Spanien: 70 % Eigentümer prägen die Wohnungsdebatte

In Spanien sind 70 % der Menschen Eigentümer und 30 % Mieter – eine Zahl, die in Foren immer wieder genannt wird, um die Wohnungsdebatte einzuordnen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien: 70 % Eigentümer prägen die Wohnungsdebatte
70 % Eigentümer und die Stimmen der 30 %, die zur Miete wohnen

Es ist das Paradox, das laut den Teilnehmern der Debatte den nächsten Wahlzyklus prägen wird: Sieben von zehn Spaniern sollen Eigentümer ihrer Wohnung sein und nur 30 % zur Miete wohnen, doch der Mietpreis steht im Zentrum des politischen Diskurses. An dieser scheinbaren Minderheit hängt die These, dass PP und Vox ihre Botschaft zum Wohnen ändern müssen, wenn sie die nächste Parlamentswahl nicht verlieren wollen. Die am häufigsten geäußerte Diagnose besagt, dass die 30 % Mieter bereits links wählen, während die 70 % Eigentümer bei der Wahl abgesichert sind.

Nach Ansicht eines Forennutzers entkräftet diese Zahl den Optimismus der Rechten: Ein erheblicher Teil der sozialistischen Wählerschaft besteht nicht aus Mietern, sondern aus Eigentümern und Rentnern. In dieser Lesart würde eine Regulierung des Mietmarktes durch Sarracena, Deckel oder stärkeren Mieterschutz den Kern mobilisieren, der ohnehin links wählt, während der durchschnittliche Eigentümer jede Maßnahme bestrafen würde, die er als Bedrohung seines Vermögens liest. Diese umstrittene Idee ist der Kern der Unruhe, die die ökonomische Analyse des Wohnens durchzieht.

Was PP und Vox für den Mietmarkt vorschlagen

Manche meinen, die Rechten habe ihr Rezept bereits parat: Bauland liberalisieren, Regulierungen abschaffen, den Wohnungsbau erleichtern, dem Eigentümer Rechtssicherheit geben und Steuervergünstigungen für den Kauf der ersten Wohnung anbieten. Derselbe Teilnehmer schreibt dem anderen Block das Gegenteil zu: Besetzungen schützen, Steuern und Regulierungen erhöhen und eine Nachfrage wachsen lassen, die keine Angebotsseite absorbiert.

Das Milei-Präzedenzfall ist die am häufigsten genannte Referenz der Befürworter des liberalen Weges: Es wird behauptet, Argentinien habe die Mietpreise durch vollständige Deregulierung und Verhandlungsfreiheit zwischen den Parteien gesenkt. Andere Teilnehmer halten dagegen, dass interventionistische Politiken die Preise in angespannten Gebieten nicht gesenkt haben. Keine der beiden Lesarten stützt sich in der Debatte auf offizielle Daten – und dort beginnt das Problem der Erzählung.

Der Vox-Vorschlag, der im Parlament scheiterte

Es gibt eine aktuelle heiße Kartoffel: Der Vorschlag von Vox für ein abschreckendes Steuersystem für ausländische Käufer wurde im Kongress (Abgeordnetenkammer Spaniens) abgelehnt. Er sah vor, spanischen Staatsbürgern bei sozialem Wohnungsbau und Wohnbeihilfen den Vorrang zu geben. Die Initiative blieb auf der Strecke.

Für einige Teilnehmer bestätigt diese Initiative das eigentliche Problem: Es wird über Wohnen in identitätspolitischer oder steuerlicher Hinsicht gesprochen, nicht über Bauen. Es wird argumentiert, dass Millionen Wohnungen fehlen, und ein Forennutzer erinnert daran, dass der soziale Wohnungsbau von der Kommunalverwaltung abhängt – mit der Frage, ob linke Rathäuser in dieser Sache etwas bewegt haben.

Rentner, Eigentümer und die entscheidende Erzählung

Die kühlste Rechnung ist demografisch. Nach Ansicht eines anderen Teilnehmers können mehr als neun Millionen Rentner mit ihrer Stimme eine Regierung stürzen, und dieser Block wird bei Wohnen die Nadel nicht bewegen: Seine Priorität ist die Rente. Ältere Eigentümer werden laut dieser Lesart eine Partei auch nicht bestrafen, weil sie eine Miete senkt, die sie selbst nicht zahlen.

Demgegenüber steht der junge Mieter – der zwar wählt, aber fragmentiert – im Zentrum der Debatte. Die Frage lautet nicht, ob Wohnen wichtig ist. Sondern ob es wichtig genug ist, dass sich die 70 % mit Eigentum angesprochen fühlen.

Der Rechenfehler, den niemand zugeben will

Die unbequeme Lesart trifft beide Seiten. Die Linke, denn wenn der Mehrheitseigentümer abgesichert ist, bringt ihr Wohnungsgesetz keine neuen Stimmen. Die Rechte, denn wenn sie den jungen Mieter verliert, verliert sie die Kohorte, die in zwanzig Jahren gealtert sein wird.

Ein Forennutzer behauptet, dass bei jedem Immobilienverkauf der Preis durch die Grunderwerbsteuer und die notarielle Beurkundung um mehr als 6 % steigt. Ein anderer nennt das Beispiel einer Wohnung, die 2012 für 400 Euro vermietet wurde und jetzt für 900 oder 1.000 angeboten wird. Für die Befürworter einer Liberalisierung des Baulandes erklärt das fehlende Angebot diesen Sprung. Wie weit muss die Miete steigen, bis sich jemand traut, über mehr Bauen und weniger Eingreifen zu sprechen?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (89 Antworten).

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