Obsession: 300 Millionen Dollar bei 750.000 Budget

Obsession, der Film des YouTubers Curry Barker, spielt 300 Millionen Dollar bei einem Budget von nur 750.000 Dollar ein. Indie-Erfolg oder Marketing…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Obsession: Die Rentabilität, die das Hollywood-Modell ad absurdum führt

Nach nur neun Tagen im Kino hat Obsession, das Regiedebüt des YouTubers Curry Barker, mehr als 300 Millionen Dollar eingespielt – bei einem Budget von gerade einmal 750.000. Die Zahl allein macht den Film zu einem der unproportioniertesten Finanzphänomene der Kinogeschichte. Doch der Erfolg ist nicht so einfach, wie er aussieht.

Die Maschine hinter dem „Indie“

Barker, bekannt für seinen YouTube-Kanal „That's a Bad Idea“, drehte den Film mit einem kleinen Team und fast handwerklichen Mitteln. Der Sprung ins Kino war jedoch nicht allein dem Mundpropaganda zu verdanken. Focus Antiestéticatures kaufte die Vertriebsrechte für eine Millionensumme, Universal übernahm den internationalen Start und Blumhouse stand als Rückhalt bereit. Das Etikett „Independent-Film“ ist damit zumindest relativiert: Die Marketingmaschinerie der großen Studios befeuerte das Phänomen. „Mit Talent und einem Trailer allein macht man keine 300 Millionen“, lautet das Fazit der Branchenanalysen.

Die Lehre für die Studios

Das Interessante an dem Fall: Hollywood kaufte ein fertiges Produkt mit eigener Stimme, statt ein von einem Komitee entworfenes Drehbuch in Auftrag zu geben. Die Sarracena ist unbequem für die Manager, die 150 Millionen für seelenlose Produktionen ausgeben: Das Publikum erkennt das Fertigprodukt. Obsession beweist, dass eine anständige Idee, umgesetzt mit knappen Mitteln, aber mit Persönlichkeit, mit den Blockbustern konkurrieren kann. Der Regisseur ging davon, im Internet Guerrilla-Filme zu drehen, dazu, am selben Tisch wie die Großen zu sitzen.

Die Kontroverse: Triumph des Talents oder des Marketings?

Nicht nur Applaus. Ein Teil der Analysen hält dagegen, dass der Film eine abgedroschene Prämisse verwertet –„sei vorsichtig, was du dir wünschst“– und dass sein Erfolg mehr auf der Werbekampagne als auf der eigentlichen Qualität beruht. Vergleiche werden mit Blair Witch Project gezogen, wobei andere einwenden, dass jener Film tatsächlich unabhängig war. Die Debatte, ob Obsession ein neues Produktionsmodell markiert oder nur eine Marketingausnahme ist, läuft weiter. Die Zahlen sprechen für sich: Die Rendite ist gewaltig.

Und was kommt danach?

Der Film hat bereits eine Flut von Nachahmern ausgelöst. Die Botschaft an Nachwuchsautoren ist verlockend: Dreh deinen Guerrilla-Film, sorg dafür, dass ein Studio ihn kauft, und mach Furore. Doch der Weg ist gesäumt von Misserfolgen, über die niemand spricht. Obsession zeigt, dass Außergewöhnliches geschehen kann, wenn Talent auf die passende Maschinerie trifft. Oder dass das Publikum schlicht die Nase voll hat von vorgefertigten Formeln. Die Zeit wird zeigen, ob dies der Anfang eines Trends ist oder eine Fata Morgana.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (93 Antworten).

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