MyInvestor: Günstige Fonds, aber instabile App

MyInvestor bietet 3,5% TAE auf Einlagen und die günstigsten Fonds am Markt, kämpft jedoch mit häufigen App-Ausfällen, Kontosperrungen und schlechtem Kundenservice.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

MyInvestor: Günstige Fonds, aber instabile App
MyInvestor: Günstige Fonds, aber instabile App

Fast 20 Monate an Erfahrungsberichten zu MyInvestor lassen sich in einem Widerspruch zusammenfassen: Manche sehen es als das Institut mit den besten Gebühren für Fonds und ETFs in Spanien, während andere es als einen Dienst beschreiben, der mit einer für eine Bank unüblichen Häufigkeit ausfällt. Beides ist wahr, und wer ein Konto eröffnet, muss entscheiden, welche Seite er akzeptiert.

Das Geld sei genauso sicher wie bei Santander, sagen Nutzer. Der tägliche Betrieb nicht. Vier Tage ohne Möglichkeit, Überweisungen zu tätigen, ein „Nur-Lese-Modus“, der alles blockiert, Kontostände, die für einige Minuten auf null fallen, und ein Telefon-Support, der nicht abhebt. Die häufigste Zusammenfassung: Es eignet sich, um einmal im Monat Geld in Fonds einzuzahlen, und sollte dann ignoriert werden.

Was bietet MyInvestor, was traditionelle Banken nicht haben?

Das Fondsangebot ist das stärkste Argument. Einige Analysen behaupten, dass kein anderes Institut in Spanien – weder Großbanken noch Wettbewerber wie R4 – eine ähnliche Vielfalt mit deutlich niedrigeren Gebühren bietet. Genannt werden Indexfonds auf den S&P 500, Geldmarktfonds, kurzfristige Anleihen, automatisierte Portfolios und sogar Bitcoin-gebundene ETFs.

Die Kosten sind der zweite Pfeiler. Bei Einlagen wirbt die Bank mit 3,5% TAE über einen Monat. Bei Krediten oder Verpfändungen liegen die Zinsen zwischen 3,5% und 5,25% TAE. Die Kreditkarte kostet 6% TAE. Ab 30.000 Euro Anlagevolumen kommen kostenlose Zeitungsabos und Rechtsberatung hinzu. Zudem sind Bizum (spanisches Echtzeit-Zahlungssystem) und Bankbescheinigungen kostenlos.

Ist es sicher, sein Geld bei MyInvestor anzulegen?

Ja, unter dem üblichen Schutzschirm. Die Deckung entspricht dem europäischen Standard: bis zu 100.000 Euro pro Inhaber, mit AndBank als assoziiertes Institut. Mehrere langjährige Nutzer – vier, sechs Jahre – berichten von keinen Problemen mit Fonds und Einlagen, abgesehen von technischen Fehlern.

Es gibt jedoch eine nützliche Unterscheidung: Als Hauptbank empfehlen es fast niemanden; als dritte Bank tun es fast alle. Das diversifizierte Portfolio über mehrere Institute hinweg ist genau die Strategie, die der ursprüngliche Fragesteller plante, der mehr als nur Einlagen suchte und einen Teil seiner Ersparnisse vorsichtig anlegen wollte.

Die App: Der wiederkehrende Schwachpunkt

Hier gibt es keine Debatte. Ausfälle sind der Hauptgrund für Beschwerden: Nicht ausgeführte Transaktionen, verschwindende Dienste und Sperren, die Stunden oder Tage dauern. Ein Betroffener beschreibt die vollständige Sequenz – Fehler, erneuter Versuch, Fehler –, bis er aufgibt.

Ein oft genannter Workaround ist der Zugriff über Inversis, die dahinterliegende Plattform. Mehrere bestätigen, dass die dortige Bedienung funktioniert, wenn die App nicht reagiert, auch wenn die Zugangsdaten nicht immer übereinstimmen. Andere deinstallieren die App, starten ihr Handy neu und versuchen es erneut. Das Grundgefühl ist unangenehm: Wenn man wirklich verkaufen muss, wird die App wahrscheinlich nicht funktionieren.

Aktien, ETFs und sich ändernde Gebühren

Hier verliert die Bank ihren Glanz. Für den Kauf von ETFs und Fonds ist sie unschlagbar, aber für Aktien gibt es günstigere Alternativen. Ein Aktienkauf wurde mit etwa 12 Euro an Börsengebühren und Provisionen beschrieben, eine Zahl, die vielen unverhältnismäßig hoch erschien. Wer häufig handelt, findet bei internationalen Brokern bessere Konditionen.

Auch Änderungen wurden eingeführt. Seit dem 1. Februar gibt es eine Mindestgebühr von 1 Euro für ETF-Käufe, was Mikro-Investitionen unrentabel macht. Stop-Loss-Orders sind zudem nur an der NYSE, Nasdaq, Xetra und der Madrider Börse verfügbar, nicht auf anderen Märkten. Für Dividenden hingegen zahlen manche Nutzer keine Gebühr bei spanischen Aktien, die für 9,63 Euro gekauft wurden.

Wie schließt man ein Konto bei MyInvestor?

Es gibt keinen Button dafür. Der telefonische Weg wird zuerst versucht und funktioniert nicht immer; die verbreitete Alternative ist, das Konto auf null zu bringen und eine E-Mail zu senden. Ein Nutzer, dessen Guthaben gesperrt war, fand lange keinen Weg, sein Geld herauszuholen, bis eine Neuinstallation der App das Problem löste.

Der Vorfall lässt eine unbeantwortete Frage offen: Wenn die Gebühren so gut sind, warum ist die Kundenerfahrung so schlecht? Das Institut sagt, es verbessere sich, und einige bestätigen, dass die neue App „gut und schnell“ sei. Andere warten noch. Mit diesem Material scheitert die Analyse genau dort, an der Frage, ob die technische Verbesserung real ist oder nur die Pause zwischen zwei Ausfällen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (160 Antworten).

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