Der Stimmenkauf weitet sich aus: Festnahmen in Mojácar, Melilla und Katalonien
Der Kauf von Briefstimmen steht nach einer Woche voller Festnahmen in Mojácar (Almería), Melilla und Katalonien wieder im Zentrum der öffentlichen Debatte. Laut dem Beitrag, der die Diskussion eröffnet, wurden in Mojácar vier Personen wegen eines mutmaßlichen Systems massiven Stimmenkaufs festgenommen, während in Barcelona zwölf Verdächtige beobachtet werden und in Melilla, Ceuta und Katalonien neue Verhaftungen angeordnet wurden. Das Thema, das die Zuverlässigkeit des Wahlsystems betrifft, überschneidet sich mit Zweifeln an den Auszählungssystemen von INDRA und mit dem Verdacht marokkanischer Einmischung in Schlüsselgemeinden.
Der Ursprung: eine Woche voller Festnahmen und ein Vorwurf der Einmischung
Der Beitrag, der das Thema eröffnet, behauptet, der Stimmenkauf sei weit verbreitet und kein Einzelfall in Melilla. Genannt werden vier Festnahmen in Mojácar, zwölf Verdächtige unter Beobachtung in Barcelona –die meisten marokkanischer Herkunft, derselben Darstellung zufolge– sowie neue Verhaftungen in Melilla, Ceuta und Katalonien. Die These geht weiter: In den Gemeinden, in denen laut einem Marokko zugeschriebenen Bericht eine Partei Spanien schwäche und die Souveränitäts- und Kontrollinteressen des Nachbarlandes fördere, sollen organisierte Zellen für Stimmenkauf aktiv sein. Die gezogene Schlussfolgerung lautet, dass das Wahlsystem zusammen mit den Zweifeln an INDRA nicht zuverlässig ist und die Wahlen trotzdem stattfinden, weil das Ergebnis bereits feststehe.
Mojácar, Melilla und Katalonien: die Landkarte der Festnahmen
Der anfängliche Fokus liegt auf Mojácar, wo von vier Festnahmen wegen massiven Stimmenkaufs die Rede ist. Dazu kommen Melilla und Katalonien mit neu angeordneten Verhaftungen sowie Barcelona mit zwölf beobachteten Verdächtigen. Die Darstellung betont, dass es sich nicht um ein lokales Phänomen handelt: Es wiederholt sich an verschiedenen Orten des Landes und betrifft unterschiedliche Parteien. Im Fall Melilla heißt es, zwei der im Netzwerk des Wahlbetrugs Festgenommen würden untersucht, weil sie für die PP (Spaniens konservative Volkspartei) gegen Geld Stimmen geworben haben sollen, gemeinsam mit Coalición por Melilla, mit Zahlungen von bis zu 120 Euro pro Briefstimme. Die in der Debatte wiederholte Zahl vermittelt eine Vorstellung davon, welches finanzielle Volumen ein solches System in einem kleinen Wahlkreis bewegen kann.
Die Briefwahl, das schwache Glied
Die Diskussion verlagert sich schnell auf den Mechanismus: die Briefwahl. Es wird argumentiert, dass die Ausweisprüfung am Wahllokal und die anschließende Einzahlung in die Wahlurne einen Spielraum lassen, der den Austausch in der Praxis erleichtert. Manche beschreiben die Szene ironisch: Ein Briefträger liefert am Vormittag einen Umschlag mit Stimmen ab, die jemand am Vorabend manipuliert hat, und sie landen zusammen mit den anderen in der Urne. Die Folge sei, so diese Lesart, dass das System eine Blackbox ist und die Wahlen nicht sauber sind. Dem hält ein anderer Teil der Analyse entgegen, dass groß angelegter Betrug in Madrid oder Barcelona lächerlich wäre: Es genügte, in kleinen Provinzen zu agieren, wo wenige Stimmzettel genügen, um ein Mandat auf die andere Seite kippen zu lassen. Das ist das Argument des chirurgischen Betrugs, glaubwürdiger als der Massenbetrug.
INDRA, Marokko und der Schatten auswärtiger Manipulation
Der andere große Block ist technologisch und geopolitisch. Die Prüfungsfehler von INDRA werden erwähnt und mit der mutmaßlichen marokkanischen Einmischung verknüpft. Der Vergleich, der kursiert, ist Pilingui bei den US-Wahlen, nur in spanischer Version und mit Marokko als Akteur. Es wird behauptet, Mohammed VI. habe eine Operation am Laufen, um Ministerpräsident Sánchez zu retten, und in den Gemeinden, in denen sein Bericht Spanien als geschwächt darstellt, gebe es organisierte Zellen. Der Vorwurf ist schwerwiegend und wird im Material ohne Belege erhoben, prägt aber den Ton eines Großteils der Debatte. Die Antwort der anderen Seite ist direkt: Falschmeldung, Fake News, und abwarten, bis Newtral es bestätigt.
Die PP kommt ins Spiel und die Geschichte wird komplizierter
Kompliziert wird es, wenn die PP auftaucht. Zwei der im Melilla-Netzwerk Festgenommenen sollen laut zitierten Polizeiquellen untersucht werden, weil sie für die PP gegen Geld Stimmen geworben haben. Das zerstört das Bild von der „einen Partei, die Stimmen kauft“ und deutet auf ein breiteres Phänomen hin, mit unterschiedlichen Parteien und Klientelnetzwerken, die Moscheen oder lokale Sozialdienste als Anwerbungskanal nutzen könnten. Die Frage, die im Raum steht: Wer organisiert diese Netzwerke und mit welcher Finanzierung? Eine abschließende Antwort gibt es nicht, die Sache bleibt offen.
Was kann man am Wahltag tun?
Der praktischste Teil der Debatte kommt mit dem Beitrag eines Wahlhelfers, der fragt, was er tun kann, um den Wahlbetrug nachzuweisen. Die Antwort, die er erhält: nichts – der Umschlag mit den manipulierten Stimmen kommt trotzdem an und landet in der Urne. Das ist die Bestätigung, dass die Bürgerkontrolle über den Prozess begrenzt ist. Danach überschlagen sich die Vorschläge: Wahlen aussetzen, internationale Beobachter entsenden wie in Südamerika oder Afrika, die Abstimmung verschieben. Keiner wird konkret, aber alle zeigen ein tiefes Misstrauen gegenüber dem System.
Der Abschluss: wo die Analyse feststeckt
Die Debatte führt zu keinem Konsens. Die einen behaupten, der Stimmenkauf sei weit verbreitet und das System verrottet; die anderen halten es für Falschmeldungen und Massenbetrug für unmöglich. Dazwischen die Zahl von 120 Euro pro Stimme in Melilla und die zwölf beobachteten Personen in Barcelona. Vor diesem Hintergrund bleibt die unbeantwortete Frage, wie viele dieser Fälle in einer rechtskräftigen Verurteilung enden und wie viele auf der Strecke bleiben werden. Bis dahin leistet das Misstrauen seine Arbeit.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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