Von GME zu Silber: Der Plan, der die AG-Aktie vorbörslich um 36 % trieb
Um 9 Uhr morgens stieg die Aktie von First Majestic Silver (AG) im Vorhandel bereits um 36,5 %. Keine Ergebnisse, keine neue Mine, kein Vertrag. Nur eine Nachricht in einer Investoren-Community mit 8 Millionen Mitgliedern, die etwas Einfaches vorschlug: GameStop ruhen lassen und auf Silber setzen. Das erklärte Ziel: Die ETFs $SLV und $AG so stark nach oben treiben, dass die physische Auslieferung des Metalls erzwungen wird und ein Preis ausgelöst wird, den viele als absichtlich gedrückt betrachten.
Das Schema hat zwei Phasen und einen Gegner: die Größe. Wenn GameStop ein Unternehmen war, das an Bedeutung verlor und nur wenige Aktien im Umlauf hatte, ist Silber ein globaler Markt, der Milliarden bewegt. Dieses zu pumpen, warnt der gesunde Menschenverstand, erfordert Kapital aus einer anderen Liga.
Die MwSt., die das Geschäft in Europa auffrisst
Der Kauf des Metalls in Europa hat eine Hürde, die nicht in Wall-Street-Filmen vorkommt: die Mehrwertsteuer. Die Besteuerung greift bei jedem Kauf von Anlage-Silber, sodass der Kleinanleger im Nachteil startet. Das Ärgernis lässt sich durch eine im Beitrag wiederholte Idee zusammenfassen: Man bestraft am Ende denjenigen, der mit dem Preis spekuliert, während die Verwaltung den Gewinn sicher einstreicht. Ein Detail, das für niemanden unwichtig ist, der dachte, der Plan sei nur ein Knopfdruck.
1980: Die Gebrüder Hunt versuchten dasselbe und scheiterten
Es wäre nicht das erste Mal. Am 27. März 1980, dem sogenannten „Silver Thursday“, versuchten Nelson Bunker Hunt und William Herbert Hunt, den Weltmarkt für das Metall zu dominieren. Sie lösten schließlich eine Verkaufspanik und eine der größten Margin-Calls der Geschichte aus. In jüngerer Vergangenheit versuchte Max Keiser dies vor einem Jahrzehnt, um JPMorgan zu schwächen, eine Bank, die beschuldigt wird, den Edelmetallmarkt zu manipulieren. Niemand schaffte es. Silber, so heißt es, ist ein harter Brocken.
Das Fieber nach physischem Metall: Aufgeld und Gedenkmünzen
Beim physischen Metall wanderte die Aufmerksamkeit schnell zur Arithmetik des Aufgelds. Die spanische Solidaritätsmünze von 30 Euro enthält 16,55 Gramm Feinsilber. Die französischen 10-Euro-Münzen der Schlümpfe mit einem Feingehalt von 333‰ enthalten kaum 5,6 Gramm, und für 59 Euro erreicht die französische 50-Euro-Münze 36,9 Gramm. Mit Versandkosten ist keine davon ein Schnäppchen. Während man in Spanien kauft, in der Hoffnung, die Münze an die Zentralbank zurückzugeben, sind die Serien in Frankreich ausverkauft und tauchen im Wiederverkauf zu einem Vielfachen ihres Nennwerts wieder auf.
Im Hintergrund steht eine Spannung, die sich nicht mit dem Taschenrechner lösen lässt: der Unterschied zwischen Papier-Silber und dem Metall, das man in einer Schublade aufbewahrt. Die Läden beginnen, ihre Bestände zu leeren, und der Mangel wird zum Signal dafür, dass sich etwas bewegt – oder einfach zum üblichen Rauschen.
Unmögliches Quorum und Dementis
Innerhalb der Community selbst gibt es Stimmen, die den Plan offen ablehnen. Mit 8 Millionen Mitgliedern ist es unmöglich, alle einig zu machen, und es erscheinen bereits Nachrichten, die bestreiten, dass es eine koordinierte Operation auf Silber gibt. Sie behaupten, das Rauschen um das Metall diene nur dazu, die Käufer von GameStop einzuschüchtern und sie zum Verkauf zu bewegen. Das Metall steigt, sagen sie, nur wegen der Kaufdrohung: Gold zieht nicht mit.
Wem die Verwirrung nützt, ist wie immer die unbeantwortete Frage. Silber bewegt sich allerdings.
Was sagen die, die es als sich selbst erfüllende Prophezeiung sehen?
Hier spricht die am häufigsten wiederholte These nicht über Fundamentaldaten: Der Börsenkurs reagiert auf Psychologie, nicht auf mathematische Formeln. Wenn eine Million Menschen glauben, dass Silber steigen wird, und darin investieren, steigt Silber. Nicht mehr, nicht weniger.
Auf der anderen Seite steht das Gegenargument: Ein großer Teil der ETFs wird nicht durch physisches Metall gedeckt, sodass der Druck niemals die Tresore erreichen würde und die Kampagne nutzlose Arbeit bliebe. Dies ist die Zweifel, die den gesamten Beitrag durchziehen, zwischen dem Kleinanleger, der eine Unze kauft, und dem, der einen Kontrakt handelt, der vielleicht gar nicht existiert.
Offener Krieg gegen den Markt oder Feuerwerk, das in einer Woche erlischt? Niemand unterschreibt es.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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