Peak Oil im Verborgenen: Die These, die 2020 und 2022 erklärt

2020 sank die Nachfrage um 8,5 Millionen Barrel pro Tag, und der Preis stürzte ab. Die Hypothese des verwalteten Peak Oil erklärt, warum.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Peak Oil im Verborgenen: Die These, die 2020 und 2022 erklärt
Peak Oil im Verborgenen

Die weltweite Förderung von billigem Erdöl erreichte 2018-2019 ihren Höhepunkt, und wer davon wusste, beschloss zu schweigen. Seitdem macht eine Hypothese in Wirtschaftsforen die Runde: Jedes Jahr werden zusätzlich 1 bis 1,5 Millionen Barrel pro Tag benötigt, um das normale Wachstum zu stützen, und das System beginnt, sie nicht mehr liefern zu können. Die Frage ist nicht mehr, ob es Öl gibt, sondern wie lange man so tun kann, als passiere nichts.

Die Lockdowns von 2020 passen wie angegossen in diese Erzählung. Die Nachfrage fiel um rund 8,5 Millionen Barrel pro Tag, der größte jemals verzeichnete Jahresrückgang, und im April lag sie 29 Millionen unter dem Vorjahr. In der Parallelwelt, die diese Analyse entwirft, bedeutet das, dem System mehrere Jahre Nachfragewachstum auf einen Schlag zu schenken. Und mit einem perfekten Nebeneffekt: Der Preis stürzte ab, die Lager füllten sich, und die Öffentlichkeit schloss auf ein Ölüberangebot. Das künstliche Überangebot verschleierte die strukturelle Knappheit.

Von der Pandemie zum Krieg: Der Vorwand wechselt

Als die gesundheitliche Ausrede verbraucht war, erschien die Ukraine. Die Überlegung ist einfach: Wenn der Bürger sieht, wie Benzin, Diesel, Gas oder Düngemittel teurer werden, braucht er eine Erklärung, die nicht „das Öl geht zur Neige" lautet. Der Krieg liefert sie. Man muss nicht beweisen, dass jemand ihn provoziert hat; es genügt, dass die Regierungen ihn nutzen, um eine bereits bestehende Energiebeschränkung zu verwalten. Das ist die schwache Version der Hypothese – und die, die die wenigsten Annahmen erfordert.

Die Energiezange wird durch den Iran vervollständigt. Europa verliert das billige russische Gas und bindet sich an US-Flüssiggas; China und Indien hängen vom Rohöl ab, das durch die Straße von Hormuz kreuzt. Den Golf unsicher zu halten verteuert das Öl der Konkurrenten, ohne einen einzigen Krieg gewinnen zu müssen. Und im Hintergrund der Dollar: Wer das marginale Öl kontrolliert, kontrolliert die Nachfrage nach Dollars und damit die Finanzierung der US-Schulden.

Die Prognosen, bei denen es ums Geld geht

Die Analyse bleibt nicht bei der Geopolitik stehen. Sie wagt eine Reihe von Prognosen mit Anlegerlogik. Erstens werden die Staatsschulden nicht zurückgezahlt: Sie werden ewige Anleihen, weil das strukturelle Wachstum, das sie tragfähig machte, nicht mehr existiert. Zweitens erledigt die Inflation die Drecksarbeit: Bei einem Zins von 1 % und Preissteigerungen von 3, 4 oder 5 % verliert der Gläubiger jedes Jahr Kaufkraft, ohne dass jemand einen Zahlungsausfall erklärt.

Drittens hört das Geld auf, neutral zu sein. Es wird eine Bewirtschaftungswirtschaft über dem Markt geben: Preis, Genehmigung und strategische Priorität. Millionen zu besitzen garantiert nicht mehr, Öl, Gas, Uran oder Halbleiter kaufen zu können, wenn der Staat entscheidet, dass sie woandershin gehen. Viertens entsteht eine Rationierung für Reiche: Das Grundlegende bleibt erschwinglich, und das Überflüssige wird durch steigende Tarife zum Luxus. Niemand verbietet etwas; der Überfluss wird nur verteuert.

Wohnen als Ablenkungsmanöver

Es gibt einen Nebeneffekt, den die Analyse mit Genuss hervorhebt: Der Anstieg der Immobilienpreise bei Millionen leerer Wohnungen dient der Tarnung. Wenn die Mittelschicht verarmt und schlechtere Lebensbedingungen akzeptiert, geht die Energiebeschränkung im Lärm des Mietmarkts unter. Der größte Immobilienspekulant Spaniens, so heißt es, sei der Staat selbst.

Das Szenario hat Befürworter und Kritiker. Die Befürworter verweisen darauf, dass es verstreute Fakten erklärt: den Nachfragerückgang, die Förderkürzungen, die extreme Volatilität, die beschleunigte Elektrifizierung, die städtischen Autoverbote. Die Kritiker entgegnen, dass ein Nachfragerückgang nicht sagt, warum er eintritt: Es kann eine echte Transformation oder eine einfache Rezession sein. Und sie erinnern daran, dass die OPEC bis 2030 einen Rückgang von 20 Millionen Barrel pro Tag bei einem Verbrauch von gut 150 erwartet.

Der Punkt, an dem die Analyse stockt

Die Diskussion spitzt sich zu, wenn das übliche Leugnen einsetzt: Öl sei unendlich, ständig würden neue Felder entdeckt, alles sei nur Theater. Die Antwort ist die einzige, die zählt: Selbst wenn das Rohöl unendlich wäre – wenn die Eliten glauben, dass es das nicht ist, handeln sie, als ginge es zur Neige. Und damit ergibt die Hypothese wieder Sinn. Das Problem ist nicht geologisch; es ist eines der Wahrnehmung und der Macht.

Bleibt die unbequeme Frage. Wenn die offizielle Erzählung seit Jahren eine Knappheit verwaltet, die sie nicht beim Namen nennt – ist dann noch jemand übrig, der die Daten ansieht, ohne um Erlaubnis zu bitten? Die Antwort ist vorerst dieselbe wie die beim Rohöl: immer weniger.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (222 Antworten).

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