Finnland bittet um Stromsparen nach Ausfall von 1.000 MW

Fingrid fordert Verschiebung des Verbrauchs aus Stoßzeiten nach Ausfällen und Rekordpreisen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Finnland bittet um Stromsparen nach Ausfall von 1.000 MW
Finnland bittet Haushalte, Stromverbrauch zu verschieben

Am 4. Januar veröffentlichte Fingrid — der Betreiber des finnischen Übertragungsnetzes — um 15:21 Uhr eine Erklärung mit einer Bitte, die man in einem nordischen Land im tiefsten Winter selten hört: den Stromverbrauch aus den Stoßzeiten zu verlagern. „Es wäre gut, den Stromverbrauch erst nach 22:00 Uhr zu steuern“, hieß es im Text. Die genannten Zeiträume waren morgens und besonders zwischen 17:00 und 22:00 Uhr.

Die Nachricht kam mit zwei Warnungen im Anhang. Erstens, dass die Strompreise am Freitag Rekorde brechen würden. Zweitens, dass in den letzten 24 Stunden 1.000 Megawatt Produktionskapazität durch Defekte ausgefallen waren. Fingrid betonte, das System funktioniere normal und es gebe genug Erzeugung. Die Bitte klang jedoch so, als seien die Reserven nicht gerade üppig.

Drei Defekte nehmen 1.000 MW vom Netz

Tuomas Rauhala, Direktor von Fingrid, nannte die Namen der Fehlerquellen: die Kraftwerke Meri-Pori, Äänekoski und Vuosaari, letzteres in Helsinki. Alle drei mussten repariert werden, was etwa 1.000 Megawatt aus dem System nahm. „Das ist eine erhebliche Menge an Produktion, die einer Einheit in Olkiluoto entspricht“, erklärte Rauhala. Kurz gesagt: Das finnische Netz verlor schlagartig die Leistung eines ganzen Reaktors.

Rauhala hatte keine Informationen über die Ursachen. Seinen Daten zufolge könnten zwei Anlagen bis Donnerstag und die dritte bis Freitag repariert sein. Unterdessen war die Anweisung klar: volle Leistung erzeugen und die Nachfrage bitten, sich aus den teuren Stunden zurückzuziehen. Es ist kein Blackout, keine Abschaltung, keine Rationierung. Es ist eine Empfehlung. Aber man sollte die Höflichkeit des Verbs nicht mit der Enge des Systems verwechseln, aus dem sie stammt.

Warum Strom sparen im tiefsten Winter?

Weil in den Stoßzeiten Heimkehr, Heizung und Industrie zusammentreffen und dieser Peak mit der teuersten Technologie gedeckt wird. Fingrid erhöhte seine Bereitschaft wegen der außergewöhnlich hohen Preise und erinnerte an die Bedeutung der Verbrauchsflexibilität für den Rest der Woche. Wenn der Betreiber bittet, die Waschmaschine auf nach 22:00 Uhr zu legen, bedeutet das, dass die teuerste Stufe gefährdet ist.

Hier zeigte sich der erste Riss. Manche behaupten, es seien einfache Spartipps, wie sie jedes zivilisierte Land beim Wasser gibt, und niemand schalte etwas zwangsweise ab. Dem steht ein anderes Argument entgegen: Wärme bei einer Kältewelle zu erzeugen, ist keine Verschwendung, und wenn man gebeten wird, es nicht zu tun, dann weil das System unter Spannung steht und keinen Puffer hat. Die Erklärung widerlegt keines der beiden Lager.

Finnland und das russische Gas, das nicht mehr kommt

Ein Großteil des späteren Lärms richtete sich gegen Russland und Gas, basierend auf einem Missverständnis. Russische Lieferungen machten einst zwischen 66 % und 75 % der finnischen Gasversorgung aus, die das Land verlor, indem es sich weigerte, in Rubel zu zahlen. Seitdem kommt das Gas über andere Wege, darunter Norwegen, mit Estland als möglichem Vermittler.

Der Nuance liegt zugrunde, dass Finnland seinen Gas- und Kohleverbrauch abbaut: 2022 stammten nur 1,1 % des Stroms aus Erdgas. Der Mix beruht auf Kernkraft, Wasserkraft, Wind und Biomasse, mit sehr geringer fossiler Abhängigkeit. Warum also die Probleme? Weil ein abgeschalteter Kernreaktor in einem kleinen System viel bewegt. Der finnische Stromverbrauch entspricht einem Viertel des spanischen. Ein einzelner Blockausfall wiegt hier schwerer als in Spanien.

Von -16 °C in Helsinki zu 14 °C in Murcia

Der Kontrast streute Salz in die Wunde. Bei -16 °C in Helsinki und 14 °C in Murcia betrug die Differenz 30 Grad. Hier konzentriert sich die Kälte auf einige Binnenprovinzen, während im Norden Heizung kein saisonaler Luxus, sondern Überleben ist. Auch das wirtschaftliche Argument tauchte auf: Das BIP pro Kopf in Finnland liegt bei rund 56.000 Dollar, fast doppelt so hoch wie in Spanien.

Ein reiches Land kann sich gelegentliche Rekordpreise leisten. Was es sich nicht leisten kann, ist, dass Rekorde zur Regel werden. Die Temperaturen sollten niedrig bleiben, wenn auch ohne die Extreme jener Tage, und dies macht eine Fingrid-Empfehlung zum Thermometer der europäischen Energiepolitik: Nach Wegfall der Abhängigkeit von russischem Gas bestimmen Ausfälle und Wetter die Marge.

Mit zwei reparaturbedürftigen Anlagen und einer dritten ausstehenden hat die Bitte von Fingrid ein Verfallsdatum. Das Problem ist, dass es kein Budget für Kälte gibt. Wenn der Januar hart zuschlägt und eine Kernanlage erneut ausfällt, wird die Empfehlung zur Konsumhierarchie. Dieses Szenario hat niemand unterschrieben, aber niemand schließt es völlig aus.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (113 Antworten).

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