Mercadona erzielt 1,729 Mrd. Euro Gewinn – Marge bleibt bei 4 %
Noch nie hat Mercadona so viel Geld verdient. Der Nettogewinn des Unternehmens stieg auf 1,729 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 24,9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht und als historischer Rekord präsentiert wird. Das Problem ist jedoch, dass dieselbe Bilanz, die dieses Ergebnis ausweist, laut den im öffentlichen Diskurs diskutierten Berechnungen eine Nettomarge von rund 4 % ergibt. Beide Zahlen stehen im selben Dokument, passen aber nicht gut zur öffentlichen Debatte über Lebensmittelpreise.
Von 1 Milliarde auf 1,729 Milliarden in drei Geschäftsjahren
Die Entwicklung ist eindeutig. 1 Milliarde Euro Nettogewinn im Jahr 2023, ein Anstieg von 40 % gegenüber 2022; 1,384 Milliarden Euro im Jahr 2024, ein Plus von 37 %; und 1,729 Milliarden Euro im Jahr 2025, das beste Ergebnis seiner Geschichte. Drei aufeinanderfolgende Geschäftsjahre mit zweistelligen Zuwachsraten beim Endergebnis, in einer Branche, die sich rühmt, mit Existenzmargen zu arbeiten, und in einem Land, in dem der Einkaufswagen zum wichtigsten Wirtschaftsinikator geworden ist.
Warum steigen die Gewinne, wenn die Marge nur 4 % beträgt?
Es gibt eine Erklärung, die nichts mit dem Kassenbon zu tun hat: Das Ergebnis verbessert sich durch Kostensenkungen und optimierte Logistik, ohne dass sich der Preis im Regal um einen Cent ändert. Befürworter dieser Sichtweise erinnern daran, dass der Lebensmittelhandel ein Geschäft mit geringer Rentabilität ist, mit einer Nettomarge von 4,13 %. Sie fügen hinzu, dass dasselbe Kapital in Finanzprodukte investiert eine ähnliche Rendite bringen würde, ohne operative Risiken oder gebundenes Kapital in Filialen.
Das Gegenargument bestreitet nicht die Arithmetik, sondern den Ursprung. Wie andere Teilnehmer der Diskussion betonen: Wenn der Gewinn in einem Jahr um 25 % steigt, während der Warenkorb in drei Jahren um mehr als 30 % teurer wird und die Löhne nicht Schritt halten, lautet die Schlussfolgerung, dass die Verbesserung vom Kunden finanziert wird. Diese Lesart benötigt keine weiteren Zahlen, um plausibel zu sein.
Warenkorb verteuert sich um über 30 %, Löhne hinken hinterher
In diesem Bereich wandelt sich die Diskussion von einer buchhalterischen zu einer verteilungspolitischen Frage. Der Käufer sieht dasselbe Produkt jeden Monat etwas teurer; der Verkäufer legt jedes Geschäftsjahr ein besseres Ergebnis vor. Ein Teil der Analyse argumentiert, dass der freie Markt ausreiche und der einzige Beweis darin bestehe, dass niemand gezwungen sei, das Geschäft zu betreten. Die Einwände besagen, dass die theoretische Marktzugangsfreiheit irreführend ist: Um gegen den Marktführer anzutreten, sind Jahre und Milliardeninvestitionen nötig.
Solange die Debatte ideologisch geführt wird, ist der tragende Fakt eher prosaisch: Der Markteintritt kostet ein Vermögen. Und wer nicht eintreten kann, kann auch die Preise nicht senken.
110.000 Mitarbeiter und 3,7 Cent pro Wolfsbarsch
Um die andere Seite der Waage mit Zahlen zu belegen: Laut der Diskussion beschäftigt das Unternehmen direkt mehr als 110.000 Menschen unter Bedingungen, die in der Branche als überdurchschnittlich gelten. Von einem 8-Euro-Wolfsbarsch im Einkaufswagen bleiben dem Unternehmen als Nettogewinn 3,7 Cent. Für diesen geringen Betrag pro Einheit muss das Unternehmen den Fisch kaufen, ihn mit intakter Kühlkette transportieren, auf Eis präsentieren und eine beleuchtete, klimatisierte Filiale zwölf Stunden am Tag an sechs Tagen pro Woche offen halten.
Warum senkt die Konkurrenz die Preise nicht?
Hier taucht das Argument auf, das Kritiker am meisten ärgert: Wenn die Preise so stark aufgebläht sind, könnte jeder einen Supermarkt eröffnen, die Preise leicht senken und alle Kunden abwerben. Niemand hat es getan. Die Gegenseite antwortet, dass diese Logik die Einkaufsskala ignoriert: Es macht einen Unterschied, ob man eine Million Kekse auf zwanzig Hersteller verteilt oder zehn Millionen auf zwei, denn der ausgehandelte Stückpreis ist nicht derselbe. Die Konzentration der Lieferanten und die Stärke der Eigenmarke Hacendado erklären einen Großteil des Preisunterschieds. Dieser Vorteil lässt sich nicht einfach in einer gemieteten Fläche improvisieren.
Wie viel verdient Mercadona pro Euro Einkauf?
Ungefähr vier Cent. Diese Größenordnung wiederholt sich, wenn man den Nettogewinn ins Verhältnis zum Gesamtumsatz setzt, und sie stützt die These der minimalen Marge. Die andere Lesart betrachtet nicht den Momentaufnahme-Marge, sondern die Entwicklung: Eine kleine Marge auf wachsende Volumina und steigende Preise führt zu jährlichen Gewinnsteigerungen von 25 %. Beide Interpretationen sind korrekt, und keine hebt die andere auf.
Neue Kunden und Migrationspolitik
Ein Teil der Analyse bringt einen demografischen Faktor ins Spiel: Das stetige Wachstum der Wohnbevölkerung vergrößert die Kundenbasis für Grundbedarfsartikel, und Nahrungsmittel sind das Erste, was Neuankömmlinge konsumieren. Dies ist eine sozioökonomische These, kein Vorwurf: Mehr Münder, mehr Umsatz für Anbieter von Grundnahrungsmitteln. Man sollte dies von anderen Argumenten trennen, die Migration und Preise vermengen, ohne Daten beizusteuern, und die sich tatsächlich im Bereich der Politik bewegen.
Was sagen die nächsten Geschäftsjahre voraus?
Bei dieser Kostenstruktur und Marktanteilen geht die im Diskurs vertretene Prognose davon aus, dass der Gewinn weiter steigt, solange der Warenkorb teurer wird. Kein Mechanismus in der Branche scheint das Gegenteil zu erzwingen, und die Konkurrenz zeigt keine Anstalten, dies zu tun. Allerdings stellt sich, wenn die Marge bei den diskutierten 4 % bleibt und der Anstieg vom Endpreis abhängt, die Frage, wie lange der Käufer ohne echte Alternative durchhält. Es ist eine wirtschaftliche, keine ideologische Frage. Und sie bleibt unbeantwortet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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