Spaniens Gastronomie schließt trotz Gewinnen

Gastronomiebetriebe in Spanien schließen wegen Personalmangel, obwohl sie Gewinne erzielen. Niedrige Löhne und unzugänglicher Wohnraum erschöpfen das Modell.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Gastronomie schließt trotz Gewinnen
Personalmangel in der Gastronomie: Gewinne ja, Mitarbeiter nein

Die spanische Gastronomie erlebt eine Paradoxie, die keine Euphemismen mehr zulässt: Lokale schließen bei voller Kasse. Der letzte Fall, eine Bar, die behauptete, Gewinn zu machen, aber keine Kellner fand, um offen zu bleiben, hat die Debatte über einen Sektor neu entfacht, der seit Jahren schlecht zahlt, viel verlangt und wenig bietet. Die Frage ist nicht, wo die Arbeitskräfte sind, sondern warum niemand dort arbeiten will.

Der Schließung, die nicht zu den Gewinnen passt

Die Erzählung vom Gastronomen, der mangels Personal schließt, obwohl er Gewinne erzielt, ist wiederkehrend, aber die aus dem Fall hervorgehenden Daten deuten auf eine andere Realität hin. Der ursprüngliche Artikel erwähnt die Lohnbedingungen kaum, außer am Ende: Ein Neuankömmling erhält den gesetzlichen Mindestlohn (Salario Mínimo Interprofesional). Das heißt, man sucht Personal für volle Arbeitstage in zentralen und touristischen Gebieten, weit weg von den Wohnorten der Menschen, mit Arbeitszeiten, die über das Vereinbarte hinausgehen. Die Schlussfolgerung ist einfach: Es fehlt nicht an Arbeitskräften, es fehlt an Arbeitskräften, die bereit sind, für das Angebotene zu arbeiten.

Löhne von 1.300 Euro und 12-Stunden-Schichten

Die im Umlauf befindlichen Zahlen sprechen von Verträgen mit 1.300 Euro monatlich für Arbeit von Montag bis Sonntag, mit Ruhetagen am Dienstag und unbezahlten Überstunden. Die tatsächliche Arbeitszeit überschreitet häufig 12 Stunden, und die Flexibilität ist einseitig: Der Arbeitgeber ändert die Schicht, wenn es ihm passt, der Arbeitnehmer nicht. In diesem Szenario entscheiden sich viele, den Sektor zu verlassen, auszuwandern oder gar nicht erst in den Arbeitsmarkt einzutreten. Soziale Hilfen, die in einigen Fällen nur 300-400 Euro unter einem 40-Stunden-Gehalt liegen, werden zum entscheidenden Argument, missbräuchliche Bedingungen nicht zu akzeptieren.

  • Gehalt von 1.300 Euro pro Monat für Vollzeit
  • Tatsächliche Schichten von 12 Stunden
  • Wöchentliche Ruhezeit am Dienstag
  • Unbezahlte Überstunden

Der Effekt von Sozialleistungen und Wohnraum

Das soziale Netz, wie die Gesamtheit der Leistungen genannt wird, wird als großer Demotivator angeprangert. Aber ein anderer Faktor wiegt schwerer: der Wohnraum. In Tourismusgebieten kann die Miete einer Wohnung in der Hochsaison 900 Euro pro Woche übersteigen, eine Zahl, die jedes Kellnergehalt unmöglich macht. Auch ausländische Arbeitnehmer, die theoretisch diese Stellen besetzen sollten, lehnen den Sektor ab, sobald sie ihren Status reguliert haben. Die Schlussfolgerung lautet, dass das Problem nicht das Angebot betrifft, sondern ein Modell, das nur durch Existenzlöhne tragfähig ist.

Ein Wirtschaftsmodell, das Fabriken durch Terrassen ersetzt

Hinter dieser Krise steckt eine Grundsatzdebatte: Spanien hat die Industrie durch Tourismus und prekäre Gastronomie ersetzt. Das BIP wächst, aber das BIP pro Kopf sinkt, weil mehr Arbeitskräfte in Tätigkeiten mit geringer Wertschöpfung eingestellt werden. Jobs, die „die Spanier nicht wollen“, dürften in einem entwickelten Land nicht existieren. Wenn ein Geschäft nur durch Zahlung von 900 Euro für vier Monate Arbeit tragfähig ist, ist seine Schließung keine Tragödie, sondern ein Zeichen dafür, dass das Modell erschöpft ist. Die Alternative, wie einige Analysen andeuten, besteht darin, Preise und Löhne zu erhöhen, auch wenn das bedeutet, dass ein Bier 8 Euro kostet.

Der Trend deutet darauf hin, dass sich die Terrassen leeren werden, aber nicht wegen Kundenmangel, sondern wegen Mangels an Kellnern, die bereit sind, diese Kunden für den gezahlten Lohn zu bedienen. Die Frage ist, wie lange der Sektor durchhalten wird, ohne sein Modell zu überdenken. Wenn er es nicht tut, wird die Schließung von Lokalen zur Regel und nicht zur Ausnahme.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (95 Antworten).

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