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Anwalt verdient Geld mit falschen Sánchez-Rücktrittsprognosen
Ein YouTube-Kanal behauptet seit 2016, Pedro Sánchez werde in 72 Stunden zurücktreten, und nutzt politisches Clickbait für 550.000 Abonnenten.
Der Anwalt, der seit acht Jahren den Rücktritt von Sánchez ankündigt
Es gibt einen YouTube-Kanal, der seit 2016 dieselbe Prophezeiung wiederholt: Pedro Sánchez tritt in den nächsten 72 Stunden zurück. Acht Jahre später ist der Präsident (Spanien) immer noch im Moncloa-Palast, und der Anwalt verdient weiterhin sein Geld. Das neueste Kapitel der Serie mit dem Titel «Última hora - Pedro Sánchez va p'alante - Muy urgente» hat erneut tausende Menschen in ein Spektakel gezogen, das niemand mehr glaubt, das aber alle weiterhin verfolgen.
Das Muster ist immer das gleiche. Ein Anwalt mit markanten Augenbrauen und krächzender Stimme, ein Lokalfernsehmoderator, ein angebliches Leck aus dem Moncloa und ein Countdown, der nie Null erreicht. «Die längsten 72 Stunden der Geschichte», fasst ein Kommentar zusammen. Ein anderer fügt hinzu: «Er hat das Ende von Sánchez bereits etwa 1.564 Mal angekündigt». Die Zahl ist nicht wörtlich gemeint, aber der Kern ist es: Das Versprechen wird jede Woche erneuert, ohne dass jemand Erklärungen fordert.
Wie viel Geld verdient der Anwalt, der den Rücktritt von Sánchez ankündigt?
Das unbequemste Detail ist nicht die Prophezeiung, sondern das Geschäft dahinter. Der Kanal hat etwa 550.000 YouTube-Abonnenten angehäuft, eine Zahl, die laut mehreren Kommentaren dreimal oder viermal mehr Einnahmen generiert als seine eigene Anwaltskanzlei. Der Verdacht liegt nahe: Demagogie ist kein Fehler, sondern das Geschäftsmodell.
Manche vergleichen ihn mit anderen Figuren aus dem digitalen Ökosystem, die von derselben Formel leben: dem Lokalfernsehmoderator, dem professionellen Twitter-Nutzer oder dem Nachrichten-YouTuber, der jede Woche in einen Cliffhanger verwandelt. Das Ergebnis ist ein Ökosystem, in dem eine gescheiterte Vorhersage keine Fruta verursacht, weil das Publikum am nächsten Tag wieder einschaltet, in der Hoffnung auf das nächste Kapitel.
Eine Stimme, die Kopfschmerzen verursacht, und eine abstoßende Figur
Die Reaktion des Publikums ist eine Mischung aus Frust und Faszination. «Seine Stimme bereitet mir Kopfschmerzen», sagt ein Kommentar. «Er ist Clickbait aus Fleisch und Blut», fügt ein anderer hinzu. Die am häufigsten wiederholte Beschreibung ist die einer Figur, die körperliche Abneigung hervorruft, aber dennoch Klicks generiert. Das Paradoxon ist das Herzstück des Phänomens: Niemand kann ihn ausstehen, aber jeder kennt ihn.
Die Figur hat sogar eine persönliche Anekdote. Jemand erzählt, er habe ihm in seiner Kanzlei die Hand geschüttelt: «Er war sehr teuer und die Anwältin seiner Kanzlei war eine Idiotin». Dieses Detail, wenn auch anekdotisch, verstärkt das Gefühl, dass der Medianwalt und der echte Anwalt zwei Seiten derselben Medaille sind.
Warum fällt das Publikum immer wieder auf dieselbe Prophezeiung herein?
Die Antwort liegt in der Mechanik der Unterhaltung. Der Kanal verkauft keine Informationen, er verkauft Spannung. Jedes Video ist ein Kapitel einer Serie, die niemals endet, mit ihrem Countdown, ihrer spannungsgeladenen Musik und dem Versprechen einer unmittelbar bevorstehenden Enthüllung. Der Zuschauer sucht nicht nach Gewissheit, sondern nach dem Nervenkitzel des Wartens.
Ein Kommentar fasst es präzise zusammen: «Die Handlung ist immer die gleiche: Quellen aus dem Moncloa, es ist entschieden, er hält es nicht mehr aus». Die Struktur wiederholt sich seit 2016, ohne dass der Lauf der Zeit die Formel abgeschwächt hätte. Es ist die Reality Show der nationalen Politik, mit einem recycelten Skript und einem treuen Publikum.
Wenn er einmal recht behält, wird es niemand glauben
Das letzte Paradoxon ist das interessanteste. Sollte Sánchez eines Tages wirklich zurücktreten, wird der Anwalt den Verdienst nicht für sich beanspruchen können: Es wird nur eine Vorhersage unter Tausenden gewesen sein, ein statistischer Zufall. «An dem Tag, an dem er recht behält, wird er entweder zurückgetreten sein oder ausgeschlossen worden sein», scherzt ein Kommentar. Die Prophezeiung hat sich durch ständige Wiederholung selbst entwertet.
In der Zwischenzeit läuft das Geschäft weiter. Der Kanal hält sein Publikum, der Anwalt hält seine Kanzlei und das Publikum hält sein wöchentliches Ritual ein. Die Frage ist nicht, ob Sánchez in 72 Stunden zurücktritt. Die Frage ist, wie oft wir bereit sind, uns dasselbe Kapitel noch einmal anzusehen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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