Nuklear-Leugnungsthese beruft sich auf Einsteins abgelehnte Rolle im Manhattan-Projekt

Einsteins Sicherheitsfreigabe für das Manhattan-Projekt wurde 1940 verweigert. Dieses Faktum nährt eine Randtheorie, dass Atomwaffen nie existierten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Nuklear-Leugnungsthese beruft sich auf Einsteins abgelehnte Rolle im Manhattan-Projekt
Einstein und die Nobelpreisträger, die die Atombombe für unmöglich hielten

Albert Einstein nahm nicht am Manhattan-Projekt teil. 1940 verweigerte der US-Militärnachrichtendienst ihm die erforderliche Sicherheitsfreigabe, sodass sein Name nicht auf der Liste der Physiker stand, die Zugang zum Labor hatten, in dem die Bombe entwickelt wurde. Aus diesem Datenpunkt ist eine wiederkehrende These gewachsen: Dass Einstein eine nukleare Waffe für unmöglich hielt und daraus ableitet, dass sie nie existiert hat.

Der logische Sprung ist enorm, doch es gilt, Fakten von Erzählungen zu trennen. Die Gleichung E=mc² beschreibt die bei einer Kernreaktion freigesetzte Energie; sie enthält keine Anweisungen zum Bau eines Geräts. Und wer bezweifelt, ob Einstein die Möglichkeit der Bombe glaubte, steht vor einem Problem: Der Brief an Roosevelt, unterzeichnet 1939, warnte den US-Präsidenten davor, dass das nationalsozialistische Deutschland möglicherweise an einer solchen Waffe arbeitete. Einen Staatschef vor etwas zu warnen, das gebaut werden kann, ist keine Leugnung seiner Baubarkeit.

Welche Rolle spielte Einstein im Manhattan-Projekt?

Seine Verbindung zur Bombe ist ein durch Ruhm geschürtes Missverständnis. Er beteiligte sich nicht an der Entwicklung, saß nicht an den Tischen der Designentscheidungen und die geforderte Sicherheitsfreigabe wurde 1940 verweigert. Sein Beitrag bestand darin, den Brief von 1939 zu unterzeichnen, ein Dokument, das Washington dazu drängte, angesichts der Angst vor deutschen Wissenschaftlern zu handeln.

Die Verwirrung speist sich aus der berühmtesten Gleichung der Geschichte, die erklärt, woher die Energie kommt, aber nicht, wie das Gerät zusammengebaut wird. Zu behaupten, das gesamte Projekt sei ein Betrug zur Umleitung von Geldern gewesen, ist eine Behauptung ohne dokumentarische Grundlage.

Angst, der erste Test könnte die Atmosphäre entzünden

Vor dem ersten Test in New Mexico plagten mehrere beteiligte Physiker eine heute nach Science-Fiction klingende Furcht: Dass die Detonation eine Kettenreaktion auslösen könnte, die Stickstoff und Sauerstoff der Atmosphäre in Lachgas verwandelt und alle tötet. Dennoch bleibt die Anekdote als Erinnerung daran, dass Unsicherheit das Projekt vom ersten Tag an begleitete.

Es kursieren Berichte über deutlich höhere Ausbeuten als vorhergesagt, einschließlich Vergleichen – oft ohne große Genauigkeit –, wonach ein Gullydeckel schneller als die Voyager-Sonde geschleudert wurde.

Wie Uran komprimiert wird, um zu detonieren

Der beschriebene Mechanismus ist einfach zu formulieren, aber schwer auszuführen: Radioaktives Uran wird durch konventionelle Sprengstoffe stark komprimiert, sodass die durch Zerfall freigesetzten Neutronen neue Zerfälle in benachbarten Atomen auslösen und eine exotherme Kettenreaktion starten. Die chemische Explosion liefert nicht die Endleistung: Sie presst das Material nur bis zur Kritikalität.

Hierüber herrscht Uneinigkeit. Manche halten das Design für unplausibel und sehen keinen Beweis; andere argumentieren, dass Kritikalitätsberechnungen, Neutronenphysik und Zeugenaussagen der Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki kollektiv kaum fälschbar sind. Die Aussagen der Hibakusha mit ihren Verbrennungen und Folgekrankheiten passen am schlechtesten zur Fabrikationsversion. Auch Tschernobyl wird als Beweis angeführt, dass Strahlung existiert, Bomben aber nicht – eine Logik, die der Analyse nicht standhält.

Warum vergleicht man die Explosion des Hafens von Beirut mit Hiroshima?

Weil dies der am häufigsten wiederholte Vergleich der Ausbeuten ist. Die Hafenexplosion von Beirut wurde mit einer Kilotonne gleichgesetzt und verbrannte etwa 2.700 Tonnen Material. Hiroshima, die bescheidenste nukleare Waffe im bekannten Katalog, liegt 15 bis 20 Mal darüber. Um diese Leistung mit konventionellen Sprengstoffen zu replizieren, müsste man unter Verwendung von ONC – einem der stärksten – etwa 5.000 Tonnen an einem Bomber wie der Enola Lgtb aufhängen. Die Arithmetik lässt die Frage offen, beantwortet sie aber nicht.

Japans Kapitulation und der sowjetische Pakt

Eine weitere Front bezieht sich auf das Ende des Zweiten Weltkriegs. Es wird behauptet, Hiroshima und Nagasaki seien Inszenierungen gewesen und Japan habe kapituliert, weil die UdSSR ihren Nichtangriffspakt nicht verlängerte. Diese Version erklärt nicht, warum zwei Detonationen nötig waren oder warum, falls das Ziel die Rechtfertigung enormer Militärausgaben war – mehr als 1 % des damaligen BIP –, ein einzelner Wüstentest nicht ausgereicht hätte.

Lord Kelvin und andere gescheiterte Prophezeiungen

Das Berufung auf Autoritäten hat einen bekannten Fehler. Lord Kelvin, den die wissenschaftliche Gemeinschaft fast als Orakel behandelte, erklärte 1895, dass es unmöglich sei, Fluggeräte zu bauen, die schwerer als Luft sind. Einstein soll den Laser technisch für unmöglich gehalten und die Existenz schwarzer Löcher geleugnet haben, die heute zentral in der Astrophysik sind. Genie in einem Bereich macht niemanden unfehlbar in anderen.

Das Grundproblem ist nicht, ob Einstein irrte – er tat es –, sondern was daraus folgt. Die Mischung aus Berechnungen, Zeugnissen und Anekdoten stockt genau dort, wo Skeptizismus aufhört, technische Details zu diskutieren, und beginnt, das Objekt selbst zu leugnen. Dort gibt es kein Vorankommen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (114 Antworten).

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