ING Luxembourg hat 2013 Konten für Spanier eröffnet und schließt sie nun
ING Luxembourg will einen Großteil seiner spanischen Kunden nicht mehr. Der Satz, der 2013 wie ein Verdacht beim Abendessen geklungen hätte, zieht heute eine lange dokumentarische Spur nach sich: Die luxemburgische Tochtergesellschaft der niederländischen Bank nahm Einwohner Spaniens in die Liste der Länder auf, aus denen man online Konten eröffnen konnte, strebte sie nur ein Jahr später wieder aus dieser Liste und schließt seit Ende 2023 die bereits bestehenden Konten per Einschreiben. Es war keine Tür, die zugeschlagen wurde, sondern ein langsamer Rückzug. Und mittendrin Tausende von Sparern, die Geld nach Luxemburg verschoben hatten, falls das Land eine Wende vollziehen sollte, die nie kam.
Das Detail ist wichtig, denn der angegebene Grund war nie der spanische Sparer. Es waren unbewegliche Guthaben, Konten ohne Gehaltseingang und Kunden, die keine Gebühren generieren.
Kostenlose Karte, Multiwährung und ein Flash-Formular
Der Köder aus dem Jahr 2013 war schwer zu ignorieren. Das Orange-Konto wurde vollständig online verwaltet, ohne Kontoführungsgebühren, ohne Auszugsgebühren und mit einer kostenlosen Karte sowie einem zugehörigen Sparkonto. Die Liste der verfügbaren Währungen war eine ganze Navigationskarte: Euro, Pfund, norwegische Krone, schwedische Krone, dänische Krone, US-Dollar, kanadischer Dollar, Singapur-Dollar, Hongkong-Dollar, australischer Dollar, neuseeländischer Dollar, Schweizer Franken, südafrikanischer Rand und Yen. Außerdem ermöglichte es den Kauf von Anleihen mit festem Zins, was bei ING Spanien unmöglich war.
Ein Detail störte vom ersten Tag an. Das Registrierungsformular war komplett in Flash erstellt. Ein technisches Profil warnte, dass diese Architektur die Barrierefreiheit beeinträchtigte und wahrscheinlich Prüfungen vom Server zum Browser verlagerte. Sein Urteil war eindeutig: Nichts Professionelles. Die Bank änderte dies damals nicht.
Modell 720 und die Steuer-ID LU 11082217
Mit der eröffneten Konto kam die zweite Front: die Meldung. Hier spaltete sich die Fallverfolgung in zwei Strömungen. Eine Gruppe behauptete, die Eröffnung müsse der Banco de España (spanische Zentralbank) mit dem entsprechenden Formular gemeldet werden; andere erinnerten daran, dass die eigentliche Pflicht gegenüber dem Finanzamt erst mit dem Modell 720 greift, das oberhalb von 50.000 Euro an Einlagen, Wertpapieren oder Immobilien aktiviert wird, getrennt verbucht, ohne Addition untereinander. Und ein dritter Hinweis: Konten unter 20.000 Euro fielen nicht unter das ursprüngliche Dekret.
Das praktische Problem war, die Steueridentifikationsnummer des Instituts zu erhalten. Mehrere spanische Banken wollten sie nicht herausgeben. Die Antwort von ING dauerte, aber kam: LU 11082217. Jahre später verschwand das Formular DD1 und wurde durch die Umfrage über Auslandszahlungen ersetzt, die erst ab einer Million Euro oder wenn die Banco de España es ausdrücklich verlangt, eingereicht werden muss.
Mindestanforderungen von 2.000 Euro und 13 Euro pro Quartal
Im Mai 2014 änderte sich das Szenario. Spanien tauchte nicht mehr in der Liste der Länder auf, die als Wohnsitz angegeben werden konnten. Die Bank fügte einen Filter hinzu: Entweder hielt man 2.000 Euro auf dem Sparkonto oder 1.000 Euro an domiciliertem Gehalt, oder man zahlte 13 Euro pro Quartal Gebühr. Um 2016 wurde die Anforderung auf durchschnittliche Jahresmindestbeträge umgestellt.
Wer nicht zahlte, merkte es danach. Das Girokonto kostete nun 16 Euro pro Jahr, die VPAY-Karte wurde durch eine Visa Debit ersetzt und Hinweise auf Wartungsgebühren von 1,75 Euro monatlich tauchten auf. Die Bank selbst schloss Girokonten wegen Nichtnutzung eher als Sparkonten.
Einschreiben: Die Schließungen von 2023 und 2024
Die letzte Phase kam per Post. Inhaber mit mehr als zehn Jahren Zugehörigkeit erhielten ein Einschreiben, das die Schließung ihrer Konten ankündigte: Wirksam am 13. November in einigen Fällen, wirksam am 8. Januar 2024 in anderen, immer gestützt auf Artikel B.9 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen, der die Bank ermächtigt, den Vertrag jederzeit zu kündigen. Nationale Nederlanden tat dasselbe mit den Sparkonten aller seiner Kunden am selben Tag.
Die Betroffenen beschreiben dasselbe Muster: eingefrorene Guthaben, stornierte Auszahlungen und eine KYC-Prüfung (Know Your Customer), die über Kanäle gefordert wurde, die niemand rechtzeitig gelesen hatte. Die Rückführung erforderte ein unterschriebenes Schreiben mit einem Zielkonto in Spanien. Manche erinnern sich, mitten im Prozess ein handschriftliches orangefarbenes Blatt mit runder Schrift und Parfümduft erhalten zu haben, das ein weiteres Formular verlangte. Das iberische Finanz-Madmax, das viele vorbereitet hatten, endete schließlich in zwei Wochen Verwaltungsaufwand.
Fusion mit BNP Paribas, geplant für Sommer 2025
Die offizielle Erklärung kam tropfenweise. Ein späteres Schreiben informiert über eine Änderung der Geschäftsstrategie und die Integration mit BNP Paribas bis zum Sommer 2025, verbunden mit dem Angebot eines neuen Kontos bei der französischen Institution. Die weit verbreitete Lesart unter Beobachtern ist, dass ING Luxembourg das Privatbanking aufgibt und sich von Kunden trennt, die nur ruhendes Kapital halten. Dies war zuvor bereits in Frankreich und Belgien geschehen.
Welche Alternativen gibt es noch für ein Konto in Luxemburg?
Wenige, und schlechter konditioniert. Andere luxemburgische Institute verweisen bereits auf persönliche Termine und akzeptieren praktisch nur Bewohner angrenzender Länder. Advanzia hält sein Kartengeschäft aufrecht, mit Einlagen um 0,3% p.a.. Wer Rendite sucht, blickt nach Portugal: ein Dreimonats-Einlagezins von 1,1% APR, maximal 50.000 Euro, portugiesischer Einlagensicherungsfonds und ein Mindestbetrag von 500 Euro, um Gebühren zu vermeiden, mit dem Nachteil einer Quellensteuer von 28%, die auf 15% reduziert werden kann, indem man die Bescheinigung über den steuerlichen Wohnsitz vorlegt.
Eine Schließung, die noch nicht abgeschlossen ist
Mit dem Rückzug des luxemburgischen Retail-Bankings und Fusionen auf dem Tisch ist zu erwarten, dass die Säuberung weitergeht, wenn auch in Wellen und nach Kriterien, die die Bank nicht veröffentlicht. Es ist auch möglich, dass die Übertragung an BNP Paribas einige Konten am Leben erhält und das Ereignis zu einem bloßen Logo-Wechsel macht. Was man nicht als erledigt betrachten sollte, ist die steuerliche Angelegenheit: Die Information an die Banco de España wechselte Formular und Schwelle, und viele Leute operieren weiterhin nach den Regeln von vor zehn Jahren.
Hinweis: Dieser Artikel fasst Erfahrungen und Vorschriften zusammen, die von den Beteiligten kommentiert wurden. Er stellt keine steuerliche oder finanzielle Beratung dar.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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