Listerine: Alkohol, Preis und die Warnung vor Mundkrebs

Eine 500-ml-Flasche kostet rund 5 Euro und enthält Alkohol: Die australische Studie, die Mundspülungen mit Mundhöhlenkrebs in Verbindung bringt, und die günstigeren Alternativen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Listerine: Alkohol, Preis und die Warnung vor Mundkrebs
Listerine: Die Mundspülung, die einst Wunden desinfizierte und heute diskutiert wird

Eine 500-ml-Flasche kostet rund 5 Euro und ist schnell leer. Das ist der Einwand, mit dem die Diskussion über Marken-Mundspülungen beginnt: ein hoher Preis für ein Produkt, das in wenigen Wochen verbraucht ist. Von da an wird die Sache komplizierter. Denn Listerine ist nicht nur teuer: Er enthält Alkohol, und das hat alle Alarmglocken zum Läuten gebracht. Manche erinnern daran, dass er im Ersten Weltkrieg in Feldlazaretten zur Desinfektion von chirurgischem Instrumentarium verwendet wurde. Und manche haben ihn schlicht nicht mehr gekauft.

Alkohol im Visier

Der schwerwiegendste Vorwurf stammt aus einer Übersichtsarbeit im Dental Journal of Australia, die zu dem Schluss kommt, dass es „hinreichende Belege" dafür gebe, dass alkoholhaltige Mundspülungen das Risiko für Mundhöhlenkrebs erhöhen. Der beschriebene Mechanismus: Ethanol ermöglicht es krebserregenden Stoffen, besser in die Mundschleimhaut einzudringen, und Acetaldehyd, ein giftiges Nebenprodukt des Alkohols, reichert sich beim Spülen in der Mundhöhle an. Die Schlagzeile der australischen Zeitung, die den Fall aufgreift, lässt keinen Zweifel: Die meistverkauften Mundspülungen „können Mundkrebs verursachen" und sollten aus den Supermärkten genommen werden.

Das ist nicht die einzige Kritik. Eine Zahnärztin sagte einem der Teilnehmer, dass Alkohol langfristig Mundgeruch verursacht. Ein anderer ergänzt: „Auf Dauer verbrennt er dir das Zahnfleisch." Das sind einseitige Behauptungen, keine abgeschlossenen Studien, aber sie zeigen in dieselbe Richtung: Die tägliche Anwendung von Alkohol im Mund ist nicht neutral.

Wirken sie überhaupt, oder ist das Geldverschwendung?

Hier bricht der Konsens auseinander. Ein konkreter Fall: eine schwere Zahnfleischentzündung mit Schmerzen, die das Schlafen unmöglich machten, die nach vier Tagen mit einer fünf-Euro-Spülung abklang, nachdem ein verschriebenes 18-Euro-Gel und 25-Euro-Schienen nichts gebracht hatten. Das Zeugnis stammt aus erster Hand und widerspricht dem Alarm. Andere halten orales Betadine bei Aphten und Wunden für wirksamer: zwei, drei Tage und verheilt.

Die häufigste Empfehlung lautet nicht, sie abzusetzen, sondern zu rationieren: ein- bis zweimal pro Woche, und täglich nur zur Bekämpfung eines konkreten Symptoms, höchstens vier Monate am Stück. Chlorhexidin ist wirksamer und schonender, aber ebenfalls nichts für den Dauergebrauch. Und Vorsicht bei Farbstoffen: Sie färben mit der Zeit Zähne und Gewebe.

Marken, Preise und Hausmittel

Die im Gespräch befindliche Markenlandschaft: Lacer und Elmex als alkoholfreie Optionen, Parogencyl für empfindliches Zahnfleisch, Vitis fürs Zahnfleisch, dazu die Eigenmarken von Lidl und Mercadona (eine spanische Supermarktkette), die deutsche für zwei Euro, die von Mercadona als „ziemlich schwach" beschrieben. Der klassische Spartipp: das Ein-Liter-Format kaufen, nicht die 500-ml-Flasche.

Auch die Hausmittel haben Befürworter und Gegner. Natron wird als bakterizid und antimykotisch dargestellt und soll den pH-Wert des Mundes alkalisieren; ein Teilnehmer berichtet, er sei seit sieben Jahren kariesfrei, nachdem er es mit Meersalz verdünnt anwendet. Verdünnter Essig wird als natürliches Antiseptikum vorgeschlagen, doch die Antwort ist deutlich: Es ist Essigsäure und greift auch den Zahnschmelz an. Verdünntes Wasserstoffperoxid, von einer deutschen Zahnärztin empfohlen, kostet in Spanien etwa 60 Cent die Flasche.



Bleibt die verblüffende Tatsache: Das Produkt, das heute wegen seines Preises und seines Alkohols diskutiert wird, war vor einem Jahrhundert Material für den Operationssaal. Die Mundhygiene hat die Seite gewechselt, ohne dass jemand den Vorgang je abgeschlossen hätte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (33 Antworten).

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