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Migrantenstimme rückt Europa nach links: die Daten
In Schweden brachten ausländische Wählerinnen und Wähler den Linksparteien den Sieg, obwohl gebürtige Schweden rechts wählten – so die Analyse von El Español.
Die Migrantenstimme entscheidet inzwischen Wahlen in Europa
In Schweden kamen der linke und der linke Block auf 176 Sitze und 49,6 % der Stimmen; der rechte Block blieb bei 173 Sitzen und 48,8 %. Der nationale Vorsprung betrug rund 50.000 Stimmen. Bei Wählerinnen und Wählern, die außerhalb Europas geboren sind oder ein bis zwei ausländische Elternteile haben, lag die Zustimmung zur Linken bei 70 %; bei gebürtigen Schweden nur bei rund 48 %. Bei den gebürtigen Schweden hatte der rechte Block gewonnen. Es ist die erste Wahl in Europa, die dank der ausländischen Stimmen gegen den Willen der einheimischen Bevölkerung entschieden wurde – so die Analyse, die der Artikel von Cristian Campos in El Español these Tage wiedergibt.
Das Muster ist nicht nur schwedisch. In Frankreich wählten 69 % der muslimischen Wähler 2022 Mélenchon in der ersten Runde; bei den Europawahlen 2024 entschieden sich 62 % dieses Wählerkreises für die extreme Linke, und 83 % nannten den Gaza-Krieg als ausschlaggebend. In Deutschland wies die Forschungsgruppe Wahlen in der Wahltagsumfrage 29 % der Migrantenstimme der Linkspartei Die Linke und 28 % der SPD zu, gegenüber 12 % für die Union und 6 % für die AfD. In Berlin kam Die Linke bei Katholiken und Protestanten auf 16–17 %, bei muslimischen Wählern auf 51 %.
Die Abkehr von der Sozialdemokratie
Der Ausgangspunkt war ein anderer. In Frankreich wählte dieser Wählerkreis historisch die Sozialistische Partei. In Norwegen belegt Statistics Norway, dass 2017 zwischen 50 % und 60 % der Wähler afrikanischer und asiatischer Herkunft die Arbeiderpartiet wählten; 2021 sank diese Zustimmung um rund zehn Punkte. Im Vereinigten Königreich schätzte Ipsos den Labour-Stimmenanteil unter ethnischen Minderheiten 2024 auf 46 %, doch die Labour-Partei verlor gegenüber 2019 achtzehn Punkte in diesem Wählerkreis, vor allem an die Grünen und pro-palästinensische Radikale.
Manche lesen in diesen Zahlen nur eine klassen- und einkommensbedingte Neuausrichtung. Andere sehen den Schlüssel in der Identität: Wähler mit Migrationshintergrund belohnen linke Sozialpolitik, bestrafen aber jede Partei, die sie als feindlich gegenüber ihrer Tradition wahrnehmen. Der zitierte niederländische Fall – eine von türkischen Einwanderern gegründete Partei mit linker Sozialpolitik und kompromissloser Verteidigung ihrer Tradition – deutet in diese Richtung.
Was geschieht, wenn das BOE Wähler statt Bürger herstellt?
Campos argumentiert, dass Liberale glauben, das BOE (das spanische Staatsgesetzblatt) stelle Spanier her, während die Linke weiß, dass das BOE Wähler für die Linke herstellt. Die These stützt sich auf die französischen Daten: Einwanderer der zweiten und dritten Generation geben an, Staatsangehörige der Herkunftsländer ihrer Familien zu sein, obwohl sie die französische Staatsangehörigkeit besitzen. Der Besitz einer Carte Nationale d'Identité habe offenbar keine Identifikation mit dem Land erzeugt – zum Erstaunen des Liberalismus, der glaubt, der Staat mache den Bürger, nicht Geschichte, Heimat, Kultur und Familie.
In Wien gewann die SPÖ 2020 mit 41,6 %, doch bei Österreichern mit Geburt in der Türkei lag die Zustimmung bei 45 %, bei Geburt in Serbien bei 46 %. Die Partei SÖZ, identitär und linksaußen, kam unter Türken auf rund 20 %. Wien hatte damals mehr als 220.000 Eingebürgerte ausländischer Herkunft.
Enthaltung als Antwort
Bei den politischen Schlussfolgerungen hält ein Teil der Analyse fest, dass sich die Lage nicht mehr durch Wählen umkehren lässt. Das Argument: Die Demokratie, wie sie gedacht ist, ergibt keinen Sinn, wenn wählen darf, wer nicht einmal in Spanien lebt, oder wer eine wirtschaftliche Beziehung zu einer bestimmten Partei oder Regierung unterhält. Der naheliegende Einwand: Dasselbe Argument würde die Hälfte Spaniens ausschließen.
Eine andere Strömung plädiert dafür, trotzdem zu wählen, wenn auch als kleineres Übel, denn Enthaltung bedeutet, das Feld freizugeben. Die vollständige Rechnung, mit den Aufschlüsselungen nach Land, Herkunft und Wahltermin, ergibt eine überraschende Differenz: In Schweden wurde der Umschwung mit rund 50.000 Stimmen entschieden. Wie viele europäische Wahlen wurden mit weniger entschieden?
Dieser Artikel beruht auf der Analyse von Wahldaten, die Cristian Campos in El Español veröffentlicht hat, sowie auf den dort genannten Zahlen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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