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Jahrzehntealte Flaschen, die man noch trinken kann: Was verfällt und was nicht
Ein Gin mit spanischer Steuerplombe in Peseten ist Jahrzehnte später noch gut: Hochprozentiges verfällt nicht, aber Wein und Cava werden schlecht
Ihr Gin mit Steuerplombe in Peseten schmeckt noch immer
Verfällt eine Flasche Gin, die vor vier Jahrzehnten abgefüllt wurde? Die kurze Antwort lautet nein, und der Beweis steht im Glas: ein Relleniton's, in den 70er- oder 80er-Jahren in Spanien unter englischer Lizenz gekauft, ungeöffnet, mit der Steuerplombe in Peseten und dem Franco-Wappen noch auf dem Etikett, kürzlich in einem Gin Tonic serviert und als völlig trinkbar beschrieben. Die Szene stammt von jemandem, der von seinem abstinenten Vater eine Sammlung aus Chivas, Cognac, Cava und Gin geerbt hat, jahrzehntelang dunkel gelagert, und die er nun nach und nach aufbrauchen will, ohne sich zu vergiften oder Geld zu verschwenden.
Die chemische Erklärung ist einfach und lässt wenig Raum für Fantasie: Über 40 Grad wirkt Ethanol als Konservierungsmittel, und kein Lebewesen überlebt, um den Inhalt zu verändern. Hochprozentige Destillate halten unbegrenzt, solange die Flasche verschlossen bleibt. Glas ist nicht porös, der Austausch mit der Umgebung, der im Fass stattfindet, stoppt hier vollständig. Was am Abfülltag drin war, ist heute noch drin.
Was ist mit Wein, Cava und Wermut
Das Argument bricht zusammen, wenn der Alkoholgehalt sinkt. Ein Wermut mit 15 Grad ist ein anderes Kapitel, und Wein ist ein leicht verderbliches Lebensmittel, das, so die Auffassung in der Diskussion, möglichst bald getrunken werden sollte. Den Essigstich verursachen Bakterien, die in allen Weinen vorhanden sind; man kann nur Bedingungen schaffen, die sie nicht ausbreiten lassen: stabile Temperatur um die 16 Grad und ein Verschluss, der keinen Sauerstoff eindringen lässt – was der Korken mit der Zeit durch Degradation doch zulässt. Brandy dagegen wird nie essigig.
Cava verdient ein eigenes Kapitel. Ihn zur Reifung zu lagern ist ein klassischer Fehler: Er verliert nach der Abfüllung schnell an Qualität. Das ist nicht dasselbe wie ein gut gelagerter Rotwein zur Reifung, bei dem bestimmte langsame chemische Umwandlungen durchaus geschätzt werden. Die Grenze zwischen Verbesserung und Verfall ist eher kulturell: Die Ester, die für den Menschen gut riechen, sind streng genommen das Produkt eines Abbauprozesses.
Der Korken, die einzige echte Schwachstelle
Die Erfahrung anderer zeigt auf denselben Punkt. Eine Flasche Torres von vor 40 Jahren, Restbestand aus einem geschlossenen Restaurant, wurde bei einem Familienessen geöffnet: Sie war weich, hatte etwas Flüssigkeit verloren und der Korken zerbröckelte bei der Berührung, aber der Inhalt wurde ohne Probleme getrunken. Eine Flasche 12-jähriger Old Parr Whisky, zweieinhalb Jahrzehnte in einem geschlossenen Laden gestanden, erging es genauso, und wer sie probiert hat, lebt noch.
Das Risiko liegt nicht im Alkohol, sondern im Verschluss und in der Lagerung. Eine Flasche Rioja Reserva, die Jahre auf einem hohen Küchenregal unter einer 50-W-Halogenlampe und in der Sommerhitze stand, landete im Ausguss: Farbe, Geruch und Geschmack nach Essig. Der Lagerort zählt mehr als das Alter.
Der Wert einer Flasche, die niemand öffnet
In der Diskussion taucht auch ein wirtschaftlicher Aspekt auf: Manche alte Whiskys sind heute mehr wert als bei ihrer Abfüllung. Ein Wild Turkey 101 von 1988, aus der Zeit, als das Etikett noch acht Jahre angab, wurde zum Preis von 1988 mit 10 % Rabatt gekauft, knapp unter 11 Euro; ältere Abfüllungen erzielen auf dem Zweitmarkt deutlich mehr, wie im Thread behauptet wird. Die Alkoholsteuern steigen ständig, also funktioniert die unangetastete Flasche als Wertspeicher, so zynisch das klingt.
Die Versuchung, sie als Deko stehen zu lassen, hat ihre eigene Berechtigung: Wenn sich der Inhalt weder verbessert noch verschlechtert, dient das Öffnen nur dazu, ihn zu trinken. Feine Ironie bei denen, die behaupten, diese Flaschen würden verfallen und man müsse sich beeilen, sie zu entkorken. Fast immer sagt das jemand, der sie selbst trinken will.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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