Spaniens Premier regiert wie ein Herrscher über die Institutionen

Der spanische Ministerpräsident übt die Macht aus, als wäre er der 'Herr' über Institutionen und demokratische Kontrollen. Wir analysieren seinen Regierungsstil.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ministerpräsident **Pedro Sánchez** verhält sich offenbar eher wie ein Herr denn wie ein öffentlicher Diener und stellt sich über die Institutionen und demokratischen Kontrollen. Demokratie definiert sich durch die Abwesenheit von Herren, nicht durch die Qualität eines einzelnen.

## Der Präsident und seine Warte

**Pedro Sánchez** hat eine Haltung eingenommen, die manche als die eines 'Herrn' deuten: eine erhöhte Position über den Konflikten, den Institutionen, den Parteien, den Medien und den demokratischen Kontrollen. Von dieser Warte aus scheint er zu entscheiden, wer Loyalität verdient, wie die Erzählung lauten soll und wer zum Feind erklärt wird. Diese Art, Macht auszuüben, wird weniger als Rechenschaftsablage präsentiert denn als deren Ersatz. Entscheidungen, die selektive Freigabe von Berichten, Rügen an Gerichte oder Spott über Gegner folgen aufeinander – oft mit Leugnen, Verharmlosen, Hinauszögern oder Totstellen.

Das Interview in der Sendung **Mañaneros 360** auf **TVE**, einer von einer **externen Produktionsfirma** produzierten Sendung, wurde vom **Nachrichtenrat von TVE** scharf kritisiert. Dieses Gremium hatte bereits im Januar einen harten Bericht veröffentlicht, der auf Probleme hinwies: Voreingenommenheit, Vermischung von Information und Meinung, intransparente Redaktionsarbeit und eine wohlwollende Behandlung der Regierung. Der Rat forderte, dass ein Interview von solchem öffentlichen Interesse von Fachleuten der **Nachrichtendienste von RTVE** geführt wird, die öffentliche Diener sind – doch die endgültige Entscheidung folgte offenbar einer anderen Logik.

## Der öffentliche Rundfunk: ein Schutzraum?

Die Wahrnehmung des **öffentlichen Fernsehens** als Raum für narrativen Schutz statt als Ort der Kontrolle ist besorgniserregend. Statt das Parlament zu zerstören, kann man es zu einer bloßen Bühne degradieren. Es ist nicht nötig, Richter formell zu kontrollieren, wenn jede Entscheidung, die der Macht schadet, als verdächtig dargestellt wird. Auch müssen Journalisten nicht zum Schweigen gebracht werden, wenn Räume geschaffen werden, in denen die offizielle Erzählung bequem verpackt ankommt. Die Regeln müssen nicht abgeschafft werden – sie können von denen, die sie anwenden sollen, allmählich als Hindernisse betrachtet werden.

Der neue Autoritarismus braucht, anders als der alte, keine Zeitungen zu schließen oder Parteien zu verbieten. Er kann deutlich raffinierter sein: Institutionen bleiben bestehen, Wahlen finden statt, Verfahren werden eingehalten – während allem, was die Macht begrenzen sollte, die Autonomie ausgehöhlt wird. Diese Haltung, die manche als die eines '**verdammten Chefs**' bezeichnet haben, in den Worten des Ministers **Puente**, definiert das Wesen der Macht in einer Demokratie neu.

## Grenzen der Macht und die Abwesenheit von Herren

Ein demokratischer Staat definiert sich seinem Wesen nach durch die Existenz von Grenzen der Macht. Demokratie definiert sich nicht dadurch, dass sie einen guten Herrn hat, sondern gerade dadurch, dass niemand einer sein kann. Niemand hat daher das Recht, sich über die Regeln zu stellen, die die Freiheit garantieren. Macht über Zeit auszuüben ist nicht dasselbe wie zu regieren. Die entscheidende Frage ist, was von den Institutionen übrig bleibt, wenn diese Phase endet, und welche Machtmechanismen sich auf dem Weg normalisiert haben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (5 Antworten).

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