Norsk Hydro und die 13,6 %: Das Jahr, in dem Dividendenstrategien sich auszahlten
Kann man von Dividenden leben, ohne vermietete Immobilien oder ein Erbe zu besitzen? Im Jahr 2022, einem Jahr mit breiten Kursverlusten, schütteten einige börsennotierte Unternehmen zweistellige Renditen an ihre Aktionäre aus. Der norwegische Konzern Norsk Hydro schloss als großer Sieger mit einer Netto-Rendite von 13,61 % ab, laut den Ende des Jahres veröffentlichten Daten. Im Jahr 2021 lag die gleiche Gesellschaft bei nur 2,53 %. Ein enormer Sprung, gemessen nach Steuern und Gebühren, nicht davor.
Dieses Ereignis fasst die These des Dividendeninvestors gut zusammen: Der Aktienmarkt wurde hart bestraft, was Zielkurse ermöglichte, die zuvor unerreichbar schienen. Die Frage ist natürlich, ob jemand mit weniger als 50.000 Euro ein solches Portfolio aufbauen kann, ohne große Verluste hinzunehmen.
Welche Unternehmen zahlten 2022 tatsächlich Dividenden?
Das finale Podium kombinierte hohe Renditen mit anderen bescheidenen Werten, da eine vernünftige Dividendenstrategie nicht nur nach der höchsten Zahl strebt. Einige argumentieren, dass das Ziel bei durchschnittlich 4 % netto liegen sollte, indem man Unternehmen mit 7 % Rendite mit solchen mischt, die 2 % bieten und Ausgleich schaffen, wenn andere kürzen. Nur Norsk Hydro, Yara (9,33 % brutto) und Gaztransport Technigaz (3,17 % brutto, mit einer kumulierten Wertsteigerung von 57 %) decken drei unterschiedliche Profile ab.
IBM schloss das Jahr mit einer kumulierten Rendite von 6,12 % ab, nachdem im Dezember eine annualisierte Dividende von 4,74 % ausgeschüttet wurde, und Ambev kündigte eine Erhöhung auf 5,11 % brutto für 2023 an. Der brasilianische Brauereikonzern handelt mit einem KGV (PER) von 18, ein Wert, der manche Anleger nicht abschreckt, andere aber ärgert. Herrlich, beschreibt ihn, wer ihn hält.
Die 10 %, die der Fiskus behält: Die Steuer auf PTPs
Ende 2022 tauchte das Problem auf, das niemand einkalkuliert hatte. Die US-Steuerbehörde aktivierte die Erhebung einer 10 %-Steuer auf den gesamten Verkauf von Anteilen an PTP-Unternehmen (Publicly Traded Partnerships), anwendbar ab dem 1. Januar 2023 und danach nicht abzugsfähig. Diese Steuer besteuert nicht den Gewinn, sondern den gesamten Transaktionswert. Sie betrifft Namen wie Brookfield Infrastructure (BIP), Enterprise Products (EPD), AB oder Lazard.
Die praktische Reaktion war einfach: Viele Broker empfahlen, Positionen vor Jahresende zu schließen. Ein Investor mit BIP im Portfolio stand vor der Wahl, mit Verlust zu verkaufen oder den Abschlag hinzunehmen. Manche argumentieren, dass bei Titeln mit geringem Aufwärtspotenzial der Steuervorteil zum Handeln zwingt; andere sehen darin einen weiteren Grund, bestimmte Werte niemals zu verlassen.
IAG, Boeing und die Kunst, verschuldete Monopolisten zu kaufen
Eine der am häufigsten wiederholten Analysen des Jahres betraf IAG. Die Fluggesellschaft schleppte Schulden in Höhe von fast 20 Milliarden Euro mit sich und verdiente selbst im besten Geschäftsjahr der letzten fünf Jahre kaum 2 Milliarden. Zehn reine Jahre, im optimistischsten Szenario, nur um die Bilanz wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Schlussfolgerung ließ keinen Spielraum: Raus damit.
Boeing ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt. +40 % für jene, die nach dem Crash einstiegen. Ein Geschäft mit einem fast unüberwindbaren Burggraben (Moat) und einer direkten Verbindung zur US-Regierung. Man kann hohe Schulden haben und dennoch attraktiv sein, wenn der Burggraben tief genug ist. BASF, mit einem ähnlichen Problem, wurde ebenfalls ins Portfolio aufgenommen, in der Hoffnung, später günstiger einzusteigen.
Intel, ARM und RISC-V: Der Kampf, den niemand beachtet
Der Absturz deutscher Werte war das Leitmotiv des Sommers: BASF -30 %, E.ON -30 %, SAP -25 %, Intel -32 % im Jahresvergleich. Rabatte, die manche lieber ignorieren und andere offen feiern. Gegenüber Intel entbrannte eine Debatte über die Architektur: X86 verliert seine Vorherrschaft, ARM gewinnt Boden bei Notebooks, RISC-V wartet im Hintergrund. Drei unvereinbare Positionen gegenüber demselben Hersteller.
Wenn die Dividende zur steuerlichen Last wird
Die neue Solidaritätssteuer auf große Vermögen (Impuesto de Solidaridad de Grandes Fortunas) führte zu einer Paradoxie, die wenige erwartet hatten. Betroffene Vermögenswerte, die die Grenze von 60 % Einkommen nutzen wollen, erhalten einen perverse Anreiz: Die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer (IRPF) so weit wie möglich zu reduzieren, was in der Praxis bedeutet, wenig oder gar keine Dividenden zu beziehen. Die Strategie, die manche ernährt, wird für andere zur steuerlichen Hürde.
Währenddessen blieb Apple das Barometer für die makroökonomische Katastrophe. Mit einer Aktie über 118 Euro war die Frage nicht, ob man einsteigt, sondern zu welchem Preis. Referenzen deuteten auf niedrigere Niveaus hin, in die Zone von 80 Euro. Eine der fünf größten S&P 500-Werte, so diese Analyse, zieht Indexfonds, Pensionspläne und Versicherungen hinter sich her: Wenn die Makro-Lage bricht, fällt sie allein.
Am Jahresende war die Bilanz ehrlich: Das Ziel, die Dividenden von 2021 zu verdoppeln, wurde nicht erreicht. Dafür hielt das Portfolio besser stand als der Markt. Auch nicht schlecht, für ein Jahr, in dem fast alle verloren. Das Schwierige war nicht das Gewinnen: Es war, nicht zu verkaufen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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