Isabel Rodríguez leitet neues spanisches Wohnungsministerium

Isabel Rodríguez übernimmt das neue Ministerium für Wohnen und Stadtplanung in Spanien, mit der Aufgabe, das umstrittene Wohnungsgesetz durchzusetzen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Isabel Rodríguez leitet neues spanisches Wohnungsministerium

Am 20. November 2023 verließ Isabel Rodríguez die Regierungssprecherin und das Amt für Territorialpolitik, um das neu geschaffene Ministerium für Wohnen und Stadtplanung zu übernehmen, wie die Presse berichtete. Die Zuständigkeiten für den Wohnungsbau liegen bei den autonomen Gemeinschaften, und mehrere von ihnen, regiert von der PP (Partido Popular), haben Klagen gegen das Wohnungsgesetz wegen Kompetenzverletzungen angekündigt. Die Ministerin muss eine Norm anwenden, die einige Regionen ablehnen.

Warum ein Ministerium, wenn die Kompetenzen dezentralisiert sind?

Die Schaffung eines Ministeriums bedeutet nicht automatisch die Übernahme exekutiver Befugnisse. Wie im Gesundheits- oder Bildungswesen kann der Staat allgemeine Rahmenbedingungen festlegen, Politiken koordinieren und EU-Mittel verwalten. Im Bereich des Wohnens behält die Zentralregierung die Gesetzgebungskompetenz für Aspekte wie Mietpreisbremsen oder Zwangsräumungen, solange sie nicht in die Autonomie der Regionen eingreift. Das Ministerium für Wohnen und Stadtplanung wurde mit dem Versprechen gegründet, das 2023 verabschiedete Wohnungsgesetz umzusetzen, das unter anderem Referenzpreisindizes zur Begrenzung der Mieten in angespannten Gebieten einführt. Die Umsetzung hängt jedoch von den autonomen Gemeinschaften ab, die diese Gebiete definieren und Hilfsprogramme verwalten. Mehrere PP-regierte Regionen haben bereits angekündigt, das Gesetz nicht anzuwenden, und haben Verfassungsklage erhoben. Die Ministerin wird verhandeln oder Lösungen finden müssen, damit das Gesetz nicht wirkungslos bleibt.

Das Kernproblem: Unzureichendes Angebot und steigende Preise

Die Diagnose ist unter Analysten weitgehend einhellig: In Spanien wird viel zu wenig Wohnraum gebaut, und die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich, was die Preise treibt. Experten weisen auf einen Neubau-Defizit hin, der seit der Krise von 2008 besteht. Während des Immobilienbooms wurden jährlich mehr als 400.000 Wohnungen errichtet, doch nach dem Platzen der Blase fiel das Tempo auf ein Minimum. Zwischen 2011 und 2019 wurden laut Analysen insgesamt nur etwa 200.000 Wohnungen gebaut. Die Pandemie und gestiegene Materialkosten verschärften die Lage. Nun, mit hohen Euribor-Sätzen, ist die Finanzierung teurer, und viele Projektentwickler stoppen Vorhaben. Das Ergebnis: Eine strukturelle Knappheit, die Kauf- und Mietpreise nach oben drückt.

Angekündigte Maßnahmen: Temporäre Mieten und Golden Visa

Vizepräsidentin Yolanda Díaz hat versprochen, Saisonmieten zu regulieren, Golden Visas abzuschaffen und Steuererleichterungen für den Hauskauf zu überprüfen, wie in Debatten geäußert wurde. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, Spekulation einzudämmen und das Wohnangebot zu erhöhen. Saisonmieten sind nach Angaben, die im Umlauf sind, um 40 % gestiegen, weil einige Eigentümer sie nutzen, um Preisgrenzen zu umgehen. Die Regulierung dieser Kategorie ist komplex: Sie muss zwischen Ferienvermietung und Saisonmieten für Arbeitnehmer oder Studenten unterscheiden. Bezüglich der Golden Visas will die Regierung sie aufgrund ihrer Verbindung zum Immobilienkauf durch ausländische Investoren streichen, obwohl ihr tatsächlicher Markteinfluss begrenzt ist. Steuerabzüge für den Erwerb, die 2013 abgeschafft wurden, könnten wieder eingeführt werden, falls die vom Kabinett ausgehandelte Steuerreform genehmigt wird.

Katalonien schließt 28.000 illegale Ferienwohnungen

Die Generalitat (Regierung Kataloniens) hat angekündigt, 28.000 illegale Ferienwohnungen zu schließen, um den Druck auf den regulären Mietmarkt zu verringern. Katalonien hatte bereits ein Dekret zur Einschränkung touristischer Lizenzen erlassen und geht nun einen Schritt weiter. Einige Sektoren reagieren skeptisch auf die Maßnahme und bezweifeln ihre Wirksamkeit. In anderen Städten wie New York hat die Regulierung von Kurzzeitvermietungen die Zahl der legalen Ferienwohnungen von 40.000 auf 3.000 reduziert, aber die Hotelpreise in die Höhe getrieben, wie in der Debatte angeführt wird. Die Frage steht im Raum: Wird sich dieser Druck auf den Wohnraummietmarkt verlagern oder einfach nur der Tourismus teurer?

PP klagt vor dem Verfassungsgericht

Die von der PP regierten autonomen Gemeinschaften haben Verfassungsklagen gegen das Wohnungsgesetz angekündigt. Sie argumentieren, es verletze regionale Kompetenzen und schrecke Investitionen ab. Die Regierung hält das Gesetz für voll verfassungsgemäß und betont, dass die Regionen Spielraum für Anpassungen hätten. Der Rechtsstreit könnte die Anwendung der Norm um Monate oder Jahre verzögern. Unterdessen steigen die Preise weiter, und das Angebot reagiert nicht. Ministerin Isabel Rodríguez muss mit diesem Widerspruch leben: Ein Ministerium mit wenigen direkten Befugnissen und ein Gesetz, das von denen abhängt, die es ablehnen.

Was ist zu erwarten?

Das neue Ministerium hat keine Zauberstäbe. Sein Erfolg hängt von der Verhandlungsfähigkeit mit den Regionen und dem politischen Willen ab, Maßnahmen durchzusetzen, die bei Eigentümern unbeliebt sind. Der großflächige Bau von öffentlichem Wohnraum, wie in anderen Ländern praktiziert, würde nachhaltige Investitionen und verfügbare Flächen erfordern. In Spanien existieren öffentliche Grundstücke, aber ihre Mobilisierung ist langsam. Ohne ein signifikantes Angebotsplus könnte jede Preisregulierung ins Leere laufen. Vorsichtige Prognose: Wenn nicht mehr gebaut wird und Mieten nicht effektiv reguliert werden, bleibt das Problem bestehen. Das Wohnungsministerium ist ein Bekenntnis zur Absicht, aber die Fakten stehen noch aus.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (158 Antworten).

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