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Spanien zahlt 12.000 Euro für 18 Monate Haft
Ein Mann erhält nach 18 Monaten Untersuchungshaft und Freispruch 12.000 Euro: 666 Euro pro Monat, weniger als der spanische Mindestlohn.
12.000 Euro für 18 Monate Zelle: Der Preis eines Justizirrtums
Was ist ein Jahr und eine halbe Freiheit wert? 12.000 Euro. Dies ist der Betrag, der laut Berichten über den Fall als Entschädigung für einen Mann aus Castellón festgelegt wurde, der 18 Monate in Untersuchungshaft saß und nach dem Prozess freigesprochen wurde. Die Anschuldigung, die ihn ins Gefängnis brachte: Missbrauch einer Jugendlichen in Vinaròs. Die Zahl, veröffentlicht durch Medien wie El Periódico Mediterráneo, steht im Zentrum der Kontroverse.
Das ist kein geringfügiges Thema. Es geht um den Preis, den der Staat für seinen eigenen Fehler festsetzt, und darum, ob dieser Preis auch nur annähernd Wiedergutmachung leistet. Angesichts der Zahlen: Nein.
Die schmerzhafte Rechnung: 666 Euro für jeden eingesperrten Monat
Ein Jahr und eine halbe sind 18 Monate. Die Division war schnell gemacht: 12.000 Euro geteilt durch 18 Monate ergeben 666,6 Euro pro Monat Einsperrung. Als Vergleich diente der gesetzliche Mindestlohn (Salario Mínimo Interprofesional), der bei 1.080 Euro in 14 Monatsgehältern liegt. Für den Mindestlohn zu arbeiten, mit Urlaub, Sozialleben und dem Recht auf Ausgehen, ist rentabler.
Später kamen Nuancen hinzu. Gegenüber jenen, die Pflichtverteidiger, Gerichtsvollzieher und Gebühren von der Summe abzogen, wurde darauf hingewiesen, dass Entschädigungen nach Urteilen nicht der Einkommensteuer unterliegen und bei einem Freispruch keine Kosten auferlegt werden. Der Betrag würde sauber beim Empfänger ankommen. Steuerfrei, aber belastet mit anderthalb Jahren Leid.
Wofür entschädigt der Staat bei Untersuchungshaft?
Es gibt keinen automatischen Maßstab. Die Wiedergutmachung hängt davon ab, dass der Schaden anerkannt wird, und die Präzedenzfälle laden nicht zum Optimismus ein. Der Fall von Dolores Vázquez, beschuldigt des Verbrechens an Rocío Wanninkhof und später freigesprochen, wird als Spiegelbild genannt: Sie habe eine ähnliche Zeit in Untersuchungshaft verbracht und keinen Cent gesehen, während der Oberste Gerichtshof (Tribunal Supremo) die Entschädigung ablehnte. Einen Unschuldigen einzusperren, ist billig.
Weitere Beispiele wurden angeführt. Langanhaltende Untersuchungshaft ohne rechtskräftiges Urteil wirkt nicht mehr wie eine Anomalie, sondern wie ein vertrautes Bild, selbst in Fällen mit großer Medienaufmerksamkeit. Und wenn dies Personen passiert, die Ressourcen haben, sich zu wehren, stellt sich die Frage, was denen widerfährt, die diese Mittel nicht haben.
Untersuchungshaft: Die Ausnahme, die zur Regel wird
Die Strafprozessordnung (Ley de Enjuiciamiento Incivil) definiert sie als letztes Mittel: Fluchtgefahr, Beweismittelvernichtung oder Wiederholungsdelinquenz. Im Zuge des Falls wurde daran erinnert, dass in der Praxis oft schon eine Anzeige ausreicht, damit jemand in U-Haft kommt. Daraus entstand eine Debatte über spezialisierte Gerichte und den Verdacht, dass unterschiedliche Maßstäbe gelten, je nachdem wer auf der Anklagebank sitzt. Ein wiederkehrender Verdacht, schwer statistisch zu belegen, aber leicht durch jeden neuen Fall genährt.
Zwölftausend Euro, der Preis eines Kleinwagens
Unter den verglichenen Alltagskosten blieb eine hängen: Die Entschädigung reicht für ein einfaches Auto, exemplarisch ein Dacia Sandero. Das ist keine juristische Berechnung, sondern eine andere Art zu sagen, dass die Summe 18 Monate Leben nicht zurückkauft. Andere Reaktionen gingen in die entgegengesetzte Richtung: Dass es zu viel Geld für einen Fehler sei, den jeder machen kann, einschließlich der Richterin.
Man sollte Ebenen trennen. Die Richterin, die die Inhaftierung anordnete, wurde nicht formell sanktioniert; Kritik an ihrer Entscheidung sind Meinungen, keine Urteile. Und die Anzeigende wurde nicht wegen falscher Beschuldigung verurteilt, auch wenn Kommentare dies voraussetzten und Haftung forderten.
Wenn Empörung Rache verlangt
Einige Reaktionen überschritten Grenzen. Es gab Forderungen nach rechtswidrigen Antworten, körperlicher Bestrafung der Anzeigenden und Richterin sowie expliziten Racheplänen. Diese Positionen haben keine juristische Grundlage und führen zu strafrechtlichen Konsequenzen für die Ausführenden. Über einen Justizirrtum empört zu sein, ist legitim; Selbstjustiz ist keine Politik.
Im Kern bleibt die Frage, die niemand mit einer Zahl beantwortet: Wie viel sollte es kosten? Manche fordern das Zehnfache. Andere verlangen mindestens das Äquivalent dessen, was der Freigesprochene gearbeitet hätte verdient. Und manche erinnern daran, dass kein Betrag die Zeit zurückbringt, egal wie sehr das System Garantien betont: Lieber hundert Schuldige freilassen als einen Unschuldigen einsperren, lautet das Prinzip. Die Praxis sagt manchmal etwas anderes. Ein persönlicher Bericht im Rahmen des Falls beschreibt einen Mann, der sechs Monate in U-Haft saß wegen eines Vorwurfs, den sein Umfeld mit einer Aufnahme widerlegte, und der nie zu seinem früheren Leben zurückkehrte.
Mit 666 Euro pro Monat Haft als offizieller Tarif hat das System seinen Slogan: Wenn es dich trifft, kommst du mit gerade genug für ein Auto und eine Entschuldigung heraus.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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