wert vervielfacht. Das Referenzbeispiel ist genau PLUG: Trotz quartalsweiser Verluste erreichte die Aktie einen Anstieg von 1000 %.

Die offene Frage bleibt, ob der Markt die Zukunft bewertet oder einfach nur die Erzählung. Diese Zweifel lassen sich nicht durch eine Bilanz klären.

Wasserstoff versus Lithium: Nicht dasselbe

Ein häufiges Missverständnis ist die Gleichsetzung von Wasserstoff und Lithium. Es sind unterschiedliche Technologien. Wasserstoff ist nicht Teil der Batterie; er speist die Brennstoffzelle, die Energie erzeugt. Diese Energie wird anschließend in Lithium- oder anderen Batterien gespeichert, um sie an Motor und Fahrzeugsysteme zu verteilen.

Der theoretische Vorteil liegt beim Tanken: Mit Wasserstofftankstellen geht es so schnell wie bei Benzin, ohne die Wartezeiten beim Laden. Der Nachteil ist, dass diese Infrastruktur kaum existiert. Wasserstoff ist fast unbegrenzt verfügbar, aber das Verteilnetz fehlt.

Diese Debatte ist entscheidend. Sie bestimmt, ob Plug Power ein Energieunternehmen der Zukunft ist oder ein Laborversuch mit Ablaufdatum.

Tatsächliche Rendite und Risiko

Die optimistischen Zahlen sind schwindelerregend: eine Rendite von 50 % im letzten Monat, 150 % im Jahr und 2500 % in fünf Jahren. Wer bei 9 Dollar eingestiegen ist und gehalten hat, verfügt heute über einen Sicherheitspuffer, der ruhige Nächte ermöglicht.

Hier zeigt sich der Unterschied zwischen Investor und Spekulanten. Die Aktie durchlief Kurse von 40, 41, 42, 65 und 67 Dollar. Jedes dieser Niveaus wurde entweder als gebrochener Widerstand oder als gefährliches Allzeithoch interpretiert. Die Volatilität ist extrem. Manche verkauften bei 67 Dollar und kehren nicht zurück. Andere kauften bei Rücksetzern nach, weil sie das Unternehmen beruflich kennen.

Der am häufigsten gegebene Rat, sogar von Überzeugten: Kaufen Sie nicht auf Höchstständen. Klingt offensichtlich. Fast niemand hält sich daran.

Diversifizieren oder nicht diversifizieren?

Die Wasserstoffbranche besteht nicht nur aus Plug Power. Ballard Power, SFC Energy und Bloom Energy werden als Alternativen innerhalb desselben Themas genannt. Die empfohlene Strategie ist die Streuung des Kapitals auf mehrere Werte, wobei größeren und etablierteren Firmen höher gewichtet werden.

Manche Portfolios enthalten bis zu 50 Werte, darunter Namen wie Indutrade, Shake Shack, Dollar General, Facebook, Galaxy Resources, Fulgent Genetics oder Restaurant Brands.

Was jetzt passieren könnte

Plug Power hat bewiesen, dass es stark steigen kann, ohne Gewinne ausweisen zu müssen. Es hat auch gezeigt, dass es ebenso leicht korrigieren kann. Verträge kommen weiterhin zustande, und der Markt honoriert sie, aber die Bilanz hat sich nicht geändert.

Die Wette auf Wasserstoff ist langfristig angelegt. Das Problem ist, dass der Markt nicht immer geduldig ist, und das Unternehmen hat noch keine buchhalterischen Gründe geliefert, die Geduld rechtfertigen würden. Bis dahin wird die Aktie weiter tun, was sie am besten kann: sich bewegen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (229 Antworten).

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