Kraftstoff für 1,46 €: Der Preis, der ärgert, und die Rechnung, die nicht aufgeht
1,46 € für einen Liter Benzin (95 Oktan) sind ärgerlich. Es ist ärgerlich, auch wenn der halbe Kontinent mehr zahlt, und besonders ärgerlich, wenn der Nachbar am selben Morgen nur 1,25 € bezahlt hat. Der Kraftstoffpreis ist nicht mehr nur ein Wirtschaftsdatum, sondern ein Thermometer der schlechten Laune: Jedes Tanken ist eine kleine Niederlage und jeder Beleg ein Grund, Schuldige zu suchen.
Das Auffällige ist nicht die Zahl, sondern die Landkarte. Im Verlauf werden Preise genannt wie Diesel für 1,29 € pro Liter, 95er Benzin für 1,34 € an einer Low-Cost-Station, 1,279 € in Navarra im Morgengrauen, 1,49 € an einer Repsol-Tankstelle in der Stadt, 1,46 € bei einer kürzlichen Tankfüllung und 1,64 € an einer anderen Zapfsäule. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Preis im selben Land liegt eine Differenz von mehr als dreißig Cent, obwohl es das gleiche Produkt ist.
Warum kostet der Liter je nach Tankstelle unterschiedlich?
Die am häufigsten genannte Antwort hat nichts mit der Qualität des Kraftstoffs zu tun. Wer seit einem Jahrzehnt an Low-Cost-Stationen tankt, versichert, dass der Dieselfilter sauber und ohne Verunreinigungen ist, und schreibt den Unterschied der Werbung, dem Sponsoring und dem ganzen Drumherum der etablierten Marken zu. An einer bekannten Station mehr zu bezahlen als an einer ohne auffälliges Logo, käme in dieser Logik bedeuten, für das Logo zu bezahlen.
Die geografische Kluft fügt eine weitere Ebene hinzu. Eine Tankfüllung in Navarra für 1,279 € und eine andere in einer beliebigen Hauptstadt für 1,49 € lassen sich nicht nur durch die Marke erklären, sondern durch den Wettbewerb in der jeweiligen Region, die Grundstückskosten und die Dichte der Tankstellen. Für den durchschnittlichen Autofahrer ist die Erklärung egal: gleicher Kraftstoff, gleicher Motor, dreißig Cent Unterschied.
Wie viel des Kraftstoffpreises sind Steuern?
Dies ist einer der am stärksten diskutierten Punkte. Es wird behauptet, dass die Besteuerung der größte Inflationsfaktor ist und dass jede Preiserhöhung pro Liter am Ende eher der Einnahmenerzielung als der Abschreckung oder dem Umweltschutz dient. Als indirektes Argument wird ein Preis angeführt, der seit 2004 stabil ist – der Preis für ein Gramm Kokain, etwa 60 € –, um zu schlussfolgern, dass nicht die Produkte teurer werden, sondern die Last, die ihnen auferlegt wird.
Demgegenüber steht die gegenteilige Sicht: dass der Kraftstoff auf einen globalen Markt reagiert und dass weder die Steuern noch die jeweilige Regierung den Ölpreis bewegen. Dass Rohöl sich den 90 Dollar nähert und einige Analysen aufgrund energetischer Grenzen eine weltweite Rezession vorhersagen, deutet eher auf ein Angebotsproblem als auf ein Steuerproblem hin. Beide Versionen existieren nebeneinander, ohne sich groß zu stören.
1.500 € Gehalt und 1,50 € Benzin: Der Vergleich, der die Beschwerde ordnet
Wenn die Gehaltsabrechnungen ins Spiel gebracht werden, wird der Ärger zur Arithmetik. In Schweden zahlt man 2,07 € pro Liter bei einem Durchschnittsgehalt von etwa 4.000 € im Monat; in Spanien 1,47 € bei einem Durchschnittsgehalt, das in den kursierenden Berechnungen bei 1.000 € liegt. So gesehen ist der schwedische Kraftstoff im Verhältnis zum spanischen günstiger. In den USA schwanken die Zahlen: Einige rechnen mit 1,70 Dollar pro Liter bei Gehältern von 4.000 $, während andere einen Durchschnitt von 0,85 € pro Liter nach internationalen Kraftstoffpreis-Serien angeben.
Daraus ergibt sich die unangenehme Schlussfolgerung: Das Problem ist nicht, was der Liter kostet, sondern was er im Verhältnis zum Einkommen kostet. Derselbe Preis kann in einem Land eine Nebensächlichkeit und in einem anderen ein Mobilitätsproblem sein.
Kann man in Spanien ohne Auto leben?
Es gibt Menschen, die ihr Auto vor über einem Jahr abgeschafft haben und dies als erhebliche Ersparnis ohne Benzin- und Nebenkosten betrachten. Und es gibt jene, die antworten, dass das Problem nicht der Verzicht auf ein Fahrzeug sei, sondern der Zwang, immer mehr aufzugeben: zuerst das Auto, und was dann? Bei diesen Preisen hätte die private Mobilität wohl bald ein Ende, aber die Alternative existiert außerhalb der Großstädte nicht immer.
Das Bild wird durch zwei Details vervollständigt, die Unbehagen auslösen. Erstens die Kritik an denen, die ein Stadt-SUV gekauft haben, um Brötchen zu holen, und sich nun über den Verbrauch beschweren. Zweitens die Zugangsbeschränkungen für ältere Autos in Madrid, die den gewohnten Kompaktwagen aus dem Zentrum verdrängen, während große Fahrzeuge ungehindert fahren dürfen.
Das Auto als Luxusgut
„Nur die Reichen werden ein Auto haben“, fasst ein Teilnehmer der Debatte zusammen. Die Mobilität würde von einem diffusen Recht zu einem Privileg des Einkommens werden, mit Elektrizität als nächster Grenze, ohne dass jemand zu wagen versucht, die Kosten pro Kilometer zu berechnen. Das Land, das damit prahlt, bei erneuerbaren Energien führend zu sein, blickt unterdessen mit demselben Gesicht zur Zapfsäule wie jene, die es nicht sind.
Und dann ist da das Schweigen. Niemand geht protestieren, oder so wird es spöttisch wiederholt: Die Geduld erträgt Preise und Bedingungen, ohne dass etwas passiert. Die Frage schwebt schon lange in der Luft: Wenn Benzin für 1,46 € diesen Sturm auslöst, was müsste passieren, damit jemand auf die Straße geht?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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