Muface: Streit um Zahlen beim Wechsel zur öffentlichen Gesundheit

Muface hat 1,5 Millionen Mitglieder; 1.007.322 nutzen private Versicherer. Der tatsächliche Wechsel zur öffentlichen Versorgung betrifft über eine Million Personen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Muface: Streit um Zahlen beim Wechsel zur öffentlichen Gesundheit
Muface zur öffentlichen Kasse: Die Rechnung geht nicht auf

Die Gesundheitsministerin behauptet, das öffentliche Gesundheitssystem sei bereit, die Muface-Mitglieder aufzunehmen. Ein entscheidender Fakt widerlegt die halbe Debatte: Laut den Daten des Systems selbst sind rund 1,5 Millionen Menschen bei Muface registriert, von denen 1.007.322 sich für private Versicherungen entschieden haben, während 32,7% bereits Leistungen über das nationale Gesundheitssystem (Sistema Nacional de Salud) erhalten. Das bedeutet, dass der tatsächliche Zustrom nicht 1,5 Millionen neue Patienten umfasst, sondern etwas mehr als eine Million. Die Differenz zwischen diesen beiden Zahlen ist die erste Falle in der Erzählung.

Das zweite Problem ist, dass die Versicherungsverträge wackeln. Adeslas, Asisa und DKV erbringen derzeit die Dienstleistungen, aber der Rahmenvertrag steht auf dem Spiel. Wenn niemand unterschreibt, fallen die Mitglieder automatisch in die öffentliche Versorgung. Die Diskussion ist voller widersprüchlicher Berechnungen: Beiträge von etwa 50 Euro monatlich, Kosten pro Mitglied und Wartelisten, die sich bereits in Monaten messen lassen.

Wie viele Mitglieder würden tatsächlich in die öffentliche Versorgung wechseln?

Die Aufschlüsselung entkräftet die oft zitierte runde Zahl. Von den Muface-Mitgliedern sind 67,3% bei privaten Versicherern, während das verbleibende Drittel bereits im öffentlichen System integriert ist. Die Auswirkungen variieren stark je nach Region: Ceuta (5,27%) und Melilla (5,13%) stehen unter dem größten Druck, gefolgt von Kastilien-León (3,12%), Extremadura (3,02%) und Andalusien (2,94%). Am anderen Ende der Skala spüren das Baskenland (0,65%), Navarra (1%) und Katalonien (1,20%) kaum Auswirkungen. Madrid liegt bei 2,24%, die Comunidad Valenciana bei 2,23%.

Einige argumentieren, dass der Übergang gerade wegen dieses Drittels, das bereits dabei ist, machbar sei. Dagegen spricht jedoch, dass das Netz bereits am Limit arbeitet und das Hinzufügen von Patienten ohne zusätzliche Ressourcen ein eleganter Weg ist, es zu belasten. Die vollständige Berechnung, Region für Region, zeigt Prozentsätze, die aufgrund ihrer Ungleichheit überraschen.

Die tatsächlichen Kosten: Beiträge, Verträge und wer die Rechnung zahlt

Der durchschnittliche Beitrag, den ein Muface-Mitglied zahlt, liegt bei rund 50 Euro pro Monat oder weniger, eine Summe, die das öffentliche System mit diesem Geld nicht decken würde. Hier liegt der Kern des Problems: Wenn das Mitglied in die öffentliche Versorgung wechselt, muss jemand die Differenz ausgleichen. Und dieser Jemand ist der Steuerzahler.

Der andere Aspekt ist das Modell. Muface ist keine reine Privatmedizin: Es ist ein Rahmenvertrag mit Versicherern, die wiederum an private Netzwerke weiterleiten. Ärzte innerhalb des Systems haben vorgeschlagen, die Zusammenarbeit mit den Versicherern zu beenden und direkt mit Krankenhäusern und Fachärzten zu kontrahieren, mit dem Argument, dies sei günstiger und qualitativ besser. Der Vorschlag, wie von ABC berichtet, zielt auf ein direktes Leistungsmodell ab, das den Zwischenhändler eliminiert.

Warum steigen die Versicherer aus?

Das Problem beschränkt sich nicht nur auf Muface. Unternehmen überprüfen ihre eigenen Krankenversicherungen: 83% bieten ihren Mitarbeitern Versicherungsschutz an, aber nur 48% übernehmen die vollen Kosten, während es 2021 noch 55% waren. Die restlichen 17% zahlen gar nichts und bieten lediglich Rabatte an. Der Trend ist klar: Die Krankenversicherung als betriebliche Leistung wird von der zahlenden Seite her abgebaut.

Wenn private Unternehmen kürzen, wird der öffentliche Vertrag mit Versicherern nicht großzügiger sein. Die schwebende Frage ist, ob der Staat am Ende mehr für denselben Service zahlen wird oder ob er einfach aufhört, ihn zu finanzieren.

Ungleichbehandlung: ISFAS, MUFACE und Mugeju

Der Vergleich zwischen den verschiedenen Beamtengruppen ist unvermeidlich. Die Guardia Civil hat ISFAS, Richter und Justizpersonal behalten Mugeju, während die Policía Nacional und zivile Beamte von Muface abhängen. Die wiederkehrende Frage lautet: Warum profitieren einige davon und andere nicht? Die offizielle Antwort ist, dass die Guardia Civil ein militärischer Verband ist, die Policía Nacional aber nicht, doch das heilt die Wunde nicht.

Manche erinnern daran, dass seit 2011 die Muface-Mitglieder bezüglich Renten im allgemeinen Regime (Régimen General) eingegliedert sind, obwohl sie weiterhin jährlich ihre medizinische Versorgung wählen können. Genau diese jährliche Wahl könnte das neue Modell eliminieren, indem es zu einer einmaligen und endgültigen Entscheidung übergeht. Das offizielle Argument ist, zuverlässigere Kostenschätzungen zu erhalten. Die tatsächliche Auswirkung wäre, dass viele dauerhaft im öffentlichen System bleiben würden.

Politischer Hintergrund: Das Gesundheitssystem belasten, um die PP zu markieren

Die politische Lesart dieser Maßnahme ist in vielen Analysen explizit: Da die Volkspartei (PP) mehrere autonome Regionen regiert, führt das Injizieren von Patienten in das öffentliche Gesundheitssystem ohne Erhöhung der Ressourcen dazu, dass der Gegner die heiße Kartoffel der Wartelisten erhält. Dieses Modell wurde in Madrid gegen Ayuso angewandt und wird nun ausgeweitet.

Die Ironie besteht darin, dass die Hauptleidtragenden die Beamten selbst wären, eine Gruppe, die dafür bekannt ist, links zu wählen. Genießen, was man gewählt hat, fasst den Groll zusammen. Und im Grunde bleibt die unbequeme Frage: Wenn das öffentliche System so gut ist, warum lässt sich die Ministerin selbst dort nicht behandeln?



Der Punkt, an dem die Analyse ins Stocken gerät: Niemand hat bisher erklärt, wie der Transfer finanziert werden soll, ohne Steuern zu erhöhen oder Leistungen zu kürzen. Ohne diese Zahl ist alles andere nur Literatur.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (170 Antworten).

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