Mocro-Maffia-Boss flieht nach Kaution von 50.000 Euro

Karim Bouyakhrichan wurde gegen eine Kaution von 50.000 Euro freigelassen, erschien jedoch nicht vor Gericht. Die spanische Audiencia Nacional fahndet nun international nach ihm.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mocro-Maffia-Boss flieht nach Kaution von 50.000 Euro
Anführer der Mocro Maffia entkommt nach Zahlung einer Kaution von 50.000 Euro

Eine Kaution von 50.000 Euro schreckt niemanden ab, der in der Lage ist, hunderte Millionen an Kokain zu bewegen. Karim Bouyakhrichan, der als einer der Bosse der Organisation bekannt ist, die als Mocro Maffia bezeichnet wird und den Ermittlern zufolge der meistgesuchte und gefährlichste Kriminelle der Niederlande ist, kam nach zwei Monaten im Gefängnis auf freien Fuß. Sein Reisepass wurde eingezogen, er musste alle zwei Wochen bei Gericht erscheinen und eine Kaution hinterlegen. Danach verschwand er. Die Audiencia Nacional (Nationaler Gerichtshof Spaniens) hat bereits einen internationalen Haftbefehl erlassen. Justizminister Félix Bolaños nannte die Angelegenheit „eine besorgniserregende Nachricht“ und vertraute darauf, dass die Sicherheitskräfte des Staates ihn „so schnell wie möglich“ dem Gericht überstellen werden.

Von der Großoperation im Januar zur verlorenen Spur

Die Festnahme erfolgte am 24. Januar während einer der wichtigsten Operationen der Policía Nacional (Nationale Polizei) gegen diese Struktur, die seit Jahren vorbereitet worden war. Das Ermittlungsgericht Nr. 4 in Marbella ordnete seine Untersuchungshaft an. Das Netzwerk war bereits längere Zeit in der Costa del Sol etabliert, und der Festgenommene lebte dort, laut Polizeiberichten, relativ ruhig, trotz offener Rechnungen mit der Justiz seines Heimatlandes.

Die Organisation widmete sich dem großangelegten internationalen Drogenhandel: Einschleusung großer Mengen Kokain und Geldwäsche, mit einer personellen, maritimen und kommerziellen Infrastruktur, die in Malaga, Barcelona, Melilla und Marbella sowie im Ausland operierte. Den Ermittlern zufolge war dies der bisher ambitionierteste Schlag gegen dieses niederländische Verbrechernetzwerk.

Warum wurde er gegen eine Kaution von 50.000 Euro freigelassen?

Weil das Gericht in Marbella nach zwei Monaten Untersuchungshaft die Freilassung unter Auflagen verfügte, und diese Entscheidung wurde von der Antidroga-Staatsanwaltschaft unterstützt. Zu den Bedingungen gehörten die Einziehung des Reisepasses, die vierzehntägige Vorladung bei Gericht und die Zahlung einer Kaution von 50.000 Euro.

Die Erklärung, die unter denen kursiert, die solche Verfahren verfolgen, ist weniger naiv als die offizielle Version. Manche behaupten, dass wenn die Staatsanwaltschaft eine Entlassung aus dem Gefängnis in einem solchen Fall befürwortet, oft eine Art Zusammenarbeit dahintersteckt: Informationen über andere Banden oder über die eigene Struktur, falls eine ihrer Ebenen verzichtbar ist. Im veröffentlichten Bericht gibt es keine Hinweise auf eine solche Gegenleistung, und die These bleibt vorerst nur eine Vermutung.

Die nicht aktivierte Auslieferung und die nicht wahrgenommene Vorladung

Die Niederlande beantragten seine Auslieferung, aber der Befehl wurde nicht aktiviert, weil der Beschuldigte offene Verfahren in Spanien hatte. Später folgte eine Erweiterung des Auslieferungsbefehls, und die Audiencia Nacional lud ihn ein, um ihm das Verfahren mitzuteilen. Er erschien nie.

Holland hatte ihn auf Platz eins seiner Zielliste, und der Fall landete auf ihren Titelseiten, mit Berichterstattung in Medien wie De Telegraaf und NU.nl. In dem veröffentlichten Material wird außerdem daran erinnert, dass dieser Organisation die Todesdrohung gegen die Thronfolgerin der niederländischen Krone zugeschrieben wird, ein Vorfall, den die Behörden des Landes seit Jahren sehr ernst nehmen.

Drogenstaat: Der Vergleich mit Sinaloa, der standhält

Die überwiegende Reaktion beschränkt sich nicht auf den konkreten Fehler. Es wird argumentiert, dass dies kein isolierter Irrtum mehr ist, sondern der Beweis dafür, dass Spanien sich in einen Drogenstaat verwandelt hat, in dem die Gerichte an der Costa del Sol denjenigen in Sinaloa zu ähnlich sind und wo wir uns, so heißt es, „einen halben Schritt entfernt“ von Venezuela oder dem Mexiko der Kartelle befinden. Das Argument stützt sich auf den Kontrast: Eine Kaution von 50.000 Euro für jemanden, der hunderte Millionen handhabt und über ausreichende Mittel verfügt, um zu verschwinden.

Der andere, kleinere Strom behauptet, dass Spanien gerade deshalb seit einem Jahrzehnt nicht wie Mexiko geendet hat, weil es den übrigen Europäern nicht daran gelegen ist, dass ihr Ferienparadies weiter verdirbt. Und eine dritte, unbequemere Linie schiebt die Schuld vom Staat auf die Gesellschaft, die diejenigen wählt, die ihn regieren.

Im Diskurs wurden Vergleiche auch auf andere aktuelle Vorfälle ausgeweitet: die Untersuchungshaft gegen den alten Mann, der sich gegen einen Eindringling wehrte, oder die beiden angeklagten Guardia-Civil-Beamten wegen des Todes eines Insassen eines Drogenbootes in Sanlúcar de Barrameda.

Wer haftet für die Flucht?

Heutzutage niemand. Es gibt keine dokumentierten Sanktionen gegen den Richter, der die Freilassung unter Auflagen verfügte, noch ein eröffnetes Verfahren wegen des Mangels an Koordination, den der offizielle Bericht selbst anspricht. Die Forderung nach Verantwortlichkeit bleibt in der Luft, und die Sache geht, wie so oft, zwischen der Ermittlung in Marbella, der Audiencia Nacional und den niederländischen Behörden unter.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (209 Antworten).

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