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Zahnpasta in der Kritik: Trockenbürsten und Fluorid im Zweifel
Trockenbürsten, Wasserstoffperoxid und Zweifel an Fluorid bestimmen eine Debatte darüber, ob Zahnpasta und Mundspülung unnötige Ausgaben sind
Zahnpasta: Die Trockenbürst-Methode, die Colgate infrage stellt
Eine trockene Bürste, sanfte Striche zwischen Zahnfleisch und Zahn, zehn Sekunden für je drei oder vier Zähne und zwei Minuten auf der Uhr. Mit dieser Routine — ohne einen Tropfen Zahnpasta — genügt es laut der These, mit der diese Diskussion über bewussten Konsum eröffnet wird, um den Mund in Ordnung zu halten. Zahnpasta wäre im besten Fall eine «Ausrede», sich besser die Zähne zu putzen; Mundspülung schlicht raubkopierter Betrug.
Ausgangspunkt ist eine Aussage, die einem Parodontologen zugeschrieben wird: Mundspülungen rühmen sich, 99 % der Bakterien zu beseitigen, doch diejenigen, die das Zahnfleisch wirklich angreifen, gehören zu den flüchtigen restlichen 1 %. Hinzu kommt, dass viele laut derselben Quelle Zucker enthalten und die Zunge «elend» zurücklassen. Als Hausmittel wird vorgeschlagen: eine Spülung mit einem Drittel 10%igem Wasserstoffperoxid und zwei Dritteln Wasser. Mit dem Hinweis, den Zahnarzt zu fragen — vor allem, wenn in seiner Praxis die Gratisproben der großen Marken nicht reichlich vorhanden sind.
Fluorid, der erste Riss in der Geschichte
Der Einwand kommt schnell: Und das Fluorid? Die Antwort in der Diskussion ist weniger eine Verteidigung der Zahnpasta als ein Zweifel an ihrer tatsächlichen Wirksamkeit. Bei Erwachsenen mit bereits ausgereiften Zähnen sei die Fluoridaufnahme über ein Produkt, das man ein paar Minuten einwirken lässt und ausspuckt, mehr als fragwürdig. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass das in Supermärkten wie Mercadona verkaufte Jodsalz ebenfalls Fluorid enthält — eine Aufnahmquelle, die fast niemand mitrechnet.
Manche gehen weiter und behaupten, Fluorid sei ein Nebenprodukt der Aluminiumverarbeitung, das zur Zahnpasta und ins Trinkwasser «recycelt» wurde. Es ist eine Verschwörungstheorie ohne belegte Grundlage, aber sie kursiert. Dagegen steht die Mehrheitsmeinung in der Diskussion nüchterner: Fluorid in moderaten Dosen beugt Karies vor, weshalb man es jahrzehntelang dem Stadtwasser beigemischt hat.
Putzen ohne Zahnpasta: besser oder schlechter für den Zahnschmelz?
Hier bricht der Konsens auseinander. Manche verteidigen die Zahnpasta mit einer mechanischen Funktion: Beim Schrubben erhöht sie die Reibung und macht das Putzen wirksamer, sodass man ohne sie stärker schrubben und den Zahnschmelz belasten müsste. Andere halten das Gegenteil: Zahnpasta ist ein Scheuermittel, und ohne sie reinigt eine gut geführte weiche Bürste genauso gut. Der wiederholte Rat: bei empfindlichen Zähnen Zahnpasten mit geringer Abriebwirkung verwenden und sich Zeit lassen.
Wasserstoffperoxid taucht wieder als Allzweckmittel fürs Zahnfleisch auf, ebenso Salzwasser. Eine konkrete Erfahrung: Jemand erzählt, sein Cousin, seit 35 Jahren Zahnarzt, empfehle genau das. Die Zwischenraumreinigung gerät derweil als großer Vergessener ins Gespräch: Wer seit Jahren Zahnseide benutzt, will nicht mehr darauf verzichten.
Das Geschäft mit der Frische und die Hausmittel-Alternative
Das Preisargument zieht sich durch die ganze Diskussion. Die teuerste getestete Zahnpasta kostet 12 Euro für zwei 50-Milliliter-Tuben; die Billigvariante, drei 200-Milliliter-Tuben zum Preis von zwei. Die Schlussfolgerung ist einstimmig: Der Aufpreis kauft keine bessere Gesundheit, sondern Geschmack und Schaum. Und die Selbstmach-Rezepte — Ton, Glycerin, Asche von Auberginenschale, Pfefferminz- und Rosmarinaufguss — werden aus reiner Bequemlichkeit verworfen: zu viel Arbeit für ein Produkt, das Centbeträge kostet.
Die 0,12%ige Chlorhexidin-Spülung ist laut einem Teilnehmer der Wirksamkeitssieger gegen Empfindlichkeiten, mit dem Nachteil, dass sie die Zähne verfärbt. Als eine Supermarktkette sie vom Markt nahm und durch 1%ige Hexetidin ersetzte, war die Beschwerde sofort: Dann muss man eben zur Apothekenvariante greifen.
Am Ende die verblüffende Erkenntnis: Die meisten sind sich einig, dass wirklich wichtig sind Putzen, Zahnseide und Zeit vor dem Spiegel. Und trotzdem will kaum jemand auf das Frischegefühl danach verzichten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (34 Antworten).
Fast jede Zahnpasta enthält 1450 ppm Fluorid, egal welchen Preis sie kostet. Die eigentliche Debatte dreht sich um die Fluoridart, das Scheuermittel und die Zusatzstoffe.
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