Iran erhält erste Lieferung russischer Sukhoi-35 Kampfflugzeuge

Ein unbestätigter Bericht besagt, dass der Iran die erste Lieferung russischer Sukhoi-35 erhalten hat, doch Analysten vermuten ein Modellflugzeug.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Iran erhält erste Lieferung russischer Sukhoi-35 Kampfflugzeuge
Iran erhält erste Lieferung russischer Sukhoi-35 Kampfflugzeuge

Der Iran hat laut einer Diskussion in den sozialen Medien die erste Lieferung von Sukhoi-35 Kampfflugzeugen aus Russland erhalten. Der Text behauptet, dass das Flugzeug eine Höchstgeschwindigkeit von 2.778 km/h erreicht und eine Reichweite von 3.600 km besitzt, was ausreicht, um Ziele in 1.030 km Entfernung anzugreifen und anschließend wieder im iranischen Territorium zu landen, ohne die Treibstoffmenge zu verändern. Die Behauptung wird jedoch schnell angezweifelt: Mehrere Teilnehmer argumentieren, dass das Video, das den Post begleitet, ein ferngesteuertes Modellflugzeug und keinen einsatzbereiten Kampfjet zeigt. Die Diskrepanz zwischen der Ankündigung und dem visuellen Beweis prägt den gesamten Austausch.

Was ist über die erste Lieferung von Sukhoi-35 für den Iran bekannt?

Der Ausgangspunkt ist ein Social-Media-Post, der die Lieferung der ersten Sukhoi-35 an den Iran als gegeben voraussetzt. Die ursprüngliche Nachricht nennt keine offizielle Quelle oder Vertragsdokumente, sondern gibt lediglich Text mit Geschwindigkeits- und Reichweitenangaben wieder. Darauf aufbauend teilt sich die Diskussion zwischen jenen, die die Nachricht als strategische Wende lesen, und jenen, die sie als unbestätigte Propaganda abtun. Ein genaues Lieferdatum wird zu keinem Zeitpunkt genannt.

Was in dem Austausch jedoch erwähnt wird, ist ein Kontextdatum: Das letzte Mal, dass Russland Kampfflugzeuge an den Iran lieferte, war Anfang der 2000er Jahre, als es sich auf sechs Einheiten des Su-25 beschränkte. Dieser Präzedenzfall unterstreicht die Tragweite des Sprungs, der von sechs Bodenangriffsmaschinen zu einer Flotte von Mehrzweckkampfflugzeugen bedeuten würde. Zudem wird erwähnt, dass Moskau Teheran möglicherweise erbeutete westliche Waffen übergeben hat und dass das Weiße Haus darauf hingewiesen hat, dass der Iran fortschrittliche militärische Komponenten, Hubschrauber und Luftverteidigungssysteme erhalten könnte.

Das Video, das nicht passt: Modellflugzeug oder echter Jet?

Der am häufigsten geäußerte Einwand ist visueller Natur. Mehrere Teilnehmer behaupten, dass der Clip ein ferngesteuertes Modellflugzeug zeigt und die Bediener im Hintergrund mit den Fernsteuerungen zu sehen sind. Die Frage ist simpel: Kein echter Kampfjet führt Manöver im Vertikalen in nur drei Metern Höhe über dem Boden aus. Die Anschuldigung der Leichtgläubigkeit richtet sich gegen diejenigen, die den Tweet ohne Überprüfung des Materials geteilt haben.

Auch ein technisches Gegenargument wird angeführt: Eine subsonische Rakete von 500 kg kann nicht von einem Modellflugzeug abgefeuert werden, und das echte Flugzeug hat ein Leergewicht von 12.000 kg. Die Rückstoßkraft beim Abfeuern einer Bordkanone oder das Gewicht der Bewaffnung schließen aus, dass ein Modell das Verhalten eines echten Kampfjets reproduziert. Die Schlussfolgerung lautet, dass das Video – ob es nun ein Modell ist oder nicht – für sich allein genommen die Lieferung einsatzbereiter Jets nicht beweist.

Wie schneidet eine Sukhoi-35 gegen eine F-15 oder F-35 ab?

Die technische Analyse erfolgt an zwei Fronten. Einerseits wird anerkannt, dass die Su-27-Familie über ein rundes aerodynamisches Design mit Schubvektorsteuerung sowie eine beachtliche Nutzlastkapazität, Leistung, Reichweite und Deckenhöhe verfügt. Andererseits wird betont, dass in der modernen Luftkampfführung die Elektronik den Unterschied macht: Luftkämpfe werden heute in einer Entfernung von etwa 25 km entschieden, nicht in Dogfights im Stil der Luftschlacht um England. Radar, die Fähigkeit zum Kampf außerhalb der Sichtweite (BVR) und die Resistenz gegen elektronische Störsender (Jamming) sind die entscheidenden Faktoren.

Der Vergleich mit der israelischen Luftwaffe wird mehrfach gezogen. Es wird argumentiert, dass israelische F-15, unterstützt durch Boden- und Luftradarsysteme, eine Sukhoi-35 mit begrenztem Radar leicht überlegen wären. Umgekehrt wird daran erinnert, dass eine Su-35 in Syrien eine F-22 fotografiert hat, ohne dass diese es bemerkte, was die vermeintliche Unverwundbarkeit der fünften Generation relativiert. Zudem wird der Abschuss einer F-117 im Balkan durch eine SAM-3-Batterie der 1960er Jahre durch Oberst Zoltan Dani zitiert, der eine wiederholte Navigationsroute ausnutzte. Die Lehre: Stealth reicht ohne vorherige SEAD-Mission (Unterdrückung feindlicher Luftverteidigung) nicht aus.

Wo die Flugzeuge gelagert würden und was dies für die Region bedeutet

Auch die logistische Frage spielt eine Rolle. Es wird darauf hingewiesen, dass der Iran unterirdische Basen für diesen Flugzeugtyp vorbereitet hat und diese über verschiedene Standorte verteilen wird, um eine Konzentration an einem einzigen Punkt zu vermeiden. Der Grund hierfür ist die Präsenz von Geheimdiensten und Agenten auf iranischem Territorium, was eine einzelne Basis verwundbar machen würde. Die Streuung wird als Überlebensmaßnahme und nicht als unmittelbare offensive Stationierung interpretiert.

Auf strategischer Ebene deuten einige die Operation als einen Wendepunkt: Der Iran entwickelt sich von einer begrenzten Luftkapazität zu einem Akteur mit ausreichender Reichweite, um weit entfernte Ziele bedrohen zu können. Andere sehen darin lediglich einen weiteren Schritt innerhalb einer Strategie der schrittweisen Aufrüstung, ähnlich wie bei China, das erst Kapazitäten aufbaut, bevor es diese offen zeigt. Die Lieferung wird in jedem Fall durch das verfügbare Material nicht durch offizielle Dokumente bestätigt.

Der Kontext: Ukraine, Sanktionen und Luftfahrtdoktrin

Der Hintergrund der Lieferung liegt im Ukraine-Krieg und im Sanktionsdruck gegen Russland. Es wird argumentiert, dass Moskau Verbündete benötigt und der Iran die Situation nutzt, um sich eine erstklassige Luftwaffe und eine große Anzahl an Raketen zu verschaffen. Die russische Doktrin wird als defensiv beschrieben: eine Luftfahrt, die durch ein weitreichendes Netz aus Radaren und Raketen über dem eigenen Territorium unterstützt wird, ein Erbe aus der Sowjetzeit. Die US-Doktrin hingegen ist auf den Angriff gegen feindliche und verbündete Länder ausgerichtet.

Die Diskussion verlagert sich auf die industrielle Kapazität. Es wird behauptet, dass zwischen westlicher und russischer Technologie ein Entwicklungsrückstand von zwanzig Jahren besteht und dass die Su-35 mit einem Design aus den siebziger Jahren und einer Avionik, die der eines Typhoon vor einem Vierteljahrhundert entspricht, diese Lücke nicht schließt. Die Stornierung russischer Bestellungen nach dem Test ihrer Leistungsfähigkeit in einem konventionellen Konflikt untermauert diese These. Demgegenüber wird erinnert, dass auch die F-16 keine Flugzeuge der fünften Generation sind und die Sukhoi-35 weiterhin ein Flugzeug der vierten Generation mit moderner Elektronik bleibt.



Die Lieferung der ersten Sukhoi-35 an den Iran bleibt zum Zeitpunkt dieser Diskussion ohne offizielle Bestätigung in den verfügbaren Materialien. Ob die Maschinen einsatzbereit sind und in welcher Anzahl, ist eine Unbekannte, die das Video nicht klärt. Fest steht, dass die Episode die Debatte über die technologische Kluft zwischen den Blöcken und den tatsächlichen Wert eines Kampfjets der vierten Generation in einem Himmel, der von Bodenradaren und Langstreckenraketen dominiert wird, neu entfacht hat. Die nächste Lieferung wird – falls sie erfolgt – zeigen, ob die Ankündigung ein Vertrag oder ein Wunsch war.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (102 Antworten).

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