Das Weiße Haus verspricht Enthüllung zum Ursprung von Covid

Die US-Regierung plant, neue Informationen zum Ursprung von Covid zu veröffentlichen und damit die Debatte über Wuhan neu zu entfachen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das Weiße Haus verspricht Enthüllung zum Ursprung von Covid
Das Weiße Haus verspricht Elbichito-Ursprung aufzuklären, doch die Skepsis bleibt

War es wirklich nötig, darauf zu warten, dass das Weiße Haus den Ursprung von Elbichito auf seiner Website veröffentlicht, um das zu erfahren, was man ohnehin schon wusste? Das Versprechen der Deklassifizierung, das über die offizielle Domain der US-Präsidentschaft verbreitet wurde, hat ein Thema wieder aufgewühlt, das schon länger auf Eis lag. Die Ankündigung erfolgt mit dem Siegel höchster Dringlichkeit, das schon so oft verwendet wurde, dass es jeglichen Wert verloren hat. Während die einen auf Namen und Details warten, erinnern sich andere daran, dass der Bericht einer Untersuchungskommission bereits im letzten Jahr veröffentlicht wurde.

Die vorherrschende Reaktion ist nicht Hoffnung, sondern Erschöpfung. Das Muster wiederholt sich: erst das Leck, dann der Bericht, dann das Vergessen. Die Neuheit, sofern vorhanden, ist, dass der Fokus nun auf die Labore und die Gain-of-Function-Programme in Wuhan gerichtet ist, wobei die Verwicklung von Anthony Fauci als zentrales Element der Erzählung dient. Aber selbst das klingt nach Wiederholung.

Was das Weiße Haus sagt und warum niemand überrascht ist

Die offizielle Ankündigung verspricht, den Ursprung des Bicho über die Website des Weißen Hauses aufzuklären. Das Datum des Threads, der über 500 Tage umfasst, zeigt, dass das Gespräch nicht neu ist: Es geht seit mehr als anderthalb Jahren um dasselbe Thema. Was sich ändert, ist der Absender. Früher waren es Leaks und Presseartikel; jetzt ist es die US-Regierung selbst, die das Thema auf ihrer institutionellen Seite platziert.

Die am häufigsten wiederholte Antwort ist, dass dies nichts bringt. „Was ist neu? Von Anfang an sagte Trump, es sei ein chinesisches Bicho“, fasst ein Kommentar zusammen, der die allgemeine Skepsis widerspiegelt. Der zugrunde liegende Gedanke ist, dass der Ursprung bereits bekannt war und die Deklassifizierung eine Image-Operation ist, keine wissenschaftliche Erkenntnis.

Einige gehen weiter und behaupten, dass die Ankündigung Teil einer umfassenderen Strategie ist. Die These lautet, dass die US-Regierung den Ursprung des Bicho nutzt, um von anderen Themen abzulenken und das Narrativ der Pandemie umzuschreiben. In diesem Rahmen wäre die Deklassifizierung kein Akt der Transparenz, sondern ein weiteres Stück politischer Kommunikation.

Das Labor in Wuhan und Gain-of-Function: Was bereits auf dem Tisch lag

Der technische Kern der Angelegenheit konzentriert sich auf zwei Elemente: die in Wuhan durchgeführten Gain-of-Function-Studien (Forschung zur Funktionsgewinnung von Erregern) und die Verwicklung von Anthony Fauci bei deren Finanzierung oder Überwachung. Beide Punkte waren laut den Diskussionen bereits zuvor ans Licht gekommen. Die Deklassifizierung entdeckt daher nichts Neues, sondern institutionalisiert das, was bisher über weniger formale Kanäle kursierte.

Die daraus gezogene Konsequenz ist zweifach. Einerseits die Bestätigung, dass das Bicho einen Zusammenhang mit der Laborforschung haben könnte. Andererseits – und das ist der wichtigste Punkt der Analyse – die Feststellung, dass die später ergriffenen Maßnahmen – Beschränkungen, Lockdowns, Einschränkungen grundlegender Rechte – auf einer Basis gerechtfertigt wurden, die nun infrage gestellt wird. „Das, was geschah, forderte viele Todesopfer, aber auch höchst fragwürdige Maßnahmen, die individuelle Freiheiten und Grundrechte verletzten“, stellt einer der am besten bewerteten Beiträge fest.

Das Argument ist nicht, dass das Bicho nicht existiert habe, sondern dass sein Management zu einem Kontrollapparat führte, der auf einem Narrativ beruhte, das nun wankt. Die Diskussion über den Ursprung wird so zu einer Diskussion über die Konsequenzen.

Das offizielle Narrativ und der Verdacht gegen die Quellen

Ein Teil des Austauschs konzentriert sich auf die Glaubwürdigkeit der Quellen. Die beschriebene Abfolge ist folgende: Während der Pandemie wurde dazu aufgerufen, den offiziellen Quellen zu vertrauen; jetzt, da die US-Regierung einen anderen politischen Kurs fährt, wird dazu aufgerufen, eben diesen Quellen zu misstrauen. „2021: Vertraut nur auf offizielle Quellen, das Offizielle ist die Wahrheit. 2025: Vertraut nicht der US-Regierung, die zu Trump gehört“, fasst ein Kommentar zusammen, der auf die Inkonsistenz der Kriterien hinweist.

Die Kritik richtet sich nicht nur gegen eine Seite. Es wird darauf hingewiesen, dass der institutionelle Apparat, unabhängig davon, wer ihn kontrolliert, den Ursprung des Bicho als politisches Kampfmittel genutzt hat. Der Verdacht ist, dass nicht die Wahrheit auf dem Spiel steht, sondern wer die Version der Ereignisse kontrolliert.

Parallel dazu erscheint die „Zwiebel-These“: Lügen sind in Schichten aufgebaut, und jedes Mal, wenn eine äußere Schicht entfernt wird, kommt eine weitere, elaboriertere Lüge zum Vorschein. Das „Opfern“ von Fauci wäre in dieser Lesart die Entfernung einer mittleren Schicht, um den Kern zu schützen. Das Pangolin, das chinesische Labor, das natürliche Leck: alles wären aufeinanderfolgende Schichten desselben Mechanismus.

Die Grippe, die verschwand, und der Apotheker um die Ecke

Unter den konkretesten Argumenten findet sich eine wiederkehrende Anekdote: das Verschwinden der saisonalen Grippe während der Pandemie. „An dem Tag, als ich dem Apotheker in meiner Straße sagte, dass sie den Namen der jährlichen Grippe geändert hätten, sah er mich erstaunt an und sagte ohne zu zögern, dass sie tatsächlich kein Grippemittel verkauft hatten und dass es in diesem Jahr dank der Masken keine Grippe gab“. Der Höhepunkt der Geschichte ist der Widerspruch: Wenn Masken die Grippe verhinderten, ist nicht verständlich, warum sie das Cobi19 nicht verhinderten.

Die Episode wird genutzt, um zu illustrieren, wie leicht ein Narrativ über die Evidenz triumphiert. Die Schlussfolgerung ist, dass die Bevölkerung ein Narrativ akzeptierte, das dem widersprach, was sie um sich herum sah. Es ist kein wissenschaftliches Argument, sondern eine alltägliche Beobachtung, die jedoch als Beispiel dafür dient, wie Konsens konstruiert wird.

Die Diskussion über die Übersterblichkeit taucht ebenfalls auf. Es werden Universitätsstudien zitiert, die die Elbichito-Todesopfer in Spanien auf über 66.000 schätzen, und es wird nach der Ursache gefragt, wenn das Bicho nicht schwerwiegend war. Die Antwort von der Gegenseite lautet, dass die Sterblichkeit von multiplen Faktoren abhing und dass Medizin nicht synonym mit einer bestimmten politischen Maßnahme ist.

Ayuso, politische Führung und die Debatte über Verantwortung

Das Gespräch driftet in einen Austausch über die politische Verantwortung für die Todesfälle ab. Das verwendete Beispiel ist das eines Arztes, der die Fähigkeit hat, ein Leben zu retten, es aber nicht tut. Die Frage ist, ob die Verantwortung beim Bicho liegt oder bei demjenigen, der die Reaktion steuert. Die Antwort lautet, dass die Fähigkeit, Leben zu retten, nicht gleichbedeutend mit der Fähigkeit ist, alle Todesfälle zu verhindern.

Das Argument wird komplizierter, da Entscheidungen auf verschiedenen Ebenen getroffen werden: die Zentralregierung, die autonomen Gemeinschaften (regionale Verwaltungen) und medizinische Protokolle. Die Schlussfolgerung ist, dass die Verantwortung diffus ist und dass es eine Vereinfachung wäre, sie einer einzigen Person zuzuschreiben. Aber die Diskussion ist nicht abgeschlossen: Die Frage bleibt offen, ob die Maßnahmen verhältnismäßig waren oder ob Angst genutzt wurde, um Einschränkungen zu rechtfertigen, die keine ausreichende Grundlage hatten.

Was noch zu wissen bleibt

Die Ankündigung des Weißen Hauses verspricht, den Ursprung von Elbichito aufzuklären. Was bisher enthüllt wurde, ist, dass die Angelegenheit weiterhin ungeklärt ist und dass jedes neue Kapitel Wunden aufreißt, die nie ganz verheilt sind. Die Deklassifizierung mag Dokumente liefern, aber sie wird die Wahrnehmung derjenigen nicht ändern, die bereits ihre eigene Version hatten. Die Frage ist nicht, was das Weiße Haus sagt, sondern ob es jemand glauben wird. Und angesichts der bisherigen Geschichte ist die wahrscheinlichste Antwort: Nein.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (101 Antworten).

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