Marco Garrido veröffentlicht Börsenbuch mit deklarierten 24% Rendite

Marco Garridos Buch „Gana dinero en bolsa“ wirbt mit 24% Jahresrendite, erhält 36 Amazon-Rezensionen und steht im Fokus von Vorwürfen zur Aktienpromotion.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Marco Garrido veröffentlicht Börsenbuch mit deklarierten 24% Rendite
Börsenhandbuch mit deklarierten 24% Rendite und 36 Amazon-Rezensionen

Keine Renditeziffer hält einer Überprüfung stand, wenn sie nicht auditiert wurde – schon gar nicht, wenn sie monatelang schrittweise angekündigt wird. Marco Garrido, ein in Sevilla ansässiger Investor, veröffentlichte im November 2021 das Handbuch „Gana dinero en bolsa. Aprende a invertir en los mercados financieros“, ein Werk von über 300 Seiten, herausgegeben von Lidera Editorial und als Taschenbuch sowie eBook erhältlich. Dahinter steckt eine derart beharrliche Promotion, die sowohl Anhänger als auch Skeptiker erzeugt hat. Das Werk verspricht keinen heiligen Gral: Es behandelt Fundamentalanalyse, Wirtschaftszyklen, Psychologie und konkrete Sektoren und nutzt die persönliche Rendite des Autors als Hauptverkaufsargument.

Inhalt von „Gana dinero en bolsa“ und Entstehungsgeschichte

Das ursprüngliche Inhaltsverzeichnis umfasste 20 Kapitel, die vom Einstieg des Autors in die Geldanlage bis hin zur Beziehung zwischen Börse und Zyklen, der Suche nach Qualität und Wettbewerbsvorteilen, der Marktpsychologie und den Chancen während Krisen reichten. Die zweite Hälfte behandelte konkrete Bereiche: erneuerbare Energien und Wasserstoff, Elektroautos, E-Commerce, Medizintechnik, Wasser, Luxusgüter, Brauereien, Cybersicherheit, Nischenmärkte und Goldminen. Nach Abschluss des Manuskripts erweiterte der Autor den Inhalt und fügte Material zu Spin-offs im Kapitel über Wachstumsunternehmen hinzu.

Die Entstehung war langsam und öffentlich. Sie wurde angekündigt, als die meisten Kapitel fertig waren, nachdem die 300-Seiten-Marke überschritten wurde, später nach Abschluss des letzten Kapitels und schließlich bei der Kontaktaufnahme mit Verlagen. Der Autor selbst gibt an, mehrere Monate lang etwa sechs Stunden täglich investiert zu haben, und verteidigt sich gegen den Vorwurf der Aufblähung mit einem plausiblen Argument: Er habe mehr als 30 Bücher dieses Genres gelesen und behaupte, dass seines keine Seiten ohne Mehrwert fülle.

24% jährlich seit 2012: Die Zahl, die alles trägt

Das deklarierte Pfand ist beeindruckend. Laut seiner eigenen Darstellung begann er 2012 mit dem Investieren und akkumulierte zwischen diesem Jahr und 2021 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 24%. Die besten Jahre waren 2013, 2014, 2019, 2020 und 2021 mit Zahlen über 30% und 35% im letzten Jahr. Es gab zwei Jahre unter 15% und ein -5% im Jahr 2015. Mit Zinseszins berechnet er, dass sich seine Anfangsinvestition mehr als versechsfacht hat.

Es fehlt das Wesentliche: ein auditiertes Protokoll. Die Zahl funktioniert als Autoritätsargument, nicht als verifizierbarer Datenpunkt, und genau dort entbrennt die Diskussion. In einem Sektor, in dem jeder vergangene Renditen ohne Konsequenzen proklamieren kann, ruht das Pfand des Autors auf seinem eigenen Wort.

Interessierte Aktienpromotion oder reine Wissensvermittlung?

Hier verschärft sich der Ton. Ein Teil der Trinc behauptet, der Autor nutze seine Sichtbarkeit, um kleine Unternehmen – im Fachjargon Penny Stocks – zu pushen, um dann stillschweigend jene fallen zu lassen, die nicht funktionieren, während er die Analysen der steigenden Werte hervorhebt. Ihm wird, ohne vorgelegten Beweis, zugeschrieben, parallele Accounts zu nutzen, um eigene Meinungen zu stützen, und denselben Inhalt kopiert und eingefügt auf mehreren Investmentplattformen zu wiederholen.

Auf der anderen Seite antworten die Verteidiger mit einem schwer vollständig widerlegbaren Argument: Um einen kleinen Kurs zu bewegen, braucht man Fruta, und diese Fruta wird durch vorherige Treffer aufgebaut. Mehrere Leser geben an, Unternehmen entdeckt zu haben, die ihnen Gewinne brachten, indem sie seinen Analyse-Threads folgten, und führen schlechte Ergebnisse auf Glück oder den Bullenmarkt zurück. Auch gibt es Stimmen, die zugeben, ein Jahrzehnt an der Börse gekämpft zu haben ohne Ergebnis, aber anzuerkennen, dass sie dieses Jahr dank seiner Bewertungen „einen guten Batzen“ verdient haben.

Zwischen beiden Lagern ist der häufigste Vorwurf nicht das Geld, sondern die Methode: die Unfähigkeit, eine abweichende Meinung zu akzeptieren, und die Angewohnheit, nur die Nachrichten, die einem passen, in die erste Reihe zu holen.

Das kommerzielle Ergebnis: 36 Rezensionen und ein Top-3-Platz

Unabhängig von der Kontroverse verkaufte sich das Buch. Der Autor feierte den Erreichen des Platzes 3 in der Kategorie Unternehmensinvestitionen mit 36 Rezensionen auf Amazon, alle mit fünf Sternen, sowie gelegentliche Auftritte in den Top Ten seiner Kategorie. Er prahlte auch damit, in eine Liste der zehn besten Lehrbücher für das Investieren in Spanien aufgenommen worden zu sein. Das Handbuch ist als Taschenbuch und eBook erhältlich; wer ein Kindle Unlimited-Abo hat, kann es ohne Zusatzkosten lesen; die ersten Kapitel sind in der Vorschau kostenlos verfügbar.

Die Promotion läuft weiter. Der Autor kündigte die Gründung einer privaten Gruppe an, um Ideen ohne Störungen auszutauschen – ein Zeichen dafür, dass seine Zielgruppe – ob treu oder irritiert – weiterhin sein rentabelstes Asset ist.

Es bleibt abzuwarten, ob ein Investitionshandbuch durch seine Methode oder durch den Lärm, den sein Autor verursacht, Bestand hat. Die Antwort wird, wie fast immer an der Börse, mit dem nächsten Zyklus kommen.


Dieser Artikel stellt keine Finanzberatung dar. Die genannten Renditen sind Aussagen des Buchautors und wurden nicht auditiert.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (336 Antworten).

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