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Online-Anlagebetrug: der Streit zwischen Moderation und Zensur
Die einen fordern Moderation gegen Anlagebetrug in einer Online-Community, die anderen sehen darin Zensur. Der Streit ist weiterhin offen.
Moderieren oder zensieren: der Streit um die Säuberung von Online-Anlagebetrug
Anlagebetrug in einer Online-Community gewähren zu lassen ist ebenfalls eine redaktionelle Entscheidung. Das ist der Vorwurf eines Teilnehmers eines Börsenforums: Wer den Ort verwaltet, dulde den Betrug oder lasse sich sogar dafür bezahlen, wegzuschauen. Die Forderung nach Moderation geht von einer unbequemen Diagnose aus: Wenn die Betrogenen sich melden, trifft die Verantwortung auch den, der den Betrug zugelassen hat. Das Problem wäre nicht nur der, der heiße Luft verkauft, sondern auch der, der ihm das Mikrofon reicht.
Wer haftet für den Betrug, der in eine Anlage-Community durchsickert?
Das eigentliche Argument ist juristisch und vor allem wirtschaftlich. Manche halten dagegen, dass das Duldung von Betrug in einem privaten Raum den Administrator zum Mittäter macht, auch ohne Unterschrift. Andere verteidigen, dass jeder Nutzer einfach ignorieren kann, was ihn nicht interessiert. Manche reduzieren das Übel sogar auf die Größe der Gruppe: 786 Mitglieder, laut ihrer Rechnung, und von da an sei alles Ballast. Ein anderer Teilnehmer fasst zusammen, dass sich die Community von selbst leert: "sie putzt sich selbst, es sind immer weniger Leute". Moderation, so die Erzählung, kommt erst, wenn kaum noch jemand zu moderieren ist.
Die verschwommene Grenze zwischen Moderation und Zensur
Hier kippt das Gespräch. Eine Fraktion versteht, dass das Chaos keine Geschmacksfrage ist, sondern eine Frage von Leuten, die Müll abladen, und dass die Verwechslung beider die perfekte Ausrede ist, keinen Finger zu rühren. Die andere misstraut dem [I>Anstrich[/I]: Jedes Kontrollinstrument endet als Köder gegen die, die stören, nicht gegen die, die betrügen. Das Ergebnis ist ein unehrliches Unentschieden, bei dem alle die Freiheit beschwören und niemand die Säuberung übernimmt. Manche warnen bereits, dass die Lösung von außen nicht so aussehen wird wie das, was gefordert wurde. Für die einen ist es Zensur; für die anderen schlicht Faulheit im Gewand eines Prinzips.
Vom Massenlöschen von Nachrichten zur digitalen Identifizierung
Angesichts der fehlenden Moderation organisiert sich jeder auf eigene Faust. Ein Tool kursiert, mit dem man alle eigenen Nachrichten auf einmal löschen kann, ein Selbstreinigungs-Knopf, der den Administrator zum Zuschauer seiner eigenen Wüste macht. Es ist die individuelle Version des Grundsatzes eines anderen Teilnehmers: Wer am wenigsten schmutzt, putzt sein Haus am besten. Und ein Teilnehmer warnt, dass die Lösung nicht von innen kommen werde, sondern durch [B>eine digitale Identifizierung[/B], die, so heißt es, bereits von oben angekündigt wird. Zwischen Selbstzensur und fremder Überwachung bleibt die Mitte unbesetzt. Eine ganze Absichtserklärung.
Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, dass sich die Anlage-Communities weiter in die spalten, die eine harte Hand fordern, und diejenigen, die Zensur wittern. Die nächste Betrugswelle wird wahrscheinlich einen Schachzug erzwingen, allerdings nicht unbedingt in die Richtung, die die Lautesten verlangen. Solange das Geschäft mit der heißen Luft sich besser auszahlt als die Säuberung, werden manche weiter darauf setzen, dass sich das Chaos von selbst erledigt. Es ist ein Wagnis. Und es sieht nicht gut aus.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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