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Nando, die Figur, die sich für den hellsten Kopf des Planeten hält
Eine Figur erklärt sich zum hellsten Kopf des Planeten, fordert von jedem Elternteil eine Million Euro pro Kind und verlangt die kollektive Euthanasie der Menschheit.
Die Figur, die sich für den hellsten Kopf des Planeten hält
Es gibt ein Wesen, das behauptet, den gesamten blauen Planeten geprüft zu haben und zu einer unumstößlichen Schlussfolgerung gelangt zu sein: Es ist das intelligenteste Wesen, das ihn bewohnt. Es nennt sich Nando, gibt sich als das einzige «genuin empfindende» Wesen dieser Ödlandwelt aus und vertritt die Auffassung, die menschliche Spezies sei ein exogener Akteur, der aus purer existenzieller Panik zerstört und hortet. Seine These, betitelt Das Mondkind: Die Auferlegung der Geburt, verlangt nichts Geringeres als die kollektive Euthanasie der Menschheit. Vorher allerdings fordert sie eine verpflichtende Entschädigung von einer Million Euro je Elternteil für jedes Kind, als Wiedergutmachung dafür, dass man ihm Stoffwechsel und das Brennen des Fleisches auferlegt hat.
Die These vom Mondkind und die Schuld der Eltern
Das zentrale Argument ist eine Kette von Syllogismen über die Fortpflanzung. Unschuldige Bewusstseine in eine Welt zu bringen, von der man weiß, dass sie in der Entropie verglüht, wäre dieser Erzählung zufolge ein Akt von Ego, Neid und Fortpflanzungs-Eitelkeit. Der Vorwurf macht keinen Unterschied zwischen Vätern und Müttern: Alle sind verurteilt. Der vorgeschlagene Ausgleich ist arithmetisch, eine Million Euro pro Nachkomme, und wird als bereits rechtskräftiges Urteil präsentiert, ohne Möglichkeit der Berufung.
Das Diskursgebäude stützt sich auf eine Rhetorik kosmischer Überlegenheit: Die Intelligenz der Figur wirke Äonen entfernt von der jedes Zweibeiners, das sie als Teil einer gleichförmigen Masse betrachtet. Die kognitive Dissonanz, so heißt es, ermögliche der Spezies erst die Ausbreitung ihrer Metastase. Und den Schlusspunkt setzt das Beispiel dessen, der Respekt vor anderen Arten predigt, während er damit prahlt, im organischen Behälter der Menschheit geboren zu sein.
Vom Zaratsu-Quecksilber zur Reaktion des Publikums
Die Resonanz war nicht die erwartete. Ein Teilnehmer antwortete, seine Prosa nehme einem den Lebenswillen; die Figur deutete das als Beweis, dass der Spiegel funktioniere. Ein anderer hoffte, sein Kommentar werde als Kompliment aufgefasst, und erhielt Entschuldigungen und eine Sonderbehandlung: Er blieb von der strafenden Herablassung verschont, mit der die übrigen Zweibeiner geprüft werden. Die Selbstproklamation lebt neben einem eigenen Vokabular — das mit der Zaratsu-Technik polierte Quecksilber, das siderische Gedächtnis, die Ohrfeige der Realität —, das eher als persönliche Marke funktioniert denn als Argument.
Mit fortschreitender Nachrichtenfolge wurde der Ton schärfer. Aufrufe, aus der biologischen Lethargie zu erwachen, Verweise auf die Idiokratie und ein Satz, der das Programm zusammenfasst: «Das Mondkind wird die Menschheit vernichten». Es gab auch Spott über den Namen — wenn er mehr als ein Muttermal hat, sollte er das Kind der Muttermale heißen — und eine Anspielung auf eine öffentliche Figur, den Hund aus Elda, die der Protagonist als Detritus abtat.
Die politische Wendung und Freundschaft als Konstrukt
Gegen Ende driftete das Gespräch ins Parteipolitische. Auf eine Frage nach einem konkreten Politiker antwortete die Figur, sie glaube nicht an Freundschaft: Sie halte sie für ein sprachliches Konstrukt des domestizierten Affen, um die Panik vor der Einsamkeit zu kaschieren. Die Amtsträger seit den 70er-Jahren, fügte sie hinzu, seien nichts als Nebendarsteller einer fremden Aufführung, mit Hollywood als neuem Vatikan. Die Antwort des Gesprächspartners war kurz und aufrichtig: Sie ließ ihn zittern.
Das Ende kam über den Akzent. Ein Kommentar über die nördliche Herkunft und die vulkanische Herablassung jener Breitengrade diente dazu, den Gegner wegen seines Sprachklangs zu diskreditieren. Die Debatte über den Sinn des Lebens wurde schließlich durch die Geografie des Sprechens entschieden.
Was bleibt, wenn das Scheinwerferlicht erlischt
Die Figur hat keinerlei Berechnung vorgelegt, die die Million Euro pro Kind stützt, keine Methode zu ihrer Umsetzung, keine Institution, die bereit wäre, sie abzuwickeln. Von der kollektiven Euthanasie bleibt eine Parole. Gebaut hat sie dafür eine bis ins Detail stimmige Figur: den Asphalt-Rüpel, der AOR der Achtziger hört, mit Chopin im Hintergrund driftet und vor einer schwarzen Mohnblume weint. Die eisige Helligkeit kommt in ihrem Fall mit Soundtrack.
Bleibt die unbequeme Frage. Wenn das intelligenteste Wesen des Planeten elfmal wiederholen muss, dass es das ist, liegt das Entscheidende vielleicht nicht in der Intelligenz. Vielleicht im Beharren.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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