Nur 0,5 % der spanischen Arbeitnehmer verdienen über 92.000 € brutto
Eine einzige Zahl fasst den spanischen Arbeitsmarkt besser zusammen als jede Rede: Kaum 0,5 % der Angestellten erreichen ein jährliches Bruttogehalt von 92.000 Euro, was etwas mehr als 4.500 Euro netto pro Monat auf Basis von vierzehn Gehältern entspricht. Die nächste Stufe, vertreten durch 0,2 %, liegt bei rund 104.000 Euro brutto, bleibt aber unter 5.000 Euro monatlich netto. Zwölftausend Euro mehr brutto bedeuten weniger als 500 Euro monatlichen Aufschlag. Die Hürde wird zur Wand.
Die Diskussion beginnt mit einem Bericht der AIREF (Autonome Finanzverantwortungsbehörde), der die Steuer- und Sozialabgabenlast in bestimmten Stufen bei etwa 70 % des Gehalts ansiedelt, so ein Teilnehmer. Danach spaltet sich das Lager: jene, die argumentieren, das System entmutige Leistung, und jene, die daran erinnern, dass der Großteil der Einnahmen über die Seguridad Social (Sozialversicherung) in die Renten fließt, nicht in die IRPF (Einkommensteuer).
Was vom Brutto übrig bleibt, wenn das Netto kommt
Die im Diskurs kursierende Berechnung ist schonungslos. Ab 20.000 Euro brutto geht die Hälfte des Gehalts für Steuern und Beiträge drauf; bei 40.000 Euro nähert sich der Anteil den 60 %. Und auf das Netto kommen noch MwSt., Kraftstoff, ITP (Übertragungssteuer) oder Kfz-Zulassungskosten hinzu. Die Endabrechnung ergibt ein unbequemes Resultat: Das System belohnt den Aufstieg in die nächste Stufe nicht, es bestraft ihn.
Am anderen Ende kann ein Selbstständiger, der 120.000 Euro umsetzt — ohne MwSt. — , je nach den im Thread genannten Rechnungen zwischen 35.000 und 45.000 Euro netto behalten, allerdings für Wochenarbeitszeiten von 60 bis 80 Stunden und ohne echten Urlaub. Der Vergleich mit einem Beamten mit stabilem Gehalt taucht schnell auf, samt gegenseitigen Vorwürfen.
Der internationale Vergleich, der das Argument bricht
Der Kontrast zu anderen Märkten ist der Punkt, an dem die Erzählung Risse bekommt. Ein Gehalt von 100.000 Euro in Spanien entspräche etwa 160.000 Euro in den USA oder Großbritannien bei geringerer Steuerlast und 200.000 Euro in der Schweiz, so die Berechnungen im Thread. Das Problem, geben selbst Befürworter der Auswanderung zu, ist, dass Wohnraum in diesen Ländern ebenfalls viel teurer ist und die Entwurzelung einen Preis hat, der auf keiner Lohnabrechnung steht.
Manche weisen darauf hin, dass hochqualifizierte Talente bereits reagieren: Firmenwagen, Spesenkarten, private Krankenversicherungen und Aktienpakete als Wege, den Grenzsteuersatz zu umgehen. Es ist keine Steuerhinterziehung, sondern Vergütungsdesign. Und der Staat verliert, so diese Lesart, weil er keinen Pauschalsteuersatz eingeführt hat, der zumindest einen Teil dieser Einkünfte abschöpft.
Der Selbstständige, der 120.000 Euro umsetzt und dennoch kämpft
Die andere Seite der Debatte gehört den Selbstständigen. Ein Klempner, der 200 Euro für zweieinhalb Stunden Arbeit berechnet, wird zum wiederkehrenden Beispiel für jene, die behaupten, die Marge existiere. Die Antwort folgt prompt: Von diesen 200 Euro müssen Material, Werkzeuge, Diesel, 21 % MwSt., 20 % IRPF, Selbstständigenbeiträge, Kfz-Steuer und das Risiko, morgen keine Arbeit zu haben, abgezogen werden.
Das Ergebnis ist eine Mittelschicht, die sich von beiden Seiten ausgequetscht fühlt. Diejenigen oben schauen laut Beschreibung genau hin, bevor sie einen Euro ausgeben, während die öffentliche Meinung sie als Privilegierte abstempelt. Die soziale Leiter, sagen sie, sei zu einer Wand ohne Sprossen geworden.
Wie viel man braucht, um in Madrid zu leben
Die im Thread geteilte Kostenaufstellung für eine dreiköpfige Familie in Madrid — Hypothek 1.000 Euro, Gemeinschaftskosten 200, IBI (Grundsteuer) 65, Versicherung 25, Instandhaltung 30, Nebenkosten 200 und Lebensmittel 500 — übersteigt 2.000 Euro vor Kleidung, Schulen, Auto oder Unvorhergesehenem. Mit 3.100 Euro zwischen zwei Personen und zwei Kindern geht die Rechnung auf, aber knapp, so der Tenor der Debatte.
Die wiederholte Schlussfolgerung: Das Problem ist nicht nur, wie viel man verdient, sondern was dieses Verdienst wert ist. Bei Gehältern, die in anderen europäischen Ländern als Standard gelten — 60.000 Euro dienen als Referenz — und einer Produktivität, die nicht mithält, wird die Diagnose zirkulär.
Wie stark müsste das Netto steigen, damit sich der Sprung in die nächste Stufe lohnt?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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