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Spanien: Neue Beitragspflicht für Selbstständige
Neues System bindet Beiträge an reale Gewinne ab 2023. Mindestbeitrag bei 231 Euro, hohe Einkommen zahlen mehr.
Neues Beitragssystem für Selbstständige in Spanien: Zahlung nach realem Gewinn
Die Wahl der Beitragsbasis für Selbstständige endet. Das Königliche Dekret 13/2022 führt ab dem 1. Januar 2023 ein neues System im RETA (spanisches Rentensystem für Selbstständige) ein, das die Basis an den beim Finanzamt erklärten realen Gewinn bindet. Es gibt eine dreijährige Übergangsphase und eine vollständige Umsetzung, die laut Diskussion erst 2030-2031 erfolgen soll. Wer weniger als den Mindestlohn verdient, zahlt entsprechend seinem tatsächlichen Einkommen. Wer viel verdient, kann nicht mehr den Mindestsatz zahlen und den Rest behalten. Das ist das Ende des „Selbstständigen nach Wunsch“.
Der Rahmen ist kein Zufall: Die Reform erfüllt eine Bedingung für europäische Fonds und gleicht die Beiträge für Selbstständige an EU-Standards an. Bisher wählte der Selbstständige eine Basis zwischen Minimum und Maximum unabhängig vom Einkommen. Dies ermöglichte es Profis mit hohen Gewinnen, den Mindestsatz zu zahlen – unmöglich für ihre europäischen Kollegen mit gleichen Umsätzen.
Von freier Wahl zu Einkommensstufen
Der Kernwandel: Statt einer selbstgewählten Pauschale wird nun auf Nettoeinkommen abgerechnet, definiert durch Artikel 308.1 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes und aus der Steuererklärung berechnet. Details sind wichtig. Die Stufentabelle spricht von monatlichem Einkommen, die Berechnung basiert aber auf jährlichem Nettoeinkommen; diese Verwirrung ist die erste Falle bei der Kalkulation.
Für jene, die bisher über ihrem IRPF-Anspruch (Einkommensteuer) zahlten – oft bei Modulbesteuerung –, gibt es einen Ausweg. Die sechste Übergangsbestimmung erlaubt, die am 31. Dezember 2022 gültige Basis beizubehalten, auch wenn sie höher ist als die neue Berechnung. Der Druck sinkt, aber nur durch die Hintertür.
Stufen 2023 und die 231-Euro-Grenze
Für Geringverdiener zeigt die Tabelle ein Minimum, das in kursierenden Berechnungen bei 231 Euro pro Monat liegt, über vielen früheren Beiträgen. Die Bilanz ist bitter: Offiziell sollte niedrige Einkommen entlastet werden, doch die Rechnung zeigt Beiträge, bei denen sich Arbeit kaum lohnt. Die Referenz-Minimalbasis bleibt bei 960,60 Euro, was etwa 12.000 Euro jährlichem Nettoeinkommen entspricht.
Ein anderer Punkt ändert sich zeitlich. Die Flat Rate von 60 Euro endet am 31. Dezember 2022 und weicht einem neuen Bonussystem. Dies ist für Gründer das Wichtigste, wurde aber wenig erklärt.
Wer gewinnt und wer verliert?
Eine im Thread verbreitete Berechnung zeichnet ein unbequemes Bild. Rund zwei Millionen Selbstständige zahlen weniger, sinkend von ca. 300 auf 200 Euro, während fast eine Million mehr zahlt, steigend von 300 auf ca. 450 Euro bei monatlichem Netto über 6.000 Euro. Die Spanne hängt von der Stufe und späteren Anpassungen ab.
Eine Strömung sieht dies als gerechte Beitragsreform, andere als versteckte Steuererhöhung für kleine Betriebe. Die komplette Berechnung zeigt Unterschiede, die überraschen, wer nur eine leichte Anpassung erwartete.
Paralleler Weg für Kammermitglieder und Vorsorgekassen
Die Debatte wird komplex bei Angehörigen von Berufsverbänden, die nie im RETA waren. Ärzte, Anwälte oder Ingenieure können über soziale Vorsorgekassen (ergänzend zur Pflichtversicherung) vorsorgen. Die Arbeitsinspektion prüft seit Jahren Selbstständige ohne RETA- oder Kassenbeitritt.
Im neuen System werden alle Einkommen addiert, egal ob registriert. Das RD 504/2022 verlangte die Meldung aller Tätigkeiten bis zum 31. Oktober 2022. Für Gesellschafter ohne bestimmtes Einkommen gilt die Minimalbasis Gruppe 7 des Regimes General – dieses Jahr 1.166 Euro, vorübergehend auf 1.000 Euro reduziert.
Alter, Belastung und die Falle der letzten Stufe
Häufigste Kritik betrifft nicht heute, sondern in zwanzig Jahren. Ein Selbstständiger kann mit 60 nicht dieselbe Last tragen wie mit 40. Sinkt der Umsatz, sinkt die Basis. Diese Endstufe bestimmt die Rente, und hier drückt die Reform am meisten.
Die Analyse scheitert dort, wo sie begann: Wie wird Überzahlung ausgeglichen, wer fällt durch die Kassen-Lücke, und was hält die nächste Steuererklärung aus?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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