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Paraguay: +198% Anstieg bei digitalen Nomaden
Asunción führt das Wachstum digitaler Nomaden mit +198% in 2025 an. Territoriale Besteuerung, niedrige Lebenshaltungskosten und extreme Hitze bilden die Realität hinter dem Trend.
Paraguay: Das Steuerparadies verzeichnet ein 198%-Wachstum unter digitalen Nomaden
Ein Spanier mit Wohnsitz in Paraguay beschreibt das Land ungeschönt: „Der Sommer ist die Hölle, es ist das heißeste Land Südamerikas, ein Paradies für Insekten.“ Ein anderer, der eine lokale Partnerin hat, schwärmt dagegen von ihr als wunderbarer, einfacher und liebevoller Frau. Zwischen diesen beiden Eindrücken pendelt eine Diskussion mit 147 Antworten über 553 Tage hinweg zu einer Frage, die immer mehr Menschen laut stellen: Lohnt sich der Umzug nach Paraguay?
Der Auslöser ist ein objektiver Datenpunkt. Die Plattform nomads.com stuft Asunción als das weltweit am schnellsten wachsende Ziel für digitale Nomaden ein, mit einem +198% im Jahr 2025, noch vor Da Nang (+167%) und Kapstadt (+156%). Das Land verkauft sich seit Jahren als Steueroase des Südens und fügt nun die Erzählung vom einfachen Unternehmertum hinzu. Das Problem ist, dass diese Erzählung auf die Kleingedruckte stößt.
Was Paraguay denen bietet, die mit Geld kommen
Das steuerliche Argument wird am häufigsten angeführt. Paraguay wendet ein territoriales System an: Es werden nur Einkünfte besteuert, die innerhalb des Landes erwirtschaftet wurden. Was im Ausland verdient wird – zum Beispiel in Panama – geht nicht durch die spanische Finanzverwaltung (Hacienda). Für einen digitalen Selbstständigen oder einen Investor mit ausländischen Einkünften kann die Ersparnis erheblich sein.
Hinzu kommt, dass Unternehmensgründungen günstig sind. Wer dort länger lebt, fasst es so zusammen: Das Land ist fruchtbarer Boden, weil „alles neu ist“. Grundstücke sind erschwinglich, es gibt große Flächenangebote und die Bürokratie, wenn auch langsam, erstickt nicht. Die Aufenthaltsgenehmigung ist relativ leicht zu erhalten, und die Lebenshaltungskosten ermöglichen den Kauf von Immobilien in guten Gegenden von Asunción mit weniger Kapital als in jeder europäischen Hauptstadt.
Der dritte Pfeiler ist die Sicherheit, oder zumindest deren Wahrnehmung. Im Vergleich zur Mordrate in Barcelona, die eine private Berechnung auf 0,9 pro 100.000 Einwohner schätzt, liegt die Rate in Paraguay zwischen 7 und 8. Sie ist höher, ja, aber deutlich niedriger als in anderen Ländern der Region. In Asunción jedoch ist private Sicherheit allgegenwärtig: Wachen an den Gehwegen, Stacheldraht an Mauern, Kameras überall und bewaffnete Sicherheitskräfte in Geschäften. Eine Landschaft, die viel über das Modell aussagt.
Hitze, Moskitos und private Gesundheitsversorgung
Wer dort mehrere Jahre gelebt hat, verkauft kein Paradies. Das Klima ist die erste Hürde: extreme Hitze mit hoher Luftfeuchtigkeit, Insekten aller Art und Dengue-Fieber. Das öffentliche Gesundheitssystem ist schwach, daher zahlen jene, die können, für private Versorgung. Die Bürokratie für ernsthafte Angelegenheiten ist langsam und frustrierend.
Das demografische Profil passt auch nicht zum Bild, das manche projizieren. Der Großteil der Bevölkerung bezeichnet sich als mestizisch, und es gibt ein weit verbreitetes Problem mit Fettleibigkeit. Guaraní wird unter Einheimischen gesprochen und ist für Außenstehende unverständlich. Das soziale Leben, oberflächlich höflich, wird undurchsichtig, wenn man etwas erledigen muss.
Das Thema, das niemand schriftlich festhalten will
Ein Teil der Diskussion driftet in Richtung des affektiven Marktes. Manche behaupten, paraguayische Frauen seien zugänglicher und anspruchsvoller als Europäerinnen, andere führen dies auf ein historisches demografisches Ungleichgewicht zurück. Andere widersprechen mit Daten: Die Mehrheit sei übergewichtig, das soziale Leben geschlossen und das eigentliche Interesse wirtschaftlicher Natur. Die vollständige Abrechnung, mit konkreten Fällen und Kostenzahlen, findet sich in der Quelle.
Was klar hervortritt, ist das Profil der Ankommenden: Männer mittleren Alters, mit Ersparnissen, die ein Land suchen, in dem ihr Geld weiter reicht und ihr Sozialleben einfacher wird. Die schwebende Frage ist, ob dies ein Lebensprojekt ist oder eine Flucht mit Verfallsdatum.
Mit einem Wachstum von 198% bei digitalen Nomaden ist Paraguay kein Geheimnis mehr. Unklar bleibt jedoch, ob die Ankömmlinge auch bleiben. Jener, der vor vier Monaten nach Brasilien ging, fasst es zusammen: „Wenn es dir irgendwo nicht gut geht, gehst du woanders hin.“ Paraguay ist vorerst dieses „Woanders“.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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