Sánchezs neue Partei: Anwältin in London und staatliche Kontrolle

Die Ankündigung von Pedro Sánchezs neuer politischer Partei löst Kritik an Miriam González Durántez' Profil und ihrer Haltung zur Einwanderung aus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sánchezs neue Partei: Anwältin in London und staatliche Kontrolle
Sánchezs neue Partei: Anwältin in London und staatliche Kontrolle

Sánchezs neue Partei hat bereits einen Namen, wenn auch keinen offiziellen: Sie heißt Miriam González Durántez. Geboren 1968 in Olmedo (Valladolid), ist sie eine auf EU-Recht spezialisierte Anwältin, die zwischen Madrid und London lebt und seit 2019 bei der internationalen Kanzlei Cohen Gresser tätig ist, nachdem sie Partnerin bei Dechert LLP war. Die in sozialen Netzwerken verbreitete Ankündigung wurde von jenen, die auf mehr als nur eine Kanzlei-Operation hofften, mit Kälte aufgenommen. Der Vorschlag, laut der Nachricht zum Tweet, lautet: „Einwanderung als Chance. Ohne Xenophobie, aber mit staatlicher Kontrolle“. Ein Satz, der nach Corporate Coaching klingt und alle möglichen Reaktionen ausgelöst hat.

Wer ist Miriam González Durántez und warum ihr Name nach einer Operation klingt

Die Wahl ist nicht zufällig. Als Anwältin mit Ausbildung im Gemeinschaftsrecht, einer Kanzlei in London und einer Karriere im Herzen der europäischen Finanzwelt passt ihr Profil zu dem, was einige als „den Zionisten-Knopf des PSOE Starmer“ beschreiben. Die Verbindung zur City und zu internationalen Kanzleien nährt die These einer Operation, die außerhalb Spaniens entworfen wurde. Einige sehen in ihrer Ernennung einen Schachzug, um die Wählerinnen zwischen 30 und 50 Jahren mit Hochschulbildung zu gewinnen – ein Segment, das laut Kritikern blind jeder Figur mit anglo-sächsischem Pedigree zustimmen würde. Ihr Profil ist jedoch nicht das einer Außenseiterin: Ihre Erfahrung in der politischen Kommunikation und ihre Verbindung zur PSOE (die spanische sozialistische Arbeiterpartei) in Andalusien, wo sie zwischen 2018 und 2019 tätig war, zeichnen eine Laufbahn, die näher am Parteiapparat als am spontanen Aktivismus liegt.

Staatliche Kontrolle und Chance: der Slogan, der nicht überzeugt

Die Botschaft von „Einwanderung als Chance“ mit staatlicher Kontrolle versucht, einen Raum zu besetzen, um den andere Parteien bereits kämpfen. Die Formel wurde jedoch mit Skepsis aufgenommen. Ein Teil der Analyse behauptet, dass die Marke Ciudadanos (eine gemäßigte Partei) erschöpft ist und dieses neue Projekt zu spät kommt. Eine andere Strömung argumentt, dass man „Krebs nicht mit Paracetamol heilen kann“, in Anspielung darauf, dass die außergewöhnlichen Maßnahmen, die die Migrationssituation erfordert, nicht mit einer Kanzlei-Rhetorik gelöst werden können. Der Vergleich mit der PP (die konservative Volkspartei), der vorgeworfen wird, diesen Raum bereits besetzt zu haben, überschattet die Debatte. Das Ergebnis ist laut Kritikern eine Partei, die nichts Neues bietet und nur eine Randnotiz bleibt.

Der London-Faktor: Kanzleien, Saunen und undurchsichtige Verbindungen

Die Verbindung zwischen Madrid, der City und bestimmten Machtzirkeln war eines der zentralen Themen der Diskussion. Es wird eine „direkte Verbindung zwischen Madrid, der City und irgendeiner Sauna“ erwähnt – eine Ironie, die das Misstrauen gegenüber den Netzwerken zusammenfasst, die in internationalen Kanzleien geknüpft werden. Die supranationale Organisation, die laut einigen die Fäden zieht, soll beträchtliche Summen ausgegeben haben, um die Kandidatin zu bewerben. Das Profil einer Anwältin mit Kanzlei in London verstärkt die Wahrnehmung einer von außen geplanten Operation, mit Namen, die nach City-Kanzleien klingen und nach Interessen, die nicht mit denen der Straße übereinstimmen.

Die Versammlung, die niemand ertragen konnte: Proge-Agenda und leere Rhetorik

Die erste Versammlung wurde als „mehr als 30 Sekunden Proge-Agenda“ und „eine steife Frau mit Größenwahn“ beschrieben. Die Kritik konzentriert sich auf den Ton: eine Corporate-Coaching-Rhetorik voller Selbstverständlichkeiten, die den Durchschnittswähler nicht erreicht. Der Vergleich mit der Rede von Matute, von Bildu (einer baskisch-nationalistischen Partei), ist aufschlussreich: Selbst eine kriminelle Rede habe, so heißt es, mehr Substanz. Die Inszenierung, bei der ein PSOE-Journalist die Regie führte, wurde als „von Radio Televisión Espantosa gesteuertes U-Boot“ bezeichnet. Das Ergebnis ist eine Kandidatin, die es nicht einmal geschafft hat, ihre eigenen Leute zu überzeugen.

Die Zukunft der Partei: Torre Pacheco oder das Vergessen?

Die alles entscheidende Frage ist, ob dieses Projekt Potenzial hat oder ob es ein Laborexperiment bleibt. Die Erwähnung von Torre Pacheco, einer Gemeinde in Murcia, als möglicher nächster Schauplatz, klingt eher nach einem Witz als nach einer Strategie. Mit einer Kandidatin, die keinen Enthusiasmus geweckt hat, und einer Botschaft, die nichts Neues bietet, sieht sich Sánchezs neue Partei einer ungewissen Zukunft gegenüber. Die Frage ist nicht, ob sie scheitern wird, sondern ob sie jemand vermissen wird.



Sánchezs neue Partei wird mit einer Last geboren: dem Gefühl, dass sie nichts weiter als eine Kanzlei-Operation ist, die darauf ausgelegt ist, eine bestimmte Wählergruppe zu gewinnen, ohne ein echtes Projekt dahinter. Die Frage ist nicht, ob sie funktionieren wird, sondern ob jemand außerhalb der Kreise, die sie entworfen haben, sie ernst nimmt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (24 Antworten).

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