Kuhmilch im Rückgang: Hafermilch erobert den Kühlschrank
Kuhmilch verliert gegenüber pflanzlichen Getränken an Boden. Das ist die Erkenntnis derjenigen, die den klassischen Karton gegen Hafer-, Soja- oder Mandelmilch getauscht haben, und der sinkende Marktanteil scheint diese Entwicklung zu bestätigen. Doch bei genauerer Betrachtung von Preisen, Dermatitis, Kefir und internationalen Handelsabkommen erweist sich der Austausch als weniger geordnet. Es gibt Gesundheitsgründe, Trends und vor allem viel Geld, das im Hintergrund fließt.
Warum wird immer weniger Kuhmilch gekauft?
Es ist eine Mischung aus Kosten, gebrochenen Gewohnheiten und wahrgenommener Gesundheit, nicht nur ein einziger Grund. Die Milch im Karton ist nach wie vor eines der günstigsten Produkte im Regal, aber wer auf pflanzliche Alternativen umsteigt, tut dies nicht wegen des Preises: Er tut es, weil es ihm besser tut oder weil er sie nicht mehr braucht. Es gibt Menschen, die jegliche Milchprodukte, einschließlich Joghurt und Kefir, eliminiert haben und behaupten, so besser zu leben.
Es gibt jedoch auch eine starke Gegenmeinung. Ein halbes Dutzend Zeugnisse versichert, einen halben Liter Milch pro Tag zu konsumieren, plus ein paar Joghurts und Käse, ohne schwere Verdauung, Kopfschmerzen oder Dermatitis, und sie beabsichtigen nicht, ihre Gewohnheit zu ändern, egal wie modisch pflanzliche Ernährung gerade ist.
Verschwindet die Dermatitis durch den Verzicht auf Kuhmilch?
Es gibt keine eindeutige Antwort, nur Berichte, die zeitlich übereinstimmen. Mehrere weisen auf dasselbe Muster hin: Kuhmilch weglassen, auf Hafer- oder Sojamilch umsteigen und sehen, wie die Dermatitis verschwindet. Ein detaillierter Fall beschreibt seborrhoische Dermatitis an den Seiten der Nase und der Stirn, mit Schuppen, die nach der Umstellung verschwanden.
Man muss das Zeugnis von der Ursache trennen. Dass zwei Dinge gleichzeitig passieren, beweist nicht, dass das eine das andere verursacht, und hier hat niemand eine klinische Studie durchgeführt. Die Frage, die im Raum steht, ist eine andere: Liegt eine Laktoseintoleranz vor? Der Zusammenhang zwischen Kuhmilch und Dermatitis ist nicht durch Daten bewiesen; wer es jedoch erlebt hat, setzt ihn als gegeben voraus.
Teuer und mit Süßstoffen: Das Kleingedruckte der Pflanzenmilch
Das andere große Argument ist wirtschaftlicher Natur und betrifft die Kennzeichnung. Pflanzenmilch ist teuer für das, was sie enthält, und ein großer Teil der verkauften Produkte ist voll mit Süßstoffen. Die Ausnahme ist Hafermilch, die nur aus Hafer und Wasser besteht: ohne Konservierungsstoffe, ehrlicher und mit einer unangenehmen Haltbarkeit, da sie nur drei oder vier Tage hält, bevor sich der Geschmack verändert.
Es gibt auch diejenigen, die es selbst herstellen. Soja-, Hafer- oder Tigernussmilch in der Küche selbst zu machen ist günstig, aber gleichzeitig ein echter Krampf, wie diejenigen sagen, die es eine Zeit lang versucht haben: Wenn man sie kauft, kostet es Geld; wenn man sie macht, kostet es einen den ganzen Vormittag. Das Fazit dieses Sektors ist radikal: Man kann ohne jede Art von Milch leben.
Warum sollte Haferdrink nicht Milch genannt werden?
Weil Milch im strengen Sinne immer aus der Zitze eines Säugetiers stammt; der Rest sind Säfte oder Flüssigkeiten aus Pflanzen und Getreide. Das ist das am häufigsten genannte Argument gegen die Gleichsetzung. Die Nuance ist, dass es seit Jahrhunderten Tradition ist, Mandeldrink „Milch“ zu nennen, und die Marken werden nicht auf ein Wort verzichten, das den Absatz fördert.
In diesem Bereich wird auch darüber diskutiert, was echte Milch ist. Ob das Eigenmarken-Produkt oder das der großen Molkereien: Alle stammen aus demselben Prozess: Alles wird sterilisiert, in eine weiße Flüssigkeit verwandelt und anschließend mit Kalziumpulver und Vitaminen angereichert. Ist das noch Milch? Laut dieser Kritik: nur bedingt.
Blair House und das Geschäft hinter der Soja
Hier kommt die geopolitische Komponente ins Spiel, die immer von Misstrauen begleitet wird. Eine der am weitesten verbreiteten Versionen besagt, dass der Aufschwung der Pflanzenmilch auf die Blair-House-Abkommen zwischen der Europäischen Union und den USA zurückzuführen ist, durch die sich Europa verpflichtete, keine pflanzliche Proteine zu produzieren, und das Geschäft in die Hände amerikanischer Multinationals legte. Das Abkommen wurde 1994 ratifiziert, im Austausch dafür, dass Washington Europa erlaubte, subventionierte Produkte wie Milchüberschüsse zu exportieren.
Diesem Bericht zufolge war es unter diesen Rahmenbedingungen nur eine Frage der Zeit, bis die Soja-Giganten den Markt eroberten. Es ist eine Hypothese, die Anhänger findet, die hier jedoch niemand mit Dokumenten bewiesen hat; Tatsache ist jedoch, dass starke wirtschaftliche Interessen dahinterstehen, den Konsum von einem Produkt auf ein anderes zu verlagern.
Achttausend Jahre Käse essen und das Argument der unverdaulichen Soja
Das historische Argument schlägt in zwei Richtungen aus. Domestizierte Säugetiere ernähren Europa seit mindestens 8.000 Jahren täglich mit Käse und Milch (Kuh, Büffel, Ziege, Schaf), fast unbewusst. Im Gegensatz dazu ist Soja so schwer verdaulich, dass selbst die Asiaten, die sie seit Jahrtausenden bearbeiten, sie fermentieren mussten, damit sie verträglich wurde – und aus dieser Notwendigkeit entstand die Sojasauce.
Das wird als halbwegs wahr entgegnet. Bis vor kurzem war der Konsum von Kuhmilch für diejenigen erschwinglich, die Vieh besaßen oder sie kaufen konnten, ein kleiner Teil der Bevölkerung; im ländlichen Spanien nahmen die Urgroßeltern kaum Mengen an Schafskäse zu sich. Milch zu trinken, als wäre sie Wasser, ist ein Kind der industrialisierten Viehwirtschaft, nicht der Tradition.
Kefir, das Thermometer zwischen Milch und Saft
Der interessanteste Beweis ist der Kefir. Die Kulturen überleben in Kuh-, Schaf-, Ziegen- oder sogar Stutenmilch, wie sie die Mongolen vor Jahrhunderten tranken, aber sie sterben in Soja-, laktosefreier oder Mandelmilch ab. Die Kultur fungiert als unfreiwilliges Thermometer: Was fermentiert und wächst, ähnelt der tierischen Milch mehr als der Rest im Regal.
Im Hintergrund sorgt die Mikrobiota – Laktobazillen, Streptokokken, Candida – für ebenso viel Zweifel wie Interesse. Es gibt Leute, die mit einem aus Russland stammenden Kefir prahlen, der wortgewiss nie gefroren oder dehydriert wurde, und es gibt jene, die spöttisch antworten, dass die Zertifizierung einer zweitausendjährigen Stammführung eine ganz andere Sache ist.
Der Trend deutet darauf hin, dass der Anteil der Kuhmilch weiter sinkt, während sich die pflanzlichen Alternativen etablieren. Bei Ernährungstrends sollte man jedoch nicht zu viel darauf wetten: Was heute wie ein Kreuzzug gegen den klassischen Karton aussieht, könnte in einigen Jahren wieder das Hauptprodukt sein. Vorerst füllt sich der Kühlschrank mit Hafer.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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