Hierba und Schizophrenie: Was die Evidenz sagt
Ein Joint aus Hierba tötet nicht. Das ist das Argument, das Befürworter des Freizeitkonsums jedes Mal wiederholen, wenn das Thema Schizophrenie aufkommt. Und doch taucht in jedem Gespräch über Drogen derselbe Geist auf: der junge Mann, der Joints rauchte, eines Tages eine Grenze überschritt und nie wieder zurückkehrte. Die Diskussion darüber, ob Hierba wegen seines Zusammenhangs mit psychotischen Störungen verboten werden sollte, kehrt regelmäßig zurück – und gewinnt an Kraft, wenn jemand einen persönlichen Fall schildert.
Hierba verursacht keine Schizophrenie, aber es kann sie bei Personen auslösen, die bereits eine Veranlagung dazu haben. Das ist die These derjenigen, die das Phänomen aus nächster Nähe beobachtet haben. Es gibt Menschen, die behaupten, dass Personen mit einer genetischen Veranlagung für psychische Erkrankungen ihr ganzes Leben lang symptomfrei bleiben können, bis ein „unschuldiger“ Joint sie über die Grenze treibt. Ab diesem Moment bleibt die psychotische Störung dauerhaft bestehen, ebenso wie die Medikation. Die Warnung wird beharrlich wiederholt: In den Notaufnahmen gibt es am Wochenende psychotische Schübe, und nicht alle Patienten können nach Hause gehen.
Was sagt die Evidenz über Hierba und Schizophrenie?
Die Verbindung zwischen Hierba und Psychose ist eines der am besten untersuchten und am wenigsten gelösten Themen der Psychiatrie. Die vorliegenden Erkenntnisse spiegeln die Erfahrung derer wider, die mit regelmäßigen Konsumenten zu tun haben: Nicht alle enden schlecht, aber diejenigen, die es tun, haben meist eine vorherige Vulnerabilität. Das Problem ist, dass diese Anfälligkeit oft erst erkannt wird, wenn der Schub bereits auftritt. Dann ist es zu spät.
Manche behaupten, dass Hierba das Tor zu schlimmeren Drogen sei. Die meisten Nutzer harter Drogen begannen mit Hierba, obwohl die meisten Hierba-Konsumenten nicht zu harten Drogen übergehen. Korrelation bedeutet nicht Kausalität, aber das Muster wiederholt sich häufig genug, dass Psychiater es berücksichtigen müssen.
Ein Vergleich mit anderen Drogen ist unvermeidlich. Alkohol und Tabak sind legal und töten mehr Menschen als Hierba, aber das macht den Joint nicht harmlos. Der Unterschied besteht darin, dass Alkohol eine vorhersehbare Wirkung hat, während Hierba bei jemandem, der nie Symptome hatte, eine psychotische Episode auslösen kann. Diese Unvorhersehbarkeit ist es, was Angst macht.
Verbot oder Legalisierung: Ein falsches Dilemma
Das Verbot funktioniert nicht. Das ist das am häufigsten genannte Argument derer, die einen Kurswechsel fordern. Wenn Hierba verboten ist, weiß der Konsument nicht, was er kauft: weder die Sorte, noch den THC-Gehalt, noch ob Zusatzstoffe enthalten sind. Eine Legalisierung mit gesundheitlicher Kontrolle würde es ermöglichen, genau zu wissen, was in welcher Menge konsumiert wird. Dies ist dasselbe Argument, das bei Tabak und Alkohol verwendet wurde, und niemand bestreitet, dass es teilweise funktioniert hat.
Das Problem ist, dass eine Legalisierung das Risiko einer Psychose nicht eliminiert, sondern nur sichtbarer macht. Ein legales, etikettiertes Produkt kann bei einer prädisponierten Person immer noch einen Schub auslösen. Informationen helfen, aber sie schützen niemanden, der nicht weiß, dass er ein Risiko trägt.
Einige gehen noch weiter und behaupten, das Problem sei nicht die Substanz, sondern die Gesellschaft. Spielautomaten stehen in jeder Bar, Spielhallen an jeder Ecke und Alkohol ist bei jeder Feier normalisiert. Hierba zu verbieten, während all das erlaubt ist, wirkt wie Doppelmoral. Die Frage ist nicht, ob Hierba gefährlich ist, sondern warum manche Gefahren reguliert und andere beworben werden.
Das Argument der individuellen Freiheit
Das Verbot kollidiert mit einem Grundprinzip: der Staat sollte nicht entscheiden, welche Substanzen ein Erwachsener konsumieren darf, solange er keine Dritten schädigt. Dies ist das klassische liberale Argument, und im Fall von Hierba gibt es eine pragmatischere Version: Wenn Hierba ohnehin konsumiert wird, dient ein Verbot nur dazu, die Mafia zu finanzieren und Gefängnisse zu füllen.
Das Gegenargument ist ebenso stichhaltig. Wenn Hierba-Konsum eine irreversible Schizophrenie auslösen kann, ist der Schaden nicht nur für den Konsumenten selbst. Die Familie, die am Ende einen chronisch psychisch kranken Menschen pflegen muss, zahlt ebenfalls den Preis. Ebenso das Gesundheitssystem, das die lebenslangen Medikationskosten übernimmt.
Das Gleichgewicht zu finden, ist schwierig. Weder ein totales Verbot noch eine unkontrollierte Legalisierung lösen das eigentliche Problem: Es gibt Menschen, die Hierba nicht konsumieren sollten, und sie wissen es erst, wenn es zu spät ist. Information ist das einzige wirksame Werkzeug, und selbst dieses ist nicht unfehlbar.
Der überraschende Fakt
Die Diskussion über Hierba und Schizophrenie endet meist am selben Punkt: es gibt keine eindeutige Antwort, da es weder den einen Konsumententyp noch die eine Art von Gehirn gibt. Was für den einen ein Joint zum Vergnügen ist, ist für den anderen der Auslöser einer Krankheit, die sonst verborgen geblieben wäre. Das Verbot unterscheidet nicht zwischen beiden. Die Legalisierung auch nicht. Und währenddessen bleibt die Debatte so offen wie zu Beginn.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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