Russland gegen die NATO: 5.604 Panzer und der Krieg der Zahlen

Russische Berichte beziffern 5.604 Panzer und 300.000 gefallene Söldner, doch die NATO hat bisher keine eigenen Truppen in die Ukraine entsandt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Russland gegen die NATO: 5.604 Panzer und der Krieg der Zahlen
Von 5.604 Panzern bis zu 600.000 Opfern: der Krieg der Zahlen

Eine Liste aus acht Zeilen eröffnet das Thema. 318 Flugzeuge, 159 Hubschrauber, 2.198 Drohnen, 179 Flugabwehrraketensysteme, 5.604 Panzer, 866 Raketenwerfer, 3.462 Kanonen und Mörser sowie 6.463 spezielle Militärfahrzeuge. Dies ist das Inventar, das den russischen Streitkräften als zerstertes Material in der Ukraine zugeschrieben wird, und damit wird eine These aufgestellt, die keinen Spielraum für Nuancen lässt: Russlands Sieg gegen die NATO wäre unbestreitbar. Die entscheidende Zahl in dieser Angelegenheit ist jedoch nicht die der Panzer. Sie ist 300.000.

Der Bericht, der die russische These stützt

Die Aufschlüsselung wird als kumulative Zählung verbreitet. Jede Kategorie folgt demselben Narrativ: Die westliche Rüstungsindustrie habe ihr Arsenal nach Kiew geschüttet, und Moskau habe es Stück für Stück zerstört. In diesem Rahmen ist der Verschleiß der NATO keine Zukunftshypothese, sondern eine vollendete Tatsache. Über diesem Ansatz schwebt eine grundlegende Idee: Das gelieferte Material erschöpft sich schneller, als europäische und amerikanische Fabriken es ersetzen können, und diese Asymmetrie entscheidet, mehr als die Taktik, über den Konflikt. Feuerkraft wird hier in Listen gemessen, nicht an der Front.

Die NATO hat weder Truppen geschickt noch Russland bombardiert

Hier bricht die Einstimmigkeit. Gegen diejenigen, die behaupten, der Atlantikpakt kämpfe bereits de facto, ist der Einwand einfach und schwer mit den vorliegenden Zahlen zu widerlegen: Die NATO hat ihre Truppen nicht eingesetzt, ihre Flugzeuge nicht benutzt und kein russisches Territorium bombardiert. Sie hat Waffen geliefert, ja, aber eine Waffe zu liefern und sie zu benutzen, sind zwei verschiedene Dinge. In dieser Distanz entscheidet sich ein Großteil der Sache, denn wer liefert, kann es unterlassen, und wer nicht in den Kampf eingetreten ist, behält eine Ausstiegsmöglichkeit, die eine mobilisierte Armee nicht hat. Es ist der Unterschied zwischen dem Sponsoring eines Kampfes und dem Betreten des Rings.

Das Opfer-Tauziehen: 300.000 Söldner und 600.000 Ukrainer

Wenn es ein Terrain gibt, auf dem sich die Zahlen gegenseitig überrollen, dann ist es das der Verluste. Zuerst ist die Rede von 300.000 NATO-Söldnern, die gefallen sind; später wird dieselbe These korrigiert und auf 120.000 Tote oder endgültig kampfunfähige Soldaten gesenkt. Parallel dazu wird behauptet, dass die erste ukrainische Armee, die vom Februar, im Osten zu 70 % vernichtet wurde, mit 150.000 ausgeschiedenen Vertragspersonal, und dass die nächste Welle — die sogenannte neue Armee — bereits 20.000 Männer verloren hat. Die endgültige Summe, die angeboten wird, beläuft sich auf 600.000 Verluste], bestehend aus Toten, unersetzlich Verwundeten und Gefangenen. Das ständige Schwanken der Zahlen verrät deren Natur: Es sind parteiische Schätzungen, keine geprüften Bilanzen.

Die russische Armee: echte Macht oder Trugbild?

Am anderen Ende gibt es jene, die das Narrativ komplett umdrehen. Die gegenteilige These besagt, dass die russische Armee nach einer Logik von vor Jahrzehnten operiert, dass bei einem direkten Zusammenstoß mit der NATO ihre Luftverteidigung innerhalb von Tagen zusammenbrechen würde und dass die westliche Luftwaffe keine Probleme hätte, ihre Dominanz am Boden durchzusetzen. Der Vergleich, der gezogen wird, ist unangenehm: Russland ähnele eher dem Irak von 1991 als einer zeitgenössischen Macht. Die Erwiderung ist ebenso hart und beruft sich auf die jüngere Geschichte: Technologiemächte wurden bereits in Afghanistan und anderen Szenarien gebrandmarkt, in denen materielle Überlegenheit nicht ausreichte, um einen Gegner zu unterwerfen. Niemand setzt den Schlusspunkt.

Das U-Boot Belgorod und die Angst vor nuklearer Eskalation

Eine weitere Front ist die der Abschreckung. Es wird behauptet, dass russische Atom-U-Boote vor der Küste der USA operieren und dass die Angst vor einer Poseidon-Torpedo — der dieser Version zufolge in der Lage ist, einen radioaktiven Tsunami vor New York auszulösen — erklären würde, warum Washington russischen Boden nicht angreift. Es ist die Logik des Gleichgewichts des Schreckens in extremer Ausprägung: Niemand gewinnt, beide verschwinden. An diese Idee halten diejenigen, die im nuklearen Arsenal Moskaus den letzten Trumpf sehen, um die globale Hegemonie nicht an China zu verlieren, sowie diejenigen, die davor warnen, dass ein totaler Krieg nicht auf dem Schlachtfeld entschieden wird.

56 Milliarden gegenüber einer Billion: das Geschäft des Krieges

Das Geld taucht auf, sobald man zur Buchhaltung übergeht. 56 Milliarden Dollar russisches Verteidigungsbudget gegenüber einer Billion der NATO als Ganzes: eine Disproportionalität, die sowohl zur Erklärung des russischen Widerstands als auch zur Kennzeichnung des Geschäftsmodells genutzt wird. Jede Wiederbeschaffung von zerstörtem Material ist ein neuer Vertrag für die westliche Rüstungsindustrie. Es gibt jene, die den Konflikt genau darin zusammenfassen: Die einen liefern die Toten, die anderen die Rechnungen. Und es gibt jene, die die Variable erwähnen, die nicht in den Broschüren steht: das Ersatzblut. Das Blut nationaler Soldaten, nicht das von Vertragspersonal, ist die knappste Ressource auf ukrainischer Seite und diejenige, die jede Kalkulation zuerst sprengen kann.

In den vergangenen 1.452 Tagen hat das Thema zwischen triumphalen Meldungen und Abwärtskorrekturen geschwankt. Das Detail, das verwirrt, liegt in keiner der Inventarzahlen. Es liegt in einem Fehlen: Bis heute hat die NATO offiziell keine eigenen Truppen entsandt, um unter ihrer Flagge zu kämpfen. Der verkündete Sieg wird daher an einem Rival gemessen, der nie ganz in den Ring eingestiegen ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (102 Antworten).

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