Lyon: 45 Euro monatlich für schwere Elektroautos

Ab 2024 erhebt Lyon eine Gebühr von 45 Euro pro Monat für das Parken schwerer Fahrzeuge, einschließlich E-Autos über 2,2 Tonnen. Paris prüft ähnliche Maßnahmen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Lyon: 45 Euro monatlich für schwere Elektroautos
Lyon verlangt 45 Euro monatlich für das Parken von E-Autos über 2,2 Tonnen

Lyon plant ab 2024 eine Strafgebühr von 45 Euro pro Monat für Anwohner, deren Fahrzeuge bestimmte Gewichtsgrenzen überschreiten. Es handelt sich nicht um eine Pauschale, sondern um eine gewichtsabhängige Abgabe. Die französische Stadt hat beschlossen, dass Übergewicht kein Problem mehr nur für Verbrennungsmotoren sein soll.

Die Maßnahme tritt ab 2024 in Kraft und legt je nach Antriebstechnologie unterschiedliche Grenzwerte fest: 1.800 Kilogramm für Verbrenner, 1.900 für Plug-in-Hybride und 2.200 für reine Elektrofahrzeuge. Wer diese Werte überschreitet, zahlt als Anwohner 45 Euro im Monat, wobei Familien mit mehreren Kindern Ermäßigungen erhalten. Paris erwägt ein ähnliches Vorgehen. Diese Regelung ergänzt die bereits bestehende französische Zulassungssteuer, die bei Benzin- und Dieselfahrzeugen ebenfalls vom Gewicht abhängt.

Warum das Gewicht zum neuen Feindbild wird

Das offizielle Argument unterscheidet nicht zwischen den Antriebsarten. Ein hohes Fahrzeuggewicht führt bei Verbrennern zu höherem Kraftstoffverbrauch und damit zu mehr CO2-Emissionen, zudem stellt es ein Sicherheitsrisiko dar. Die Maßnahme gilt unabhängig vom Motorisierungstyp.

Das Problem ist jedoch, dass die Elektrotechnik Autos schwerer macht. Batterien haben Masse. Ein Plug-in-Hybrid kratzt oft an der 1.900-Kilogramm-Marke, während ein elektrisches Familienauto deutlich über zwei Tonnen wiegt. Die Paradoxie liegt auf der Hand: Die Fahrzeuge, die steuerlich am meisten begünstigt werden, sind häufig die schwersten auf der Straße. Und Übergewicht ist kein Phänomen, das nur Elektroautos betrifft – es ist ein branchenweites Problem.

Spanien schaut kritisch hinüber: Die CERO-Plakette im Fokus

In Spanien genießen Fahrzeuge mit der Plakette CERO – also Plug-in-Hybride mit über 40 Kilometern elektrischer Reichweite und reine Elektroautos – kostenlose Parkmöglichkeiten ohne Zeitbegrenzung in regulierten Zonen sowie Zugang zu den Innenstadtbezirken von Madrid und Barcelona und zu Umweltzonen (ZBE). Auch Inhaber der ECO-Plakette könnten betroffen sein, sollte die Maßnahme über die Pyrenäen hinweg ausstrahlen.

Die Umsetzung obliegt den Kommunen. Die Strafgebühr könnte durch den Entzug von Privilegien oder durch eine Steuer zur Beibehaltung dieser Vorteile erfolgen. Manche argumentieren, dass Plug-in-Hybride besonders verbrauchsintensiv und emissionsreich werden, wenn die Batterie leer ist, was ihren privilegierten Status schwächt.

Wasserstoff verliert das Rennen bei Bussen

Während die Debatte um das Gewicht weitergeht, schließt sich eine andere Front. Eine französische Stadt hat den Auftrag über 51 Wasserstoffbusse storniert, nachdem festgestellt wurde, dass Elektrobusse im Betrieb sechsmal günstiger sind: 3 Millionen Euro pro Jahr gegenüber 500.000 Euro, was einem Kilometerpreis von 0,95 Euro gegenüber 0,15 Euro entspricht.

In der Diskussion wird angeführt, dass Wasserstoff extrem ineffizient sei, es sei denn, man findet eine natürliche Quelle dafür.

Der eigentliche Verdacht: Steuereinnahmen oder Dekarbonisierung?

Die französische Maßnahme hat einen wiederkehrenden Verdacht neu entfacht. Wenn das Ziel die Reduktion von Emissionen ist, warum dann die Bestrafung emissionsfreier Elektroautos? Die offizielle Antwort verweist auf Gewicht und Sicherheit. In der öffentlichen Debatte wird vermutet, dass es primär um die Generierung von Steuereinnahmen geht. Es wird behauptet, dass, wenn Steuern auf Kraftstoffe sinken, anderswo Geld eingenommen werden muss.

Im Diskurs wird auch angemerkt, dass der spanische Fahrzeugpark nicht einfach durch große Elektroautos ersetzt werden kann: Es gibt nicht genug Lithium und Seltene Erden, um alle Verbrenner zu ersetzen, und das Stromnetz würde eine massive Ladeinfrastruktur nicht bewältigen. Die daraus gezogene Schlussfolgerung lautet, dass Mini-Fahrzeuge, ob elektrisch oder mit Verbrennungsmotor, die Zukunft darstellen.

Ein verwirrender Fakt: In Italien sind der Fiat Panda und der Fiat 500 mit Abstand die meistverkauften Modelle. Im Gesprächskreis wird behauptet, dass hier die Zukunft liege, egal wie sehr die Industrie etwas anderes verkaufen möchte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (175 Antworten).

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